Tag 105 – Über die Anden nach Nazca

Die Route von Cusco nach Nazca führt über die Anden. Da wir um 18:00 losfuhren, wurde es bald dunkel. Als wir aus Cusco herausfuhren, war es bereits stockfinster. Schnell schliefen wir ein. Gegen 1:00 wurde ich zum ersten Mal wach. Ein Blick auf die Karte sagte mir: Wir waren auf etwa 4600m angelangt. Auch die nächsten Stunden bewegten wir uns über 4000m. Gegen 4:00 ging es dann bergab. Allerdings zunächst auf ein etwa auf 3000m gelegenes Plateau, wo wir uns weitere zwei Stunden hindurchschlängelten.

Im Anschluss wurde es dann etwas grüner und gegen 9:00 erreichten wir den Busterminal in Nazca.Kurz vor Ankunft drückte uns der Busbegleiter unser Frühstück in die Hand. Na super, da hat wohl einer schön gepennt. Wir verpackten die Mahlzeit schnell in die Rucksäcke und stiegen aus. Zum Hotel waren es noch 10 Minuten zu Fuß. Dort angekommen informierten wir uns sofort über die Rundflüge. Angela, unsere Gastgeberin, fragte nach, ob wir morgen fliegen wollen. Nein, ich möchte heute fliegen. Geht 11:00? Ich frage mal am Flughafen nach. Klar, um 11:00 werde ich abgeholt. Sandra interessieren die Nazca-Linien nicht, sie darf mich aber begleiten. Der Flughafen ist etwa 4km außerhalb.

Im Anschluss gehen wir in unser Zimmer und ziehen uns sofort um.

In Cusco sind wir bei knapp 10 Grad abgefahren, in Nazca kamen wir bei etwa 30 Grad in der Wüste an.

Nach einer kurzen Verschnaufpause kam um 11:00 der Kleinbus von Aeromovil, um uns abzuholen.

Am Flughafen wurden ich eingecheckt und gewogen. Sandra ging mittlerweile auf die Terrasse, um sich das Spektakel aus sicherer Entfernung anzusehen.

Die Reihenfolge der Passagiere wurde nach Gewicht für eine ausgeglichene Balance festgelegt, mich setzte man hinter den Piloten. Insgesamt waren wir in der Maschine zwei Piloten und sechs Passagiere.

Die Nazca-Linien sind über 1500 Scharrbilder in der Wüste. Die Bilder sind auf einer Fläche von 500qkm und zeigen Linien, Dreiecke und vor Allem Figuren wie Affe, Astronaut, etc. Die Bilder sind nur aus großer Höhe zu sehen, daher die Überflüge. Der Flug dauert eine halbe Stunde und betrachtet insgesamt 12 Bilder. Da die Passagiere in zwei Reihen im Flugzeug sitzen, fliegt der Pilot in Schräglage einmal rechts herum und dann wieder linksherum, damit jeder einen Blick auf die Figuren werfen kann.

Die Schräglagen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach der dritten Kurve hatten sich Kopf und Magen daran gewöhnt und konnten oben und unten wieder richtig einordnen.

Nach einer halben Stunde landeten wir wieder in Nazca und ich stieg etwas benommen aus dem Flugzeug. Das legte sich aber schnell und bis unser Bus ankam, war alles wieder gut.

Jetzt war es an der Zeit zu Essen. In einer Cevicheria, die wir schon vorher ins Auge gefasst hatten, schlugen wir dann zu. Ceviche ist ein Fischgericht der peruanischen Küche, dass mittlerweile auch in Deutschland verbreitet ist.

Der Fisch und/oder Meeresfrüchte werden dabei mariniert in einem Süd aus Zitrussaft, Salz, Chili und Zwiebeln.

Wir wählten ein Combo Triple für uns beide aus. Das bestand aus Ceviche (s.o.), Chicharrón de Pescado (frittierter Fisch) und Reis mit Meeresfrüchten.

Nachdem wir satt waren, gingen wir noch zwei Straßen weiter in ein Café und gönnten uns einen Frappuccino. Einen Frappuccino? Nein, den besten Frappuccino der Welt. Die Zubereitung dauerte knapp 20 Minuten, aber das Ergebnis konnte sich sehen und schmecken lassen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch Nazca und über den hiesigen Hauptplatz Plaza des Armas ging es zurück ins Hotel. Nach kurzer Zeit forderte die durchwachte Nachtfahrt ihren Tribut und ich schlief ein.

