Tag 47 — Was macht man in Coyhaique?

Ja, die Frage haben wir uns gestellt. Und lange recherchiert. Und letztendlich haben wir herausgefunden, dass es einen Naturpark gibt.

Ok — also war der Plan. Wir GEHEN zu diesem Park. Wir haben ja den ganzen Tag Zeit, also laufen wir die 4 Kilometer bis zum Park. Unser Weg führte uns zuerst durch die Stadt — vorbei an einem berühmten Denkmal

Dann ging es erst durch ein Wohngebiet. Dann mussten wir auf der Straße laufen.

Oh nein jetzt müssen wir tatsächlich durch eine Baustelle durch

Wir dachten ja erst die Bauarbeiter würden uns aufhalten oder uns wegschicken — aber nein sie grüßen alle noch freundlich. Mitten in der Baustelle geht unser Weg (Schotterpiste) steil bergauf. Ach ja, übrigens ist es hier richtig warm. So das wir nach ca. 1,5 Stunden gut durchgeschwitzt am Park ankommen.

Eintritt zahlen und los geht es. Ah… der Rundweg ist 10 Kilometer lang…. wir laufen los. Wiesen, Wald und Wald und Wald. Wir beobachten einige Spechte bei ihrer Arbeit. Dann kommt ein Aussichtspunkt von dem aus wir auf die ganze Stadt schauen können.

Zwischendurch gibt es Informationen

Nach gut 1,5 Stunden kommen wir zur grünen Lagune

Hier entscheiden wir das wir den gleichen Weg zurück gehen und nicht weitergehen. Denn weitergehen heisst noch einmal 3- 4 Stunden. Und so spannend und schön ist es hier leider nicht.

Also laufen wir zurück. Dann müssen wir erst die blöde Schotterpiste in der Mittagshitze wieder runter. Plötzlich hält ein Auto neben mir — eine Frau fragt ob wir nach Coyhaique wollen und bietet an uns mitzunehmen. Oh mein Gott die schickt der Himmel. Dankend steigen wir ein. So haben wir uns locker eine Stunde Rückweg gespart.

In der Stadt angekommen gehen wir erst einmal zum Essen und dann ins Hostel.

Am Abend gehen wir noch raus. Am Hauptplatz (Plaza de Armas) sind viele Menschen und eine Band spielt.

Wir lassen den Tag bei einem frisch gezapften Bier ausklingen.

Morgen Abend 20:00 Uhr geht unser Bus nach Puerto Montt. Die Fahrt wird 19 Stunden dauern. Dort sind ja auch Fährfahrten enthalten, also müssen wir hoffentlich nicht 19 Stunden im Bus sitzen. Wir haben uns allerdings kein Zimmer in Puerto Montt gebucht, sonder in Puerto Varas. Das ist 20 Kilometer entfernt von Puerto Montt. Und in Puerto Varas gibt es die bessere Auswahl an Übernachtungen. Puerto Montt sind nur noch sehr, sehr teure Hostels mit schlechten Bewertungen übrig.

Tag 46 — Nur der Frühaufsteher erwischt den Bus

Wir hatten uns ja zu den Abfahrtszeiten der Busse nach Coyhaique erkundigt:

– mündliche Aussage Abfahrt 09:00 Uhr

– Zettel am Kiosk der als Busterminal gilt – Abfahrt 08:45 Uhr

Trotz 46 Tagen Reisen sind wir immer noch überpünktliche Deutsche. Da klar ist, das jeder Bus mindestens vier Stunden Anfahrt hat, ist auch klar, dass niemand sagen kann wann der wirklich kommt. Also war unser Plan: 08:30 Uhr sind wir am Kiosk wo die Busse fahren. Dann können wir auch noch in Ruhe ein Wasser oder son irgendetwas kaufen. Überpünktlich wie wir sind, waren wir 07:45 Uhr da – und da steht ein Bus der schon Rücksäcke einpackt – nichts wie hin – ja der fährt nach Coyhaique. Rucksäcke verstauen, bezahlen, der Fahrer holt noch schnell einen Ersatzreifen und schon geht es los : 08:15 Uhr. Verrückt 😳

Die ersten 3,5 Stunden gab es wieder keine richtige Straße, sondern nur Schotterpiste. Die Landschaft war wieder atemberaubend ( Bilder machten keinen Sinn, wegen der getönten Scheiben).

