Tag 158 – Vorbereitungen in Iquitos

Heute hatten wir uns vorgenommen, die Stadt weiter zu besichtigen, evtl. nach einer Tour für Morgen Ausschau zu halten, die Abfahrt des Schiffes zu klären und Hängematten und Zubehör zu organisieren. Dazu zählt neben Stricken für die Hängematten auch Besteck und Geschirr.

Dazu gingen wir nach dem Frühstück in Richtung der Häfen, die sich hinter den Häusern den Fluss entlangziehen. Auch der Marinehafen liegt dort, die Infotafel zeigte uns um 11:21 eine Temperatur von 31,3 Grad an.

Nach einer Stunde Spaziergang erreichten wir auch einen Hafen. Dort wurden wir allerdings weitergeschickt zum nächsten.

Als wir kurz darauf dort ankamen, sprach ich einen vor der Einfahrt sitzenden Mann an. Die Informationen der Touristinfo waren nicht ganz eindeutig, aber er konnte damit etwas anfangen. Kurzerhand nahm er mich an der Hand und wir liefen wieder zurück zu dem Hafen, von dem wir gerade kamen. Allerdings lief er mit uns durch die Blechhalle, die den Eingangsbereich markierte direkt zum Ufer. Und da lagen sie: Die Amazonasdampfer.

Unsere Gran Loretana legte gerade an. Ich gab unserem „Guide“ ein paar Soles (peruanische Währung) und wir sahen uns die Ankunft des Schiffes an. Das würde also ab Samstag für mind. 72 Stunden unser Zuhause sein.

Als das Schiff anlegte, sprang sofort ein ganzer Schwarm von Ladehelfern an Bord. Wie in einem Ameisenhaufen ging es nun zu. Ein Strom von Passagieren verließ mit allerlei Gepäck das Boot, ein Rudel Tuk-Tuk-Fahrer nahm die meisten auf und fuhr sie wohin sie wollten, Proviant und Gepäck wurde schon wieder auf das Schiff gebracht. So würde es hier jetzt zwei Tage zugehen, bis die Gran Loretana am Samstag um 18:00 nach Santa Rosa aufbrechen würde.

Auffällig auf der ganzen Reise bisher entlang von Napo und Amazonas war das Fehlen jeglicher Hilfsmittel wie z.B. Sackkarre. Die zentnerschweren Lasten, ob Getränke, Bananen oder Möbel, wurden zwischen den Transportmitteln ausnahmslos auf dem Rücken getragen.

Beeindruckt von der Betriebssamkeit sahen wir uns nun in der Blechhalle um. Hier gab es alles zu kaufen, was wir benötigen würden. An einem Stand fanden wir Hängematten, Seile, Besteck/Geschirr. Wir klärten den Preis und entschlossen uns, die Sachen am Samstag zu kaufen.

Jetzt liefen wir die Hafenstraße wieder zurück ins Zentrum, vorbei an unserer Ankunftsstelle.

Wir hatten uns eine Erfrischung verdient.

Bereits gestern hatten wir herausgefunden, warum uns in diesem Touristenzentrum kaum Touristen auffielen. Wenn sie nicht auf Dschungeltour waren, saßen sie alle in einem der Cafés/Restaurants am Flussufer. Hier ließen wir uns nun auch auf einen Refresher (Saft aus Ingwer, Minze und Limetten) und Toast nieder.

An diesem Ort treffen sich neben den zehn anwesenden Touristen allerdings eine mindestens ebenso große Anzahl von Souvenirverkäufern, Straßenmusikanten und Touranbietern – das war der Vorteil der zweiten Reihe-Lokale, man hat da seine Ruhe unter Einheimischen.

So gestärkt gingen wir am Malecon (Uferpromenade) weiter entlang und über einen kleinen Umweg über die Bank (Geld abheben) zurück zum Hotel.

Zwischendurch hatten wir uns in einer Agentur noch über Ausflüge informiert und dann dankend abgelehnt. Iquitos als der peruanische Eingang zum Dschungel hat als Schwerpunkt – oh Wunder – Dschungeltouren. Da wir aber gerade aus dem Dschungel kamen, stand uns der Sinn nicht nach Affen, Delfinen, Spinnen oder Ähnlichem. Wir würden unsere zwei Tage bis zur Abfahrt noch mit Markt, Museen und Cappuccinos verbringen.

Nach einer kurzen Siesta im Hotel war es auch schon wieder Abendessenszeit. Da die Casa de las Enchiladas uns am Vortag gut gefallen hatte, liefen wir auch heute wieder da ein. Fleisch, Wurst, Hühnchen und Pommes satt. Auf den Schiffen würde es wieder ausschließlich Reis und Kochbananen geben.

So ging der Tag zu Ende und wir schlenderten zurück ins Hotel.

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