Tag 172 – Manaus: Wald der Wissenschaft und Museen

Heute wollen wir in den Bosque da Ciencia – den Wald der Wissenschaft. Dafür suchen wir uns die richtige Haltestelle und den richtigen Bus. Hier gibt es ein Stück Dschungel und einige Tiere. Und direkt neben an ist ein wissenschaftliches Institut. Wie die beiden zusammengehören kann ich Euch leider nicht sagen. Gleich am Anfang gibt es Seekühe. Die finde ich echt sehr interessant.

Als nächstes sehen wir einen elektrischen Fisch. Der kann Stromschläge bis 8000 Volt austeilen. Ein echt dickes Ding.

Und noch ein interessanter Fisch.

Hier soll es ja Faultiere geben. Das bedeutet, dass wir die ganze Zeit die Bäume nach Faultieren absuchen und mittlerweile Nackenschmerzen haben. Aber kein Faultier zu sehen. Unser nächster Halt ist nicht ganz so schön und verschafft uns eine Gänsehaut und mehrere Ähhh…iiihhhh – Ausrufe. Hier gibt es Spinnen in echt und verschiedene Tiere „eingelegt “ in Gläsern.

Puh….bloß schnell weg hier…. Oh das Schildkröten

Und dann da ein Kaiman oder schon ein Krokodil?

Dann entdecken wir nichts weiter und verlassen den Wald. Suchen wieder eine Bushaltestelle und einen Bus. Wir steigen im Zentrum aus und besuchen das ehemalige Polizeipräsidium.

Hier sind 5 Museen untergebracht. Wir machen erst einmal Pause im Café und trinken etwas. Dann starten wir. Es geht los mit einer Bildergalerie.

Weiter geht es mit einer Ausstellung über Ausgrabungen.

Dann folgt eine Ausstellung von Fotokameras. Angefangen von der Ersten bis ins Jahr 2000.

Der Rest wie zum Beispiel ein Münzmuseum interessiert uns nicht. Wir gehen zum Markt. Bisher fehlte uns die nötige Ruhe und Zeit.

Das Schöne ist, dass man hier mal ganz in Ruhe alles anschauen kann. Das machen wir auch. Dann essen wir noch im Markt Fisch, den selben wie gestern Tambuqui.

Dann gehen wir ins Hotel. Christian geht sogar ins Fitnessstudio im Hotel….Wow. Am Abend gehen wir noch auf einen Caipi zum Opernplatz.

Tag 171 – Manaus: Museumsbesuch und Fischessen

Heute stehen mehrere Museen auf unserer Liste. Unser erstes Ziel ist das Kulturzentrum für Amamazonasmenschen. Dahinter verbergen sich 2 Museen. Hier bekommen wir einen Überblick über die Geschichte, Geographie und Kultur (bis in die jetzige Zeit) von Manaus, Brasilien und das Amazonasgebiet über die Landesgrenzen hinaus. Der Eintritt ist frei und nur mit Guide möglich. Der erste Guide konnte nur Portugiesisch. Das macht keinen Sinn, dann kam ein zweiter Guide dazu, der konnte ein bisschen englisch, wusste aber nicht wirklich worum es ging. So hatten wir zwei Guides und irgendwie haben wir uns verständigt. Am Anfang fand ich das ziemlich anstrengend, aber dann klappte es immer besser. Im ersten Teil des Museums ging es um Manaus und das hier angrenzende Amazonasgebiet. So steht hier zum Beispiel eine Straßenbahn, die damals zur Eröffnungszeit der Oper nur im Bereich der Oper fuhr. Und hier stehen zwei Cadillac von den damaligen Politikern.

Auch in Manaus spielt der Karneval eine große Rolle. So findet man hier Kostüme, riesige für Brasilien typische Puppen und Masken.

Dann geht es um das Leben im Dschungel und was die Menschen dort alles aus Naturmitteln selber herstellen.

Dann gehen wir nach draußen. Es regnet in Strömen. Hier draußen steht ein typisches Haus. In so einem Haus leben im Dschungel ca. 5 Familien das sind dann ca. 80 Menschen.

Nun geht es wieder rein und ein Stockwerk höher. Hier bekommen wir einen neuen Guide. Der kann auch besser englisch. Jetzt sind wir im zweiten Museum. Wir lernen die Bundesstaaten von Brasilien kennen. Dann lernen wir viel über die indigenen Völker im Amazonasgebiet.

Mittlerweile laufen hier 3 Guides mit uns mit. Jeder freut sich sein englisch mal auszuprobieren. Es ist wirklich sehr spannend und unterhaltsam und wir lernen alle noch voneinander neue Wörter. Zum Abschluss wird uns angeboten noch einen Film über ein indigenes Volk zu schauen. Wir nehmen an und haut`s uns fast aus den Schuhen. Wir haben einen kleinen Fernseher erwartet und jetzt stehen wir in einem supergeilen Kinosaal.

Als wir das Museum verlassen regnet es nicht mehr und es ist schon nach zwei. Wir suchen die nächste Bushaltestelle und nehmen einen Bus Richtung Zentrum. Eigentlich wollten wir noch ein Museum besuchen, doch die Museen haben hier oft nur bis 14:00 Uhr geöffnet. Da dann nicht….wir fahren ins Zentrum und gehen zum Opernplatz in unser Lieblingslokal. Heute gönnen wir uns einen Amazonasfisch.

Der Fisch ist wunderbar. Er hat übrigens keine Gräten, sondern nur 5 Rippen. Daher ist es ein Essgenuss. Als Beilage gibt es Reis mit Bohnen, ein Art Vinigret mit Tomaten und Zwiebeln und geröstetes Maniokmehl….