14:00 Uhr kamen wir in Coyhaique an. Wir haben uns im Busterminal gleich wegen der Weiterfahrt nach Chaitén oder Puerto Montt erkundigt. Ah….am Samstag (heute ist Donnerstag) geht ein Bus bis Puerto Montt. Der wird zwar 19 Stunden brauchen, ist aber auch mit Fähre. Leider kann man nicht mit Karte zahlen, sondern nur bar. So viel Bargeld haben wir nicht mehr. Also gehen wir erst zum Hostel. Das zu finden ist nicht ganz leicht. Wir sind in einer super eleganten Gegend. Nachdem wir die Straße wieder auf und ab laufen kommt ein Mann und zeigt uns in welchem Haus das Hostel ist – es gibt kein Schild.

An der Tür werden wir von einer Dogge empfangen und drinnen liegt eine superschöne Katze. Ja hier gefällt es mir. Allerdings stellt sich heraus, wir können hier nicht bleiben. Eine Dame gibt uns das Telefon in die Hand, am anderen Ende ist die Besitzerin die erklärt das es seit 1 Woche ein Problem mit der Toilette unseres Zimmers gibt, sie dachte eigentlich es wird repariert und so weiter …… Ok wir haben also kein Zimmer mehr. Die Dame sucht uns ein Zimmer und wird in ca. 20 Minuten dort sein und uns abholen.

In der Zwischenzeit suchen wir einen Geldautomaten – holen Geld – kaufen die Bustickets für Samstag – und gehen wieder zurück zum Hostel. Dort wartet schon die Besitzerin- zum Glück mit ihrem Auto- wir holen die großen Rucksäcke und werden zum anderen Hostel gefahren. Es ist 16:00 Uhr mittlerweile.

Sachen abstellen und ab in das Zentrum – HUNGER. Wir finden ein nettes patagonisches Lokal und bestellen eine typische patagonische Platte

Dann schauen wir uns noch das Zentrum an.

Die riesige Fahne zieht uns an, da laufen wir hin

Dann kaufen wir noch unser Frühstück im Supermarkt und gehen ins Hostel.

Tag 45 – Die Marmorhöhlen von Puerto Rio Tranquilo

06:00 Uhr sind wir das erste mal aufgewacht – oh super das Wetter passt. Der Wind hat sich gelegt, es ist noch bewölkt und die Sonne zeigt sich. Aufstehen ist echt eine Qual – es ist soooo kalt. Nachts schlafen wir mit drei Decken. Und morgens beim Aufstehen erfrierste fast. Und im Badezimmer hat es gefühlt Minusgrade – aber dadurch sind wir schnell. Schnell duschen, anziehen und einen heißen Kaffee mit lecker Frühstück.

Kurz nach acht Uhr sind wir zum Strand. Wir haben uns gleich schön dick und warm angezogen. Denn bei Stunden auf dem Wasser wird es ganz schön frisch und bestimmt auch nass. Gleich bei der ersten belebten Bude haben wir gesagt, dass wir die komplette Marmorhöhlen – Tour machen wollen – und siehe da ihm fehlen genau 2 Leute – perfekt. 10:00 geht es los. Wir bleiben gleich am See. So ruhig haben wir das Wasser hier noch nie erlebt.

Kurz vor zehn gehen wir wieder zu der Bude, bei der wir gebucht haben und dann gehts auch schon los. Wir müssen noch ca. zehn Minuten laufen um in das Boot einzusteigen. Schwimmwesten anziehen und los gehts.

