Tag 34 – Zurück in Argentinien

Heute ging es wieder einmal früh los, d.h. 6:00 aufstehen, 6:30 Frühstück, 7:00 Taxi, 7:30 Busabfahrt nach El Calafate.

Das frühe Frühstück im El Rincón war kein Problem. Das Bestellen des Taxis ebenfalls kaum. Nur kurz wurden unsere Nerven strapaziert, da die Morgenschicht südamerikanisches Zeitempfinden an den Tag legte, d.h. sich für das Bestellen ziemlich Zeit ließ. Das ist normalerweise kein Problem, allerdings halten sich die Busfahrer sehr an ihre Abfahrtszeiten. Aber dann war doch alles im Plan, 7:15 waren wir am belebten Busbahnhof. Kleines Drama beim Einsteigen: Dem Pärchen vor uns wurde klargemacht, dass ihr Ticket von gestern war und der Bus ausgebucht wäre. Ok, wir stiegen ein und es ging los. 45 Minuten später waren wir auch schon an der Grenze zu Argentinien. Die Koordination durch einen stummen Busbegleiter war etwas holpriger als gewohnt, aber auch so kamen wir durch. Eine kurze Verzögerung gab es, da einige unerfahrene 😉 Reisende ein wichtiges Dokument verloren hatten. Sieht aus wie ein Kassenbon, wird aber bei der Einreise nach Chile mit dem Stempel ausgestellt und MUSS bei der Ausreise abgegeben werden. Nach einer kurzen Belehrung für die Betroffenen durch die Grenzpolizei konnten dann aber alle mit.

Die Ausreise benötigte insgesamt eine Stunde – hier ist Hochsaison!

Nach weiteren 10 Minuten Piste durch das Niemandsland kamen wir an ein argentinisches Grenzhäuschen. Alle raus, anstellen, einreisen, weiterfahren.

Unterwegs sahen wir zwischen den Nickerchen immer wieder Nandus, Schafe, Rinder, Guanacos und Flamingos.

Ein großes Rätsel bleibt noch, warum wir nicht die kurze Strecke über die Nationalstraße 40 genommen haben, sondern einen 100km-Umweg über die Rutas 7 & 5. Vermutlich hat es etwas mit dem Lokal zu tun, das in der Mitte der Strecke von der Schwiegermutter des Busfahres betrieben wird 😁.

Um 14:00 kamen wir am Busbahnhof in El Calafate an und mit dem Taxi 10 Minuten später in der Stadt im Calafate Hostel.

El Calafate ist Hauptstadt des Departemento Lago Argentino und Zentrum des Tourismus für den Nationalpark Las Glaciares mit dem bekannten Gletscher Perito Moreno am Fuß der Anden.

Der Empfang im Hostal war eher professionell kühl – man ist hier einer unter Tausend. Da ab der nächsten Etappe Geldautomaten knapp werden und häufig leer sind, gilt es hier, Bargeld zu horten. Das Ärgerliche: Es gibt bankenübergreifend ein knappes Limit bei der Auszahlung, das m.E. aus der Zeit vor den letzten fünf Wirtschaftskrisen stammt und seitdem nicht angepasst wurde. Angepasst wurden aber durchaus die Bankgebühren für die Auszahlung. Das führt zur absurden Situation, dass bei einem Maximalbetrag von 4.600 Pesos (108€) fixe Gebühren von 229 bis 330 Pesos anfallen, also mind. 5%. Der Maximalbetrag wurde von uns in vier verschiedenen Banken empirisch ermittelt, d.h. : Ausprobieren. Angefangen bei 12.000 Pesos ging es in 1.000er Schritten runter, also etwa 25 mal „límite excedido“ (Limit überschritten). Das Gute an der Sache: Man kann das Prozedere beliebig oft wiederholen, sodass wir uns schon 13.000 Pesos sichern konnten.

Für den 8. haben wir schon den Bus für El Chalten gebucht, auch den Gletscher Perito Moreno haben wir für morgen im Hostel gebucht. Die 8:00-Tour war leider schon ausgebucht. Da wir aber für morgen das beste Wetter erwarten, haben wir uns für die Nachmittagstour entschieden. Unklar ist noch, ob ein Boot fährt. Da für uns aber das Beobachten des Gletschers im Fokus steht und wir die Bootsfahrt auch schon gemacht haben (2014 und – ich – auch noch 2010), ist das nicht weiter tragisch.

Danach waren wir ziemlich erschöpft und ausgehungert, es gab gleich mal zwei schöne Milanés (Schnitzel mit Beilagen und überbacken). Das schlechte Gewissen trieb uns dann gegen 19:00 zur Lagune am Lago Argentina. Jetzt sitzen wir im Lokal im Hostel (nennt sich Plüschow Resto nach einem deutschen Kampfpiloten des WW I, der hier seine Liebe fand) und trinken zum Ausklang noch ein/zwei Gäschen eine leckeren Malbec. Hasta luego, chicos!

Unser Hostel

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Calafate

Überall Lavendel

Auf der Suche nach den Flamingos