Den Abend verbringen wir im Hotel.

Tag 170 – Manaus: Botanischer Garten und Palast Rio Negro

Das Wetter ist schön, aber dennoch gehen wir nicht ohne Schirm aus dem Haus. Denn wir sind immer noch im Regenwald und da regnet es nun mal ….aber das Gute ist, es ist warm. Unser erstes Ziel ist heute das MUSA – Das Amazonas – Museum. Um dort hin zu kommen, brauchen wir einen Bus. An der Bushaltestelle an der wir stehen halten die Busse die wir wollen – trotz heftigem Winken – einfach nicht. Anscheinend stehen wir falsch. Wir laufen einfach den Bussen hinterher. Dann kommen wir bestimmt an einer Bushaltestelle vorbei, an der der Bus hält. Und so ist es dann auch. Endlich sitzen wir im richtigen Bus. Nach einer Stunde Busfahrt sind wir am MUSA.

Es ist erst 09:30 Uhr und vor uns sind erst 3 Besucher heute hier. Das Amazonas – Museum ist eine Mischung aus echtem Regenwald – Freilichtmuseum – und Tierbeobachtungsstation. Zum einen wurde eine Hütte eines Indigenen. – Dorfes hier im Original aufgebaut. Zeitgleich wird uns per Bildern und Videos erklärt wie die indigenen Völker leben und vor allem wie sie ihre Lebensmittel herstellen.

Es gibt auch einen See mit tollen Seerosen.

Und die Amazonas – Fische werden uns in einem großen Aquarium gezeigt. Die sind echt riesig über 2 Meter groß.

Und die Schlangen gibt es auch. Die sind teilweise sehr agil. Haben bestimmt seit Wochen nichts zu essen bekommen.

Dann gibt einige Wege durch den Dschungel. Wir erkennen viele Pflanzen und Bäume wieder. Im Orchideen – Haus blühen zwar keine Orchideen, dafür wächst die Ananas.

Dann gehen wir zum Vogelbeobachtungsturm.

Das ist wieder ein 42 Meter hoher Turm. Auf den gehen wir hinauf. Ach ja… einen Tucan haben wir gerade schon von unten entdeckt. Wir bleiben eine ganze Weile hier oben.

Dann gehen wir wieder runter. Entdecken noch diesen Falter und diese Pflanzen.

Und dann verlassen wir nach drei Stunden das Museum. Den Bus zurück finden wir schnell, den hier ist die Endhaltestelle und somit der Wendepunkt. Wir fahren zurück zum Zentrum und gehen dort etwas essen. Beim essen lernen wir Bruno einen Schweizer kennen. Bruno steht kurz vor der Pensionierung und ist echter Brasilien – Experte. Er fährt jedes hierher – also nach Brasilien – und das seit 1985. Aber er kennt noch nicht alles. Denn Brasilien ist größer als Europa. Irgendwann verabschieden wir uns und gehen zum Palast Rio Negro. Das prachtvolle Herrenhaus mit der kunstvoll verzierten Fassade im Stil der Eklektik wurde im Jahr 1903 errichtet. Damals war es der Wohnsitz des deutschen Kaufmanns Waldemar Scholz aus Hamburg, auch bekannt unter dem Spitznamen „Kautschuk-Baron”. Doch 1911 drohte durch die starke Konkurrenz aus Asien der Kautschuk-Handel im Amazonas einzubrechen. Als dann auch noch aufgrund des Ersten Weltkriegs die Handelsrouten von Manaus nach Hamburg unterbrochen wurden, drohte Scholz der Bankrott. Der Baron musste sein wohlhabendes Leben aufgeben und seinen Palast zum Verkauf anbieten.

1917 wurde der Palácio Rio Negro unter Gouverneur Pedro de Alcantra Bacellar von der Regierung erworben und ein Jahr später zum offiziellen Sitz der Exekutive und Wohnhaus des Gouverneurs umfunktioniert. Bis 1995 blieb es in dieser Funktion, dann wurde der historisch wertvolle Palast in ein Kulturzentrum umgewandelt. Ausgestattet mit Klimaanlage und moderner Technik erhielt der Palácio Negro, nun Centro Cultural Palácio Rio Negro, ein völlig neues Format. Es ist heute das letzte vollständig erhaltene Gebäude aus der Kautschuk-Zeit.

Wir gehen zurück zum Opernplatz und lassen hier den Tag mit Caipi ausklingen.

Tag 169 – Regentag in Manaus

Nachdem Frühstück hieß es Rucksack packen. Denn wir müssen ja heute das Hotel wechseln. Das neue Hotel liegt nur zwei Blocks von der Oper entfernt. Aber das Zimmer ist nur halb so schön und groß wie das Andere. Na ja wir zahlen ja auch nur die Hälfte des Preises.