Und dann kommt der erste Halt an einem Schiffswrack:

Wie bitte; habe ich das richtig verstanden, wir sollen aussteigen und auf das Wrack gehen – Christian ist begeistert…ich eher weniger – das alte rostige schiefe Ding..

Das rote ist unser Boot

Und dann geht es weiter. Wir sehen die ersten Höhlen – fahren aber noch nicht rein. Die Landschaft und der See sind einzigartig und wunderschön.

Und dann fahren wir in die Höhlen – schaut euch das an – das ist reine Natur

Wir waren nicht nur in einer Höhle. Und ich schwöre die Fotos sind nicht bearbeitet. Auch von außen war alles echt beeindruckend.

Am Nachmittag sind wir noch auf der Carratera Austral spazieren gegangenen. Dabei haben wir die Torero Arena (Stierkampf) entdeckt.

Die lange Anfahrt lohnt sich definitiv. Morgen fahren wir weiter. Wann genau wissen wir nicht. Wenn alles gut geht, kommt 0845 Uhr ein Bus nach Coyhaique. Den brauchen wir. Dafür haben wir auch unser Bargeld aufgehoben. Tickets gibt es nicht. Bezahlt wird beim Fahrer. Tja und wenn mehr mit wollen als der Bus Plätze hat??? Das werden wir dann morgen sehen. Wir haben zumindest heute schon mal ein Zimmer in Coyhaique gebucht. Dann können wir in Ruhe schauen wie wir weiter nach Chaiten kommen. Und die Fahrt morgen wird ja mindestens genauso ruppelig wie die Hinfahrt.

Tag 44 – Warten auf gutes Wetter und die Entdeckung des Internets

Wir haben wunderbar geschlafen und sind heute erholt aufgewacht. Aber wir mussten uns nicht beeilen, denn es regnete, der Wind war zu stark – und da war uns gleich klar; das wird heute nicht mit dem Bootsausflug zu den Marmorhöhlen. Also haben wir uns gleich noch einmal umgedreht. Einkaufen waren wir ja gestern noch, es fehlten nur noch frische Semmeln oder Brot – das war gestern überall aus. Christian hat sich erbarmt und ist raus in den Sturm und Regen um nach Brot zu suchen. Er war wieder überall und fand eine kleine Bäckerei die schon offen hatte. Scheinen echte Langschläfer zu sein hier.

Dann haben wir toll in unserer kleinen Hütte gefrühstückt – so toll wie schon ganz lange nicht. Mit Käse, Tomaten und Streichwurst…soooo lecker. Der Regen hat aufgehört, also starten wir einen Rundgang durch den Ort.

Zuerst ging es an den See. Wir wollten uns erkundigen über die Touren und Preise. Wir wissen natürlich schon was wir wollen – wir wollen die große Tour mit allen Höhlen. Die dauert ca. 3 – 4 Stunden. Diese Tour findet mit einem kleinem Boot statt mit sechs Leuten. Also reservieren wir und lassen uns in ein Buch einschreiben. Wir sagen wir kommen heute Abend wieder, um zu fragen ob die sechs Leute zusammengekommen sind und wann die Tour startet. Wir haben in anderen Reiseberichten gelesen, dass man so früh wie möglich starten soll – so gegen 08:00 Uhr – dann ist das Licht am Besten und der Wasserstand am Niedrigsten. So können die Boote in die Höhlen hineinfahren.

Wir sehen zwar Boote fahren, aber bei dem Wellengang macht das keinen Spaß. Und wie gesagt, dann kommt man nicht in die Höhlen Wir sind froh, dass wir unsere Hütte gleich für 3 Nächte gebucht haben.