Tag 93 – La Paz

Der Morgen begann mit einer kleinen Überschwemmung im Badezimmer. Die Duschwanne hatte nur pro forma einen Abfluss. In Wirklichkeit lief das Wasser in einer Ecke der Duschwanne auf den Badezimmerboden ab, wo sich sinnigerweise auch ein Abfluss befand. Der vorbereitete Badeteppich (Handtuch) stand dem im Weg und verstopfte den Abfluss.

Nachdem alle Schäden im Bad beseitigt waren, ging es ans Frühstück im hauseigenen Restaurant. Das war dann doch wieder eine angenehme Überraschung. Neben knusprigen Semmeln gab es Vollkorntoast, Obst, Wurst und Käse UND: eine Sandwichmaschine! Endlich gab es wieder Tostados Jamón y Queso.

So gestärkt gingen wir zum Plaza San Pedro, wo üblicherweise eine Stadtführung startet. Ob es am Karneval lag oder wir zur falschen Zeit dort waren: Um 10:00 war jedenfalls niemand zu sehen.

Im angrenzenden Gefängnis San Pedro wurde heftig Karneval gefeiert – worauf wir einen kurzen Blick durch die Gitter und den Polizeikordon werden konnten. Das Gefängnis ist eine Geschichte für sich, hier gibt es quasi eine Selbstverwaltung.

Nachdem die Führung heute ausfiel, gingen wir zur Teleférico. Zwischen 2015 und 2019 (die letzte Linie ist noch nicht in Betrieb), entstand hier die größte städtische Seilbahnanlage mit insgesamt acht Linien. Gebaut hat das ganze die Firma Doppelmayr aus Österreich, auch bei uns ein Begriff. Hintergrund dieses Prestigeobjekts ist der Höhenunterschied zwischen den ärmeren Vierteln oben und den wohlhabenderen Vierteln unten. Über Treppen kam es nie zu einem Austausch der Bevölkerungsschichten, mit den Seilbahnen ist das nun schnell und günstig für alle möglich. Alle Geschäfte und Möglichkeiten der Stadt stehen nun allen offen.

Die Linien sind nach Farben benannt, auch die Gondeln und die Stationen folgen diesem Farbcode. Wir führen zunächst mit der Lila Linie hoch nach El Alto. Ein Einheimischer erklärte uns in der Gondel das System und zeigte uns verschiedene Anschlußmöglichkeiten. Wir entschieden uns, zur Roten Linie zu gehen für die Abfahrt. Die verbindende Linie ist allerdings noch nicht in Betrieb, die Gondeln hängen noch verpackt am Seil.

Das hieß für uns, El Alto zu queren mit seinen ganzen Märkten. Auch hier war es heute relativ ruhig, viele Stände hatten geschlossen.

Nach 40 Minuten erreichten wir die Station der Roten Linie und führen ab ins Zentrum. Eine Fahrkarte kosten 3 Bolivianos, etwa 7-8 Bolivianos sind ein Euro.

Im Hintergrund seht ihr den Huayna Potosi, den Berg den Christian besteigen wollte

Da einer der Busbahnhöfe auf dem Weg lag, gingen wir kurz dort vorbei. Heute allerdings keine Busse im Busbahnhof, daher weiter zur Kathedrale San Francisco am gleichnamigen zentralen Platz.

Hier war 2014 noch Public viewing zur WM, heute: Nichts los und die Kirche mit Museum ist geschlossen (Karneval).

Ein Café weiter ging es zur Siesta ins Hotel – oh Wunder, das Zimmer hat immer noch keinen Service gesehen. Am Nachmittag gehen wieder in unser geliebtes Café nebenan , essen lecker Salate und schreiben unter anderem die Blogs von gestern und heute.

Am Abend konnten wir in der Agentur die direkt unten im Hotel ist, Bustickets bis Puno (Peru) kaufen. Der Agentureigene Bus fährt am 07.03. 07:30 Uhr direkt vor unserem Hotel los.