Das Zimmer ist noch nicht fertig. Wir lassen unsere Rucksäcke dort, schnappen uns unsere Regenschirme und gehen zur Tourist – Information. Die ist direkt an der Oper. Positiv ist, die Jungs sprechen englisch. Negativ….die haben keine Ahnung. Das kann nicht stimmen, was die hier erzählen. Wir fragen nach dem Boot nach Belém. So ein quatsch….von wegen das langsame Boot braucht anderthalb Tage. HALLO, das sind 1700 Kilometer. Von daher glauben wir auch nicht, dass jeden Tag ein Boot geht. Da glaube ich doch eher der Dame vom Hafen. Na gut, wir nehmen einige Flyer mit und machen uns auf den Weg zum Hafen. Es soll noch einen weiteren Hafen geben, da wollen wir hin. Und schon fängt es an zu regnen. Erst ganz sanft und dann ganz schnell ganz doll. Zwischendurch suchen wir Schutz in der Markthalle. Es wird aber nicht weniger, also wieder raus. Dann sind wir an dem zweiten Hafen. Hier stehen einiger dieser Boote wie wir sie kennen und suchen. Jetzt nur noch eines mit dem richtigen Ziel Belem suchen. Ah…da steht eine Frau mit einem kleinen Stand. Ich frage Belem, sie sagt ja und fängt wie ein Wasserfall an zu reden. Ok langsam….Wir verstehen das Samstag ein Boot geht. Sie zeigt uns sogar ein Bild und nennt uns den Namen des Bootes die Ana Karolina 7. Gut. Und dann versuchen wir herauszufinden ob noch weitere Boote an anderen Tagen gehen. Sie sagt und zeigt immer quatro, also 4. mhhh….die meint bestimmt das braucht 4 Tage oder es geht um vier. Ok, Christian fragt seine schlaue Offline – App. he…Mittwoch. Das passt wieder zu dem was wir gestern verstanden haben. Mittwoch und Samstag gehen Boote nach Belem. Wir gehen zum „richtigen “ Hafen und versuchen uns dort nochmals durchzufragen. Die Aussagen stimmen mit denen von eben überein. Da wir trotz Schirm ziemlich naß sind, bleiben wir erst einmal im Hafengebäude und schauen dem treiben zu. Dank der App verstehen wir jetzt….. die zählen hier einfach die Wochentage. Sonntag ist der Erste und heisst wie im spanischen Domingo. Und kommt zweiter, dritter, vierter…..Oh man….dieses portugiesisch. Und in jedem Wort ein sch. Da es hier im Hafen nur Bier gibt, ziehen wir weiter und suchen ein Café.

Ich weiß nicht wie lange wir gesucht haben…eine Stunde bestimmt. Hier gibt es nirgendwo ein Café. Trinkt man in Brasilien keinen Kaffee? Dann gehen wir halt Essen. Auf dem Weg spricht uns ein Mann in englisch an….was schon eine echte Seltenheit ist. Er stellt sich vor und sagt er sei Reiseleiter. Ob er helfen könnte auf der Suche nach einem Restaurant. Und natürlich hat er auch Touren. Wir kommen ins Gespräch. Erklären warum wir keine Dschungeltour brauchen. Dann fragt er ob wir Tickets für ein Boot nach Belem brauchen. Ja… Er erzählt noch ein bisschen. Dann vereinbaren wir, dass wir essen gehen und wir dann in sein Büro/Agentur kommen. Wir finden ein brasilianisches kleines süßes Lokal. Hier gibt es Fleisch, Fisch und viel mit Amazonas – Shrimps. Das Essen ist lecker, interessant und mal etwas ganz anderes. Dann gehen wir zu Armstrong. Den verstehen wir wenigstens. Er zeigt uns auch wieder die Ana Karolina 7 und der Preis passt mit dem vom Hafen überein. Wir kaufen bei ihm zwei Tickets für Samstag und gönnen uns wieder eine Kabine. Wir zahlen die Hälfte an und am Samstag wird er uns noch aufs Schiff bringen…..Na hoffen wir mal, dass wir den Wiedersehen. Übrigens…es regnet immer noch. Wir gehen ins Hotel und hier bleiben wir. Hoffentlich und ganz bestimmt ist morgen besseres Wetter….

Tag 168 – Die Altstadt von Manaus

Wir sind zwar früh aufgestanden und waren lange und ausgiebig in unserem tollen. Hotel frühstücken, aber wir sind zur Manaus – Entdeckungstour erst um 11:00 Uhr gestartet. Den Vormittag haben wir herrlich verbummelt. Zudem hat es draußen in Strömen geregnet. Also 11:00 Uhr ging es dann los. Da das historische Zentrum gut eine halbe Stunde Fußweg entfernt ist, wollten wir mit dem Bus fahren. Doch unser Bus kam nicht. Wir sind also gelaufen. Da wir unsere kurzen Hosen gestern gewaschen haben und die leider nicht getrocknet sind, haben wir heute die langen Jeans – Hosen an. Oh man……und das bei 28 Grad und 94 % Luftfeuchtigkeit. Es ist soooo heiß…..Irgendwann sind wir dann am ersten Highlight – Das Teatro Amazonas. Das Teatro Amazonas ist ein Opernhaus. Der Bau wurde durch die Einnahmen des Kautschukbooms finanziert und am 31. Dezember 1896 eingeweiht.

Die Geschichte dieses Opernhauses begann, als ein Abgeordnete das Projekt 1881 vorschlug und es genehmigt wurde. Den Auftrag zur Planung des architektonischen Werks erhielt 1883 ein Portugiesisches Büro für Ingenieurwesen und Architektur aus Lissabon.

Der erste Spatenstich verzögerte sich aufgrund von Debatten über die Finanzierung um ein Jahr. Aus demselben Grund wurden die Bauarbeiten zwischen 1886 und 1893 unterbrochen. Architekten, Baumeister, Maler und Künstler wurden aus ganz Europa engagiert. Der in Paris lebende Brasilianer Crispim do Amaral aus Pernambuco gestaltete das Innere des Theaters, während sich der Italiener Enrico Mazolani um das Äußere kümmerte. Das Haus wurde am 31. Dezember 1896 eingeweiht, die erste Opernaufführung war am 7. Januar 1897 die Premiere der Oper „La Gioconda“ von Amilcare Ponchielli. Die neobarocke Haupthalle ist für 701 Zuhörer ausgelegt..Die Decke ist durch das Bild „A Glorificação da Belas Artes na Amazônia“ (Zum Ruhm der Schönen Künste in Amazonien) von Domenico de Angelis geschmückt. Die Pflastersteine rund um das Gebäude wurden eigens aus einem Sand-Kautschuk-Gemisch angefertigt, um die Vorführungen nicht durch die vorbeifahrenden Pferdefuhrwerke zu stören. Ein Großteil der Baumaterialien wurde aus Europa importiert. So wurden beispielsweise die Kacheln der Kuppel aus Deutschland und die Pflastersteine vor dem Theater aus Portugal eingeführt.