Wir gehen weiter durch den Ort:

Nach kurzer Zeit waren wir in jeder Straße – Jaaa so klein ist der Ort. Wir holen noch einige Sachen aus dem Supermarkt und gehen wir in unser kleines Häuschen. Unsere Vermieterin bietet uns wieder an ein Feuer in unserem kleinen Ofen anzuzünden. Wir lehnen dankend ab. Gestern bei der Ankunft sagte sie uns auch gleich, wenn wir Feuer machen wollen – einfach Bescheid sagen. Gestern war es hier irre heiß, weil es windstill war. Da dachten wir uns noch – HALLO was sollen wir bei der Hitze mit Feuer. Gut nach einer Stunde in unserer Hütte, gehe ich rüber zur Vermieterin und bitte darum Feuer zu machen – es ist kalt – ja das ist Patagonien.

Dann heizen wir so richtig schön ein. Ah wir haben ja auch ein Radio. Heben es hoch und siehe da ein Zettel – wie WIFI Passwort? – Oh krass wir haben Internet – unglaublich.

Später kochen wir uns dann unser lecker Essen und öffnen unseren Rotwein. Echt schön gemütlich hier.

Am Abend gehen wir wieder zum See, und wollen fragen:

– Sind die 6 Leute für die große Tour zusammen gekommen?

– Wann starten wir morgen früh

Tja, leider ist die Dame bei wir reserviert haben nicht mehr da. Der andere Neue versteht uns nicht bzw. Versteht er nicht das wir schon in seinem Buch stehen. Also wollen wir es ihm zeigen – oh – unsere Namen sind durchgestrichen. Wir ziehen frustriert ab.

OK, dann Plan B. Wir gehen einfach morgen früh kurz nach 08:00 Uhr zum Strand und sagen wir wollen jetzt die große Tour machen. Hoffentlich passt das Wetter morgen

Tag 43 — Nach 22 Stunden endlich am Ziel Puerto Rio Tranquilo

Unser Bus startete gestern mit leichter Verspätung 22:10 Uhr. Es gab am Anfang ein kleines Problem mit Christians Sitz. Er konnte ihn zwar nach hinten machen, allerdings konnte er den Sitz nicht einrasten Mhhh… blöd für eine Nachtfahrt. Aber der Busfahrer hat schnell repariert. Es gab noch eine Minikleinigkeit zu essen und ein Becher Wasser. Und schon gingen die Lichter aus. Wir machten es uns gemütlich in den breiten Sitzen und schliefen bis heute morgen.

08:30 Uhr waren wir am ersten Ziel Los Antiguos. Jetzt hieß es schnell sein. Christian ging in das Bus — Terminal um die Weiterfahrt zu organisieren und ich kümmerte mich um das Gepäck. Er konnte direkt Tickets für die Weiterfahrt (Grenzübergang nach Chile) kaufen. 12:00 Uhr soll es mit dem nächsten Bus weitergehen. Bevor wir ans Frühstücken denken konnten haben wir die Papiere für die Einreise nach Chile ausgefüllt. Im Busbahnhof gab es gar nichts zu kaufen. Wir bekamen den Tipp, dass es einige Minuten entfernt eine Panaderia (Bäckerei) gibt. Christian lief dort hin und ich passte wieder aufs Gepäck auf. Leider gab es nur Süßes, wir aßen jeder zwei Teile und sind dann noch Richtung Zentrum um ein Café zu suchen. Viel Zeit hatten wir nicht mehr. Aber zum Glück waren wir nach 10 Minuten im Café. Schnell frühstücken und wieder zurück zum Busbahnhof. Und pünktlich 12:00 Uhr ging es los. Der Bus war nur noch ein kleiner Bus . Wir waren 16 Fahrgäste. Letztendlich sind wir keine 10 Minuten mit dem Bus gefahren. So nah waren wir schon an der Grenze. Die Grenzüberschreitung hat ca. 50 Minuten gedauert. Dann waren wir in Chile in Chile Chico. Gleiches Spiel — ich Gepäckbeauftragte und Christian Organisation Weiterfahrt — wunderbar er kommt wieder mit Tickets. In 20 Minuten geht es weiter. Jetzt sind wir nur noch zu 6. Leider ist die Fahrt fast ausschließlich auf Schotterpiste und das für 5 Stunden. Dafür entschädigte die Landschaft. Wir haben quasi den zweitgrößten See Südamerikas — Lago General Carrera — fast umrundet. Die Landschaft und Aussichten sind wunderschön.

