Tag 152 – Museum & Planung in El Coca

Heute Nacht gab es wieder ein richtiges Tropengewitter mit Wolkenbruch und Blitz und Donner. Kein Wunder, dass es hier so viele Flüsse gibt – irgendwohin muss das Wasser von der Straße.

In El Coca haben wir kein Frühstück im Hotel also gingen wir einen Block weiter in ein Café und frühstückten a la carte.

So gestärkt mit gutem Cappuccino, Schinken-Käse-Toast und Saft ging es zurück ins Hotel. Hier war jetzt mal Planung angesagt. Der Weg an die Ostküste Brasilien nach Belem mit Boot(en) ist zwar durchaus bekannt unter Reisenden, allerdings sind Schiffe und Organisation nicht für die Touristen gemacht sondern für die Einheimischen. Daher machen wir uns auf einige Überraschungen gefasst. Spontanität will aber gut geplant sein, daher haben wir uns nach tagelangen Recherchen im Internet (wenige alte Berichte) einiges zusammengeschrieben:

Der einfachste Teil ist die Tour, die uns ab morgen innerhalb von drei Tagen nach Cabo Pantoja in Peru bringt. Dazu fahren wir den Napo River drei Tage nach Nuevo Rocafuerte, dem ecuadorianischen Grenzort. Dort holen wir auf der Polizeistation unsere Ausreisestempel ab. Mit einem kleinen Boot setzen wir dann über nach Cabo Pantoja, dem Grenzort in Peru (zwei Stunden). Dort wollen wir unsere Einreisestempel abholen. Da das nächste Boot Richtung Iquitos allerdings erst am Mittwoch geht, werden wir dort zwei Nächte verbringen müssen. Der Ort besteht aus einer peruanischen Kaserne. Intensive Recherchen in üblichen Hotelplattformen haben kein Ergebnis geliefert, sodass wir uns erst dort eine Bleibe suchen müssen.

Wenn am Mittwoch das Boot Richtung Iquitos geht, werden wir frühmorgens abdampfen. Nach Zweidrittel der Strecke soll es eine inkludierte Übernachtung in Santa Coltilde geben. Auch über diesen Ort ist nicht viel bekannt.

Am nächsten Tag wollen wir dann in Manzan ankommen. Der Dampfer fährt nämlich nicht bis Iquitos, sonder endet an der Stelle, wo der Napo River (als Zufluss) und der Amazonas sich am nächsten kommen. Um die Größe Schleife nicht ausfahren zu müssen, endet das Schiff dort und man fährt wohl mit einem Taxi an das andere Ende der Stadt, wo man ein weiteres Boot nach Iquitos nimmt (1-2 Stunden).

In Iquitos wollen wir uns dann etwas erholen. Iquitos ist mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt im tropischen Regenwald von Peru und die größte Stadt, die nicht über eine Straße zu erreichen ist (ausschließlich Flugzeug oder Schiff).

Wann es weitergeht, hängt von den Fahrplänen der Schiffe ab. Aktuellster Stand ist der, dass außer Sonntag und Montag jeden Tag ein Boot ins Dreiländereck Peru/Kolumbien/Brasilien geht. Die Fahrtzeit dieses Schnellboots beträgt ungefähr 9 Stunden.

Im Dreiländereck gibt es einen kleinen Grenzverkehr, daher wollen wir in Santa Rosa/Peru ankommen, in Leticia/Kolumbien übernachten und von Tabatinga/Brasilien aus weiterfahren nach Manaus. Das soll etwa 3-4 Tage dauern. Nach hoffentlich kurzem Aufenthalt in Manaus geht es dan weiter an die brasilianische Küste nach Belem ( weitere 3-4 Tage).

Das war jetzt mal der grobe Plan. Sollten wir unterwegs den Hängematten/Toiletten-Koller bekommen, gibt es von Tabatinga, Manaus oder auch Santarem Flüge nach Belem, um das Ganze etwas abzukürzen – mal schaun. immerhin ist die Strecke auf dem Amzonas von Iquitos nach Belem 4175 km lang.

Nach soviel Planung im Hotel war es an der Zeit, rauszugehen. Darüber hinaus war es Mittagszeit. Wir gingen wieder zu unserem Meeresfrüchtelokal und im Anschluss ins Museum MACCO.

MACCO steht für Museo Archeologico Centro Cultural Orellana, also archäologisches Museum und kulturelles Zentrum von Orellana.

Das Museum zeigt Fundstücke aus der Zeit der hiesigen Ureinwohner Omaguas von 1100 bis 1500 A.D. Neben den Erklärungen zur Lebensweise und Kultur der Omaguas ist es vor allem die feine Keramik, die beeindruckt. Auch das Museum an sich ist ein architektonisches Schmuckstück in der Umgebung.

Nach der Kultur ging es über den Friseur und den Supermarkt zurück ins Hotel. Hier gilt es nun, für die bevorstehenden vermutlich eher feuchten Tage das Gepäck mit Müllbeuteln wasserfest zu machen. Morgen früh um 7:30 geht es zum ersten Boot in den Yasuni Nationalpark, wo wir wir auf unseren Guide treffen werden wollen.

Da es im Regenwald sicher kein Internet gibt, werdet ihr die nächsten Tage nichts von uns lesen.