Aufgrund des Kurssturzes bei Kautschuk erlebte das Opernhaus bereits 1907 seine vorläufig letzte Aufführung. 1929 und 1975 wurden teils misslungene Renovierungsarbeiten durchgeführt. Erst Ende der 1980er Jahre wurde das Opernhaus komplett und erfolgreich restauriert. Besondere Herausforderungen waren dabei das feuchte Klima mit über 165 Regentagen im Jahr und die Bedrohung durch Termiten. Über acht Jahrzehnte nach der letzten Vorstellung konnte die Oper schließlich am 17. März 1990 mit Plácido Domingo und Marcia Haydée wiedereröffnet werden.

Der Film Fitzcarraldo von Werner Herzog aus dem Jahr 1982 machte das Teatro Amazonas wieder in Deutschland bekannt. Außerdem hat Sharon Lockhart 1999 den Film Teatro Amazonas veröffentlicht und hatte von Juni bis August 2000 eine Ausstellung über dieses Opernhaus im Kunstmuseum Wolfsburg.

Im Jahre 1996 hat der deutsche Geiger Michael Jelden im Teatro Amazonas das größte Musikfestival Lateinamerikas (Festival de Manaus) gegründet, das erstmals nach fast 90 Jahren wieder Oper in das Theater brachte. Nachdem Jelden das Festival zwei Jahre als Intendant betreut hatte, liegt die Leitung nun in Händen des Brasilianischen Kultusministeriums und der nationalen Kulturstiftung Funarte. Zur Zeit findet auch das Opernfestival statt. Leider sind alle Veranstaltungen restlos ausverkauft. wir haben an einer englischsprachigen Führung durch das Opernhaus teilgenommen.

Das Operncafe

Der Opernsaal.

Der Salon/ Wandelhalle. Hier ist alles noch im Originalzustand. Es dürfen nur noch Personen im Rahmen einer Führung hier rein.

Auf dem dazugehörigen Balkon

Einen Raum weiter….Die Schuhe und Kleider berühmter Tänzer und Aufführungen.

Nun ging es in den ersten Rang.

Eine tolle Führung und ein tolles Opernhaus. Alles direkt um das Opernhaus herum ist in einem hervorragenden Zustand.

Wir gehen weiter zum Hafen, um uns zu erkundigen wann, wie wo die Schiffe nach Belem fahren.

Auf dem Weg zum Hafen.

Am Hafen angekommen haben wir erfahren, dass die Schiffe nur Mittwoch und Samstag gehen…Oh…damit haben wir nicht gerechnet. Aber nicht schlimm. Wir haben eh heute morgen beschlossen noch länger hier in Manaus zu bleiben. Da unser Hotel ja leider komplett ausgebucht ist, haben wir heute am Morgen schon ein anderes Hotel für weitere 3 Nächte gebucht. Jetzt gehen wir zum Markt. Doch der hat heute zu. Also zu einer großen Bushaltestelle an der gefühlt alle Busse durchfahren. Hier warten wir auf einen passenden Bus. Doch irgendwie kommen alle Nummern, nur nicht unsere Busse. Nach einer halben Stunde steigen wir in einen halbwegs passenden Bus ein. Man muss hier hinten einsteigen. Bezahlen. Dann im Bus durch ein Drehkreuz und dann ganz vorn beim Fahrer aussteigen. Der Halt passte nicht ganz, so mussten wir ein ganzes Stück zurück laufen. Wir wollten in das tolle Einkaufszentrum von gestern. Hier haben gegessen. Dann noch in den Supermarkt. Wasser und Bier kaufen. Doch an der Kasse gibt es irgendwie Stress. Es wird jemand gerufen. Die Dame erklärt uns am Sonntag dürfen wir kein Bier kaufen…he…??? Na gut…Dann gehts zurück zum Hotel.

Tag 167 – Manaus

Gegen 5:00 wachte ich auf und setzte mich auf den Stuhl vor unserer Kabine. Wie die letzten Tage auch lauschte ich dem Erwachen der Dschungelbewohner. Das Kreischen und Zwitschern war auch durch den Schiffsdiesel zu hören.

Wir waren noch etwa 80 km vor Manaus, sodass wir Zwischen 9:00 und 10:00 eintreffen würden.

Der (letzte) Frühstückspfiff erfolgte heute überraschenderweise schon um 6:00 Uhr und erwischte Sandra noch im Bett. Trotzdem waren wir bei den ersten im Frühstücksraum. Weiche Semmeln, Margarine und ein Melonenstück war das heutige Menü.

Im Anschluss fingen wir schon mal zu packen an. Dazu baute ich auch unsere Hängematten ab.

Mit der Ankunft in Manaus werden wir seit Iquitos knapp 2000 km auf dem Amazonas unterwegs sein, die Fahrtzeit beträgt bei den aktuell günstigen Hochwasserständen über 100 Stunden.