17:30 Uhr sind wir dann endlich in unserem Zielort — Puerto Rio Tranquilo. Tja wir haben ja noch keine Übernachtung. Also bleibe ich mit dem Gepäck stehen und Christian läuft den Ort ab. Nach einer Stunde ist er wieder da, aber noch nicht glücklich mit dem Ergebnis. Er war quasi in jedem Haus — alles voll. Dann hat ihn die Tourist Information weitergeholfen, allerdings ist die Unterkunft ziemlich teuer und ziemlich außerhalb. Also gehen wir gemeinsam mit dem Gepäck noch einmal zur Tourist Information. Die Dame empfiehlt uns noch eine andere Adresse — hier haben wir Glück. Ein kleines Zimmer mit Küche und Bad.

Wir sind soooo fertig und hungrig. Und es ist hier irre heiß. Also laufen wir gleich wieder los — essen und dann noch ab in den Supermarkt.

Und dann ins Bett.

Übrigens gibt es hier weder Internet noch einen Bankautomaten. Wenigstens kann man in einigen Läden mit Kreditkarte zahlen.

Tag 42 – Condor Beobachtung

Heute müssen wir auschecken, denn heute Abend geht unser Nachtbus. Also packen wir nach dem Frühstück unsere Rucksäcke. Die großen Rucksäcke lassen wir im Hostel. Wir machen am Vormittag noch eine kleine Wanderung zum Mirador de los Condores (Aussichtspunkt für Condore). Und natürlich sehen wir heute wieder das herrliche Bergpanorama.

Oben angekommen haben wir einen tollen Blick auf Cerro Torre und Fitz Roy

…und auf El Chalten

Und dann kommt auch schon der erste Condor

Vier Stück können wir beobachten. Wir packen unser Sandwich aus und machen Brotzeit. Dann gehen wir weiter zum Mirador de las Aguilas

Dann gehen wir wieder runter und genießen das schöne Wetter und die Aussicht mit der irren Wolkenformation

Gegen 14:00 Uhr sind wir wieder im Ort. Dann klappern wir alle Lokale ab auf der Suche nach Mittagessen. Wir entscheiden uns für Burger. Dann gibt es Eis und Kaffee

Jetzt ist es bei uns !9:20 Uhr. Wir sitzen im Hostel. Denn hier gibt es Internet. 21:30 Uhr geht unser Nachtbus nach Los Antigous. Dort kommen wir morgen früh gegen 09:30 Uhr an – wenn alles gut geht. So dann müssen/wollen wir sofort weiter über die Grenze nach Chile.

Unser vorläufiges Ziel ist Puerto Rio Tranquilo (sie Bericht Tag 39, dort hat Christian die komplizierte Anfahrt beschrieben). Wir wollen dort hin, weil es dort Marmorhöhlen gibt. Die sind einzigartig auf der Welt, sind mitten auf einem See, sehen künstlich aus, sind aber reine Natur. Eine Übernachtung haben wir nicht. Die kann man für diesen Ort nicht im Internet buchen.

Also wie gehabt – wir wissen nicht wann wir wieder Internet haben. Sobald etwas geht, melden wir uns.

Tag 41 – Entspannungs – und Planungstag

Gestern Abend konnten wir uns schon nicht entscheiden, ob wir morgen noch eine Tour machen oder lieber entspannen. Vielleicht haben wir ja auch insgeheim gehofft, dass uns das Wetter die Entscheidung abnimmt und es regnet :-). Aber nein – heute morgen war es zwar bewölkt, die Sonne strahlte aber wieder mit allen Kräften. Wir schauten uns an und entschlossen uns dennoch für – keine Tour. Denn die einzige noch machbare Tour hat 1000 Höhenmeter……das ist nach den 18 Kilometer (bzw. Christian 22) sind die 1000 Höhenmeter doch etwas zu viel.

Also frühstücken wir ganz in Ruhe. Lernen mal wieder einige Spanisch – Lektionen und drehen dann eine ausgiebige Runde durch den Ort. Wir suchen heute normale Gesichtscreme und Briefmarken. Wir klappern jeden Laden ab – keine Creme und keine Briefmarken. Dort wo angeblich die Post sein soll – ist nix. Im laden erklärt uns dann ein netter Mann – es gibt keine Briefmarken und Post geht hier auch nicht raus. Der Ort liegt halt weit weg vom Schuss und da kommt niemand. Ok Omi, dann wird das nix mit der Postkarte von hier. Zwischendurch entdecken wir noch die Dorfkirche

So dann packt uns der Mittagshunger und wir gehen essen.

Den Nachmittag verbringen mit Planung, Recherche und lesen anderer Reiseberichte. Dann gönnen wir uns noch EIN Stück Kuchen und Cappuccino

Und dann gehen wir in den einen Supermarkt der heute Vormittag nicht offen hatte und siehe da er hat Nivea – Creme. Eine kleine Schachtel 5 Euro. Aber es nützt nichts – wir kaufen. Die Sonne und der ständige Wind setzen der Haut zu.

Dann sitzen wir wieder im Aufenthaltsraum im Hostel und recherchieren weiter. Und jetzt gehen wir noch einen Wein.

Tag 40 – Nur der Frühaufsteher sieht den Cerro Torre

Heute Nacht wurden wir von irgendwelchen Betrunkenen geweckt. So ist das halt in einem kleinen Ort. Da kriegste alles mit. Außerdem fegte heute Nacht ein ganz schön heftiger Wind durch die Straßen. Heute morgen war dann aber alles vorbei und wir hatten super Wetter. 07:00 Uhr aufstehen – Duschen – frühstücken – Sandwich und Wasser kaufen und los geht`s. Unser Ziel ist ja heute die Laguna Torre.

Am Einstieg der Tour

Und nach kurzer Zeit sind wir am ersten Aussichtspunkt. Der Cerro Torre noch in einer Wolke

Und eine Minute später ist er dann zu sehen

Ach ja: ich gehe heute nicht mit meinen Bergschuhen los. Meine Knöchel sind an beiden Seiten etwas geschwollen, ebenso dort wo quasi die Bergschuhe enden. Ich ziehe meine Scarpa an. Die haben ja auch eine super Sohle.

Von nun an haben wir das tolle Bergmassiv immer vor uns und im Blick. Einfach nur schön

Und nach 3 Stunden, 9 Kilometer und 350 Höhenmeter sind wir an der Laguna Torre

Christian geht noch 2 Kilometer und einige Höhenmeter weiter zum nächsten Aussichtspunkt

Ich warte so lange an der Laguna. Dann machen wir uns auf den Rückweg.

Schon an der Lagune kam ein heftiger Wind auf. So das kurze Zeit später alles in Wolken gehüllt war

Tja alles richtig gemacht, würde ich mal sagen. Wir sind nach dieser Tour nicht halb so fertig wie vorgestern. Obwohl diese Tour technisch gesehen 2-3 schwierige Stellen hatte. 16:00 Uhr sind wir zurück im Ort. Wir gehen gleich in einen „Biergarten “ und zischen ein kühles Bier. Dann ab in den Supermarkt, duschen und Essen kochen.

Herrlich

Tag 39 – Kräfte sammeln für den Cerro Torre-Trail

Autor: Christian

… das war der Plan. Aaaaaaarghhhh – 4:50. Was ist das? Durch die Schallschutzfenster dröhnen Trompete und Gitarre. Ist es ein Feiertag? Ist es eine Flaggenparade? Nein, es sind zwei Musikanten (betrunken?) auf dem Fahnenplatz.