Das letzte Stück heute morgen ging wieder durch diverse Nebenarme, wo wir dem Ufer sehr nahe kommen. Dort war die Bauweise der Häuser sehr gut zu sehen – sie sind wegen der starken Wasserstandsschwankungen auf Stelzen gebaut.

Dann erreichten wir Manaus. Ursprünglich mit dem Kautschukboom großgeworden ist Manaus heute die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas. Die Stadt liegt an der Mündung des Rio Negro in den Amazonas – ist also umgeben von ziemlich viel Wasser.

2018 wurden hier 2,1 Millionen Einwohner gezählt, damit leben 60% des Bundesstaates Amazonas in Manaus.

Nach dem Anlegen gingen wir von Bord und nahmen uns ein Taxi zum Hotel. Nach den Strapazen der letzen Wochen steht uns der Sinn nach etwas Komfort. Im Hotel angekommen beziehen wir unsere Suite im 14. Stock, zum ersten Mal seit Coca in Ecuador wird heiß geduscht.

Blick aus den Fenstern

Langsam macht sich der Hunger breit. Ums Eck ist das größteEinkaufszentrum Amazonas (86.600 qm). Dort finden wir auch schon am Eingang ein Restaurant, wo wir uns nach all dem Reis, Nudeln, Hühnchen, etc. Spaghetti mit Meeresfrüchten schmecken lassen.

Zurück ans Hotel gilt es das gute WIFI auszunutzen. iCloud synchronisieren, Updates durchführen, Bilder hochladen, Backups, … . Mit einer Flasche Wein stoßen wir auf die Meisterschaft des FC Bayerns an und lümmeln auf dem tollen Sofa.

Als Nächstes steht wieder Planung an, d.h. die Beantwortung der Fragen „wie lange bleiben wir hier, wo bleiben wir (das Hotel ist am Montag ausgebucht), wie weit fahren wir als nächstes – bis zur Küste (1700 km) oder nur bis Santarem, was sehen wir uns in Manaus an – Fragen über Fragen …

Tag 165 & Tag 166 Essen, Schlafen, Schauen auf der Oliveira II

Die erste Nacht war für mich um 4:00 vorbei. Über uns das Schiffshorn, unter uns das Bugruder – vor jedem Stop ist beides lautstark in Betrieb. Ich nutze die Gelegenheit zur Beobachtung des morgendlichen Dschungels. Zwischen 4:30 und 6:30 ist Lärm der Vögel am beeindruckendsten.

Um 6:30 ertönt die Trillerpfeife, mit der zur Mahlzeit gerufen wird. Wir machendes mit unserem Geschirr auf den Weg nach unten. Zum Frühstück gibt es irre gesüßten Kaffee, eine Semmel mit Käse und ein Stück Kuchen. Wer mochte, konnte das ganze noch mit Margarine vom Tisch ergänzen.

Nach dem Frühstück wechselten sich Dösen/Schlafen in der Hängematte und Dschungelschauen ab.

Und siehe da – der frühe Vogel fängt den Wurm – bei insgesamt drei Gelegenheiten sahen wir springenden Flussdelfine (graue Rücke/rosa Bäuche).

Und schon ertönte der Pfiff, der uns zum Mittagessen rief. Auf dem Speiseplan stand Reis, Spaghetti, Bohnengemüse, Huhn und ein Stück Melone – und das alles reichlich.

Das Abspülen mit Amazonaswasser und ohne Spülmittel hat mehr symbolischen Charakter, es half ein bisschen.

Mittags begann es dann heftigst zu regnen. Unbeeindruckt legten wir zwei Stops ein und nahmen dabei Unmengen von Leergut (?) und Passagieren auf.

Und damit nahm das Unheil seinen Lauf. Unsere Hoffnung auf ein weiterhin so ruhiges Oberdeck wurde schnell eines Besseren belehrt. Nach und nach fanden immer mehr Passagiere aus dem völlig überfüllten unteren Deck den Weg auf „unser“ Oberdeck. Der Füllstand passte sich nun an, wir waren eingekeilt von Hängematten.

Darüber hinaus brachten eine Reihe von Passagieren Radios, CD-Player, Bluetooth-Box und Smartphones mit an Bord. Natürlich wollte jeder seinen Film schauen und seine Musik hören. Zusammen mit der Anlage vom Kiosk und dem Fernseher war es innerhalb kurzer Zeit ein ohrenbetäubender Lärm. In Brasilien gibt es wohl keine Lautstärkeregler, alles war auf Vollanschlag.

Trotzdem blieben wir auch wegen des nun wolkenbruchartigen Regens in unseren Hängematten liegen (die Kabine war nicht wirklich für einen stundenlangen Aufenthalt – wach – geeignet).

Schon war es Zeit für das Abendessen. Heute: Nudeln, Reis, Bolognese.

Abends wurde es dann nochmal schön, im Anschluss konnten wir den Vollmond über und im Amazonas bewundern.

Nachdem der Lärmpegel zunahm, verzogen wir uns in die Kabine und schliefen bald ein.

Am folgenden Morgen ging ich wieder gegen 4:00 nach draußen und lauschte dem Dschungel. Entgegen manchen anderslautenden Berichten fuhr unser Schiff durchaus öfters in Ufernähe, was immer interessanten Beobachtungen ermöglichte (fährt das Schiff in Flussmitte, sind die Ufer in der Regel ziemlich weit entfernt). Außerdem nutzte der Kapitän eine Reihe von in der Regenzeit existierenden Abkürzungen über Nebenarme, die von Natur aus enger waren).