Na super, Durchschlafen ist damit erledigt. Nach kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und wir horchen wieder an den Matratzen. Die Dusche gegen 8:30 war sehr unterschiedlich. Ich als erster konnte einigermaßen problemlos duschen, bei Sandra war es dann vorbei mit dem Wasserdruck. Wegen der vielen Neubauten für den wachsenden Tourismus fehlt gerade in der Höchstsaison der Wasserdruck. Auch Sandra hat es dann geschafft und um 9:00 konnten wir zum Frühstücken in eines unserer Lieblingscafes gehen. Zur Abwechslung gab es heute Toast für Sandra und Müsli für mich zum obligatorischen Café von Leche.

Auf der Couch konnten wir durch das Fenster den heute wieder vorhandenen patagonischen Wind beobachten. Gut, dass wir unsere Tour gestern gemacht haben. Bei starkem Wind wird gerade für das letzte Stück dringend abgeraten. Alles richtig gemacht!

Was stand heute an? Bustickets nach Los Antiguos, Supermarkt checken und evtl. selber kochen, Wäsche waschen, Fotos für Blog hochladen, Beine entspannen, der Parkverwaltung die Sichtung des Humuels (Kleinhirsch) melden.

Punkt 1: Am Busbahnhof war wieder viel Betrieb. Eine Entscheidung hatten wir schon getroffen: Die Fahrtzeit von 8-13 Stunden (je nach Informationsquelle) wollten wir nicht liegend in einem Bussitz verbringen (Semi-Cama) sondern lieber in einem Fast-Bett (Cama). Dabei handelt es sich um einen Bussitz, der zu einem Bett mit Vorhang (also Miniabteil) umgeklappt werden kann. Den Preisunterschied von 46€ zu 59€ pro Sitz nahmen wir gerne in Kauf.

Unser nächstes Ziel von Sonntag auf Montag ist Puerto Tranquilo in Chile.

Exkurs: Nord-Süd (hier: Süd-Nord-Verbindungen) in Argentinien und Chile

In den beiden Ländern, die durch die Anden getrennt werden, ist der Straßenbau nicht so einfach. Es gibt zwei große Straßen, die die Länder von Nord nach Süd durchqueren. In Argentinien gibt es im Westen an der Grenze zu Chile die berühmte Ruta Nacional 40, die mit 5301km die längste Nationalstraße Argentinies und gleichzeitig eine der längsten Fernstraßen der Welt und neben der Panamericana auch die bekannteste ist.

In Chile existiert als Fernstraße durch den Großen Süden die Nationalstraße 7, auch bekannt als Carretera Austral. Sie ist 1300km lang und besonders bei Motorradfahrern sehr beliebt. Aufgrund der Fjorde ist sie teilweise durch Fährverbindungen unterbrochen, im Süden endet sie im Örtchen Villa O’Higgins. Durch das patagonische Eisfeld und das bergige Terrain ist es fraglich, ob das fehlende Teilstück nach bis Puerto Natales jemals gebaut werden kann.

Das nächste Stück der Reise hinter Los Antiguos wird also auf der legendären Carretera Austral stattfinden. Dazu müssen wir von Los Antiguos (Argentinien) via Taxi/Bus in das chilenische Chile Chico (10km). Da sich Argentinien und Chile bezgl. ihrer Grenze nicht immer einig sind, wechseln je nach politischer Wetterlage auch die Möglichkeiten des Grenzübertritts von regelmäßigem Busverkehr bis hin zu Trampen oder zu Fuß. Das allwissende Internet stößt hier leider an seine Grenzen.

Ebenso schlecht dokumentiert ist die Weiterfahrt nach Puerto Rio Tranquilo, ein kleiner Ort am See General Carrera, sodass wir ab Los Antiguos etwas improvisieren werden, was Transport und Unterkunft anbelangt.

Der Supermarkt war heute gut gefüllt, wir versorgten uns mit Spaghetti, Soße und Malbec.

Die Meldung der Humuel-Sichtung bei der Parkverwaltung war schnell erledigt.

Da im Aufenthaltsraum etwas WLAN vorhanden ist, sind jetzt auch die Bilder aktuell.

Gekocht wurde heute im Hostel, wo nach dem Essen auch dieser Bericht entstand. Damit ist es gut für heute, hasta luego chicos!

Tag 38 – Fitz Roy Trecking

Heute ist mein großer Tag — meine erste richtige Tour steht an. Wir wollen die Fitz Roy — Wanderung machen. Also „nur “ zu den Aussichtspunkten. Der Fitz Roy ist ein Kletterberg. Und mit den Cerro Torres sind diese Kletterberge für Kletterer das, was die 7 — 8000er für Bergsteiger sind. Aber wegen den schnell wechselndem Wetter und den patagonischen Winden bis zu 120 km/h, ist die Besteigung extrem schwierig.

Aber bezüglich des Wetters haben wir mehr als Glück. Strahlend blauer Himmel schon 06:30 Uhr und wirklich keine einzige Wolke am Himmel.

Kurz nach sieben verlassen wir mit dem gesamten Gepäck unsere Hütte. So ein Mist, es ist Niemand an der Rezeption. Wir klingeln und klopfen nix. Dann legen wir den Schlüssel einfach in die Hütte und verschwinden. Bezahlt haben wir schließlich schon. Wir gehen in ein nahe gelegenes Café zum Frühstück. Dann noch schnell beim Bäcker ein Sandwich und Wasser gekauft und ab in das neue Hostel. Schnell anmelden — großen Rucksack an der Rezeption abstellen und auf geht es.

Mit meinen Schuhen geht es heute deutlich besser. Dann sind wir am Startpunkt und schon geht es leicht Bergauf.

Es klappt alles super und ich komme in den Flow. Das Wetter ist noch immer atemberaubend. Dann haben wir an verschiedenen Punkten die allerbeste Sicht. Unglaublich.

Ganz ehrlich: so ein Wetter gibt es hier ungefähr einmal im Jahr. Bis zum letzten Aussichtspunkt sind es noch einmal 400 steile Höhenmeter. Hier passe ich. Schließlich will ich auch wieder runter kommen. Und das heisst 10 Kilometer wieder zurück und 400 Höhenmeter runter. Also gehe ich bis zum letzen steilen Stück mit und dann such ich mir ein schönes Plätzchen mit der besten Aussicht und warte bis Christian zurück ist.

Die Aussicht von meinem Warteplatz

Hier die Bilder von Christian vom obersten Aussichtspunkt

Gegen zwei Uhr kommt Christian wieder. Da steht plötzlich ein Humuele vor uns

Er bekommt erst einmal das Sandwich 😃 und dann machen wir uns auf den Rückweg.

Die Sonne brennt gnadenlos und die Beine brennen. Laufen, laufen einfach laufen. Übrigens gibt es hier oben tausende von schwarzen Raupen. Die kleben an einem und krallen sich richtig fest— das zwickt dann — eckelhaft.

Der Rückweg zieht sich in der Hitze wie Kaugummi. Und irgendwann haben wir es dann endlich geschafft. Ich bin völlig fertig ( so wie jeder) und super glücklich und stolz. Wir müssen erst noch durch den ganzen Ort bis zu unserem Hostel laufen. Dort können wir in unser Zimmer.

Blick aus dem Fenster

Oh nein beim ausziehen entdecke ich noch so eine eckige fette Raupe auf meiner Hose. Wir durchsuchen uns und die Klamotten jetzt ganz genau. Hoffentlich haben wir nicht noch mehr mitgeschleppt.

Erst einmal duschen…..und dann essen…..und dann ist alles nur noch halb so schlimm. Morgen lassen wir es ruhiger angehen …. na ja so der Plan.