Bei der Rückkehr an unseren Hängemattenplatz die unangenehme Überraschung. Ein wenig freundlicher aber umso voluminöser Brasilianer hatte sich gestern Nachmittag schon neben uns bereitgemacht und gestern Abend unsere Abwesenheit genutzt, um Sandras Matte hochzuhängen und seine Position zu verbessern. Nachdem er keinerlei Anstalten machte, das rückgängig zu machen, mussten wir wohl oder übel etwas zusammenrücken.

Ich traf Joey mit Fernglas an Deck und wir beobachteten den Dschungel. Nach einiger Zeit sah ich nach Sandra in der Kabine – sie wurde vom Frühstückspfiff geweckt, ich hatte nichts gehört.

Also schnell Wasser holen, Zähne putzen und ab zum Frühstück. Heute gab es Semmeln, Rührei und ein unbestimmbares dreieckiges Stück, was eine Mischung aus Teig, Käse und Schuhsohle war.

Der Vormittag verging wieder wie im Flug mit Schlafen und Schauen.

Kurz darauf stand Mittagessen an mit Reis, Nudeln, Rindfleisch, Bohnengemüse und Melone – ich fasste den Vorsatz, mich in Manaus ausschließlich von Capucchino und Obstsalat zu ernähren.

Nachmittags stellten wir Stühle vor unsere Kabine und genossen die Ruhe und Einsamkeit.

Zwischenzeitlich zogen wir Sandras Hängematte um, da der voluminöse Kerl beim Räkeln und Strecken ziemlich nahe kam.

Offensichtlich floss der Alkohol bei einigen Passagieren spätnachmittags in Strömen, die Musik wurde immer lauter und so zogen wir uns heute nach einem weiteren Sonnenuntergang am Amazonas in unsere Kabine zurück.

Tag 164 – Wir verlassen Kolumbien

Obwohl das Schiff erst um 12:00 abfährt, beginnen unsere Formalitäten bereits um 8:00. Frühstück war daher bereits um 7:00 angesagt. Beim Frühstück bot uns unser Gastgeber Carlos an, dass er uns ein Moto Taxi rufen könnte, dass uns vom Hotel zur Migration Kolumbien und weiter nach Brasilien zur Migration und zum Hafen bringen könnte. Da das die Logistik enorm vereinfacht, sagten wir zu und kurz vor 8:00 steht unsere Taxista vor der Tür.

Die Ausreise am Hafen war in 20 Minuten erledigt, die Einreise ging ähnlich schnell und so waren wir gegen 9:00 nach zwei Tagen Kolumbien offiziell in Tabatinga/Brasilien am Hafen angekommen.

Wir reihten unser Gepäck ein und gingen mit Ticket und Pässen zu einem Uniformierten ins Büro. Der händigte uns jeweils ein Ticket „Geprüfter Passagier“ aus und so warteten wir in der Halle.

Unser Boot lag vor uns, an Bord waren allerdings nur etwa 10 schwer bewaffnete Soldaten mit ernsten Mienen zu sehen. Nach etwa 1,5 Stunden warten war es soweit. Die Passagiere wurden aufgefordert, samt Gepäck zum Pier zu kommen.

Das Gepäck wurde wieder aufgereiht und Pässe und Tickets bereitgehalten. Außer uns waren noch Joey aus Australien und Marc aus den Vereinigten Staaten als erkennbare Nicht-Latinos am Pier.

Nachdem ich die Frage des Kommandanten nach gefährlichen Dingen wie Waffen, Drogen, etc. im Gepäck verneinte („Sicher nicht? – Nein!“), konnten wir mit Gepäck an Bord. Marc und Joey wurden übrigens durchsucht.

An Bord wurden wir von einem Empfangskomitee begrüßt und mit einem Armband versehen. Im Vergleich zu unserer letzten Schifffahrt von Iquitos nach Santa Rosa mutete das hier schon wie eine Kreuzfahrt an (@Marlies/Wolfgang: Keine von den Kreuzfahrten wie Ihr sie kennt). Wir wurden nach oben geführt und eine Kabine wurde aufgesperrt. Welch ein Unterschied zu unserer Kabine in Peru. Es gab Bett mit Laken, Kühlschrank, Klimaanlage und Fernseher (ein Programm). Das würde also für 3-4 Tage unser Reich sein.

Um uns unseren Platz an Deck zu sichern, packten wir gleich unsere Hängematten aus und befestigten sie. Von unserer Empfangsdame – gleichzeitig die Köchin – erfuhren wir, dass es heute noch kein Mittagessen gäbe, erst ein Abendessen stünde auf dem Plan. Das war übrigens nicht so einfach, da die Dame ausschließlich Portugiesisch sprach (für uns gleichbedeutend wie Chinesisch).

Wir gingen also nochmal von Bord und holten uns in der Empfangshalle noch mit Wurst, Reis und Hühnchen gefüllte Teigtaschen. Mmmmmmmh!

Zurück an Bord betrachteten wir das Treiben und gegen 12:30 legten wir fast pünktlich ab.

Wir machten es uns in unseren Hängematten bequem und schauten dem Dschungelufer beim Vorbeigleiten zu.

So schaut es auf dem Deck unter uns aus.

Auf unserem Deck befand sich auch ein Kiosk, der mich am Nachmittag mit einem Hamburger versorgte.

Wir machten noch zwei Stopps und luden Menschen und viel Leergut ein. Das untere Deck wurde immer voller.

Nachdem ich zwischenzeitlich eingeschlafen war, weckte mich Sandra mit dem Hinweis, es gäbe Abendessen. Abendessen jetzt – um 16:30?

Tja, das mit der Zeit ist hier etwas verwirrend. Bis vor zwei Jahren hatte Tabatinga die Uhrzeit von Manaus, also eine Stunde vor der Nachbarstadt Leticia in Kolumbien. Da das für den kleinen Grenzverkehr eher hinderlich war, wurde die Zeit synchronisiert mit der Schwesterstadt, also eine Stunde zurück. Auf unserem Schiff aus Manaus gilt aber wohl die dortige Zeit, also ist es jetzt eine Stunde später. Dies verwirrt nicht nur uns etwas, sondern auch IPhone und Garmin, die munter zwischen den Zeiten hin- und herspringen.

Also gut- Abendessen. Wir holten unsere Plastikboxen und Besteck aus der Kajüte und gingen runter zur Küche. Vor der Küche befand sich eine riesige Warteschlange. Da wir unserer eigenes Geschirr dabei hatten, wurden wir sofort eingelassen und bekamen eine Suppe mit Nudeln, Rindfleisch und Reis. Damit machten wir uns wieder nach oben zu unserem Deck und stellten uns einen Tisch und Stühle an die Reling. Hier saßen wir also und aßen in der heranziehenden Dämmerung vor der Dschungelkulisse unser erstes Abendessen auf dem Amazonas.

Alle waren sehr freundlich, die Frage nach heißem Wasser allerdings wurde wieder zur Geduldsprobe. Mit Spanisch kam ich hier definitiv nicht weiter. Der Verweis auf meine Thermosflasche war die Lösung. Sie würden mir nach der Essensausgabe die Flasche vorbeibringen – mein Abendkaffee war gerettet.

Zwischenzeitlich gönnten wir uns unsere ersten brasilianischen Biere aus niedlichen Dosen (269ml).

Schon lagen wir wieder in den Hängematten und dösten vor uns hin. Zwischenzeitlich unterhielten wir uns mit Joey und Marc. Zum wiederholten Male stellten wir fest, dass sowohl der Begriff Sabbatical als auch das Prozedere außerhalb Europas unbekannt war und einiger Erklärungen bedurfte.

An Deck begann nun das Abendprogramm. Menschen spielten Karten, ein Fernseher vor dem Kiosk zeigte ein Fußballspiel und Mütter kümmerten sich um ihre kleinen Kinder (wovon es eine ganze Reihe gab).

Für uns stellte sich nun die Frage nach dem Schlafplätze. Würden wir in der Hängematte schlafen oder in unsere Kabine gehen? Wir entschlossen uns, in der Hängematte einzuschlafen und – sobald aufgewacht – in die Kabine zu wechseln und diese auszutesten. Wie man an Deck in einer Hängematte schläft, wussten wir schon.

Bald war es auch soweit – wir schliefen ein. Gegen Mitternacht wachten wir auf und gingen in die Kabine…

Tag 163 – Kleiner Grenzverkehr und Vorbereitungen für die Weiterreise

Am Frühstückstisch saßen wir zu viert und alle sprachen deutsch. Auch mal schön. Und das Frühstück bekommt man im Wohnzimmer des Hostelbesitzers Carlos. Der hat uns eine Art Yucacrepe gefüllt mit Rührei und Käse zubereitet. Nach dem Frühstück sind wir dann losgelaufen. Da der Himmel schon ziemlich grau aussieht, nehmen wir mal gleich die Schirme mit. Als erstes ging es ins Zentrum von Leticia zu einer Wechselstube. Wir hatten ja noch peruanische Soles. Die haben wir in brasilianische Reales gewechselt. Übrigens zu einem hervorragenden Kurs. Dann laufen wir nach Tabatinga. Das ist schon in Brasilien.

Wir mussten in Tabatinga noch eine ganze Weile laufen bis wir den Hafen bzw. einen Hafen gefunden haben.

Aber wo sind die großen Boote und wo gibt es die Tickets? Wir laufen noch weiter. Immer wieder gibt es kleine Märkte. Irgendwann fragen wir. Was ja nicht so einfach ist. Denn in Brasilien spricht man kein spanisch sondern portugiesisch. Aber es ging und wir wurden weiter geschickt, da der Hafen, den wir suchen wirklich ganz hinten ist. Dann noch an einem Fußballplatz und einer Baustelle vorbei und endlich sind wir da. Hier ist zum Glück eine Frau, die spanisch spricht. Wir lassen uns alles erklären und reservieren eine Kabine. Dann zeigt sie uns das Schiff. Die Oliveira II läuft morgen 12:00 Uhr aus.

Sieht aus der Ferne komfortabel aus. Aber wir stellen uns darauf ein, dass es sonst an Bord so wie auf dem letzten Schiff ist. Jetzt müssen wir einen Geldautomaten suchen , Geld holen , dann zurück und Tickets kaufen. Wir müssen wieder zurück zur Hauptstraße. Immer wieder regnet es. Dann finden wir endlich die Bank. Doch leider spuckt keiner der Geldautomaten Geld aus. So ein Mist. Das heisst wir müssen zurück nach Leticia, dort kolumbianische Pesos am Geldautomaten ziehen und in der Wechselstube tauschen. Es regnet in Strömen. Zum Glück kommt gerade ein Bus. Den halten wir an. Drüben in Leticia gehen wir zum Geldautomaten und heben 1,3 Millionen kolumbianische Pesos ab. Dann geht es wieder zur Wechselstube, um in brasilianische Reales zu tauschen. Auch hier ist der Kurs besser als der offizielle. Bevor es zurück nach Brasilien geht, essen wir etwas. Dann suchen wir den Bus und fahren wieder rüber, Laufen zum Hafen und kaufen die Tickets. Jetzt wieder zurück nach Leticia. Mittlerweile ist es Nachmittag und wir sind echt durch. Also ab ins Hostel und Pause. Ich schlafe erst einmal.

Später gehen wir noch einmal raus. Erst in ein Café und dann wollen wir hoch auf den Kirchturm. Wir haben gelesen, dass JEDEN Abend zum Sonnenuntergang Zehntausende Papageien aus dem Dschungel nach Leticia kommen. Sie fühlen sich hier sicherer. Das wollen wir uns anschauen. Schon auf dem Weg zum Park und zur Kirche überall Geschnatter. Dann geht es wieder steile Treppen und Leitern durch den Glockenturm bis ganz nach oben.

Und dann sind wir oben.

Dann geht es los. Wirklich Zehntausende kleine grüne Papageien kommen aus dem Dschungel. Es ist ein irres Geräusch, der Himmel verdunkelt sich.

Es ist ein irres Schauspiel und Erlebnis, dass sich nicht in Bildern darstellen lässt. Schwärme von Papageien fliegen in großer Höhe synchron und stürzen dann wie Steine vom Himmel an uns im Turm vorbei in die Bäume. Wir gehen runter in den Park. Hier sehen wir, das alle Bäume komplett voll mit den Papageien sind. Jeder Platz an jedem Ast ist besetzt.

Als es dunkel ist gehen wir. Wir nehmen uns ein TukTuk und fahren ins Hostel. Wir holen uns noch ein Bierchen und setzen uns vor unser Zimmer. Dann kommt Danny aus Deutschland vorbei und wir unterhalten uns lange Zeit.

Morgen geht es dann aufs Boot. Geplant sind 4 Tage und 3 Nächte. So das wir am Samstag in Manaus sind. Morgen früh müssen wir erst hier ausreisen. Dann in Tabatinga zum Flughafen und in Brasilien einreisen. Da es in Brasilien strenge Kontrollen gibt, müssen wir schon 09:00 Uhr am Schiff sein.

Tag 162 – Ankunft in Leticia in Kolumbien

Mit langen Sachen war die Nacht viel angenehmer. In dieser Nacht war viel Bewegung. Unser Deck hat sich ganz schön gefüllt. Kurz nach fünf sind wir aufgewacht und aufgestanden. Wir standen gerade. Daher mussten wir ja schauen, ob wir schon in Santa Rosa unserem Zielhafen sind. Nein, aber kurz davor. Die Jungs sind gerade beim Ausladen der Rinder und Schweine.

Halb sieben waren wir dann am Zielhafen. Hier ist nichts weiter, außer ein Militärschiff. Jetzt sind wir im Dreiländereck. Wir sind noch in Peru. Gegenüber ist Kolumbien und direkt daneben Brasilien. Alles zwei Minuten mit einem Boot entfernt. Wir packen unsere Sachen und dann schauen noch dem bunten Treiben beim ausladen zu.

Ich staune noch wie die Menschen über mehrere Boote balancieren und wenige Minuten später balanciere ich selbst über diese Boote. Uns hat einer angesprochen, ob wir nach Santa Rosa zur Migration müssen…..Jaaa, und schon saßen wir bei ihm im Boot.

Die Fahrt dauert nur drei Minuten. Dann sind wir in Santa Rosa (Peru).

Es ist 07:06 Uhr und die Migrationsstelle macht erst um acht Uhr auf.

Schräg gegenüber sehen wir ein Restaurant. Da gehen wir hin. Plötzlich ein bekanntes ächzen über uns…oh ein Ara.

Das Restaurant hat noch geschlossen und es wird fleißig geputzt. Wir dürfen dennoch rein und etwas bestellen. Wir nehmen zwei Kaffee mit Milch und ein unaussprechliches Gericht. Dann kommen zwei Tassen mit heißer Milch und löslicher Kaffee und zwei große Bälle. Ist so ähnlich wir Kartoffelkloß. Wir suchen und buchen noch ein Hostel. Und dann schauen wir nach gegenüber zur Migration und die Tür ist auf. Also gehen wir hinüber, um unseren Ausreisestempel zu holen. Dann gehen wir wieder zur Bootsanlegestelle und lassen uns rüber nach Leticia nach Kolumbien bringen.

Direkt an der kolumbianischen Migration werden wir abgesetzt. Also holen wir uns gleich den Einreisestempel. Dann laufen wir einige Straßen bis zu einem Bankautomaten. Wir brauchen ja Geld. Hier in Kolumbien hat man viel Geld in der Tasche. Und es sind ungewöhnliche Höhen. Was ich meine ist…. 4000 Kolumbianische Peso sind 1 Euro. Dann schnappen wir uns ein Tuk Tuk und lassen uns zum Hostel bringen. Dort werden wir freundlich begrüßt, bekommen erst einmal ein Glas Wasser und können dann gleich ins Zimmer.

Die klammen Sachen aufhängen und duschen. Dann Berichte nacharbeiten – die Bilder der letzten Berichte sind jetzt online. Am frühen Nachmittag gehen wir und suchen uns ein Lokal. Das erste Lokal in dem wir sitzen, verlassen wir wieder, denn es kommt keiner zum Bedienen. Dann halt doch wieder die Hähnchenbraterei. Danach gehen wir noch einen Kaffee trinken und drehen eine Runde durch den Ort.

Dann sind wir zurück zum Hostel. Morgen gehen wir rüber nach Tabatinga (Brasilien, halbe Stunde Fußweg) und erkundigen uns wann ein Boot nach Manaus fährt.

An unsere Mamas: Alles Liebe zum Muttertag nachträglich. 🥰🎂🎈💕❤️🍷💐