Tag 22 – Joinville Island – Der letzte Ausflug

Heute ist der 24.12. also Heiligabend. Und heute ist schon der letzte Tag, bevor es wieder zurück geht. Aber wir haben heute ein echtes Weihnachtsgeschenk bekommen – eine atemberaubende wunderschöne Zodiacrundfahrt. Aufgrund der Gezeiten (Ebbe und Flut) war ein Landgang nicht möglich. Dafür haben wir eine riesige Pinguinkolonie entdeckt und die schönsten Eisberge.

Einfach nur schön – und genau das sind und waren die Momente, warum wir diese Reise machen wollten:

Am Abend gab es wie immer ein hervorragendes Menü. Und da Weihnachten war gab es ein ganz besonderes großes Dessertangebot und eine Weihnachtsparty.

Tag 21 Antarktis – Half Moon Island und Great Wall Station

Heute war wieder ein normaler Tag. Das heisst: 2 Ausflüge und der erste beginnt um 09:00 Uhr.

Das erste Ziel ist Half Moon Island (Halbmondinsel) – Die Insel ist eine kleine subantarktische Insel im Archipel der südlichen She

Die sichl(„halbmond“)-förmige Insel stellt den Kraterrand eines einstigen Vulkans dar. Während der südliche und nördliche Bereich der Insel bergig sind und sich bis zu einer Höhe von 101 m erheben, erstreckt sich der mittlere Teil nur wenige Meter über Meereshöhe. In diesem Bereich, an der Meguante Cove, betreibt Argentinien seit 1955 eine antarktische Forschungsbasis, die Camara – Station:

Am Nachmittag ging es dann zur chinesischen Station in der Antarktis – Great Wall Station. Dies war nicht nur ein besonderer Besuch aufgrund der 80 Chinesen an Bord, sondern weil unter Ihnen auch der ehemalige Kommandant der Station ist. Hier leben ca. 45 Menschen.

Tag 20 Antarktis – Almirante Brown und Port Lockroy

Vom längsten Tag haben wir nicht viel mitbekommen. Die gestrigen Aktivitäten hatten uns ganz schön ermüdet, sodass um 10:00 Uhr Schlafen angesagt war. Aufgewacht sind wir final gegen 6:30. Zwischendurch war zu hören, wie die Camper zurückgebracht wurden. Campen hieß, eine Grube zu graben und dort die Nacht zu verbringen (Aufpreis 300€). Wie zu erfahren war, gab es nichts zu sehen und es hatte geschneit. Da es sich um ein Biwak handelte und nicht um ein Zelt, war die Erfahrung der Teilnehmer, schneebedeckt aufzuwachen.

Leider ist es es heute sehr bewölkt, ein Wolkendeckel liegt über der Gegend, aber die Eisberge sind so schön wie eh und je.

Um 9:00 startete das zweigeteilte Programm. Während die ersten beiden Gruppen die argentinische Station Almirante Brown ansteuerten, begaben sich die beide anderen Gruppen (also wir) auf eine Zodiacrundfahrt durch Paradise Harbour. Zu sehen gab es Eisberge, Pinguine, Wal, Kormorane, Gletscher, Robben und den Weihnachtsmann inkl. seinem Freund, den Pinguin. Die beiden hatten sich auf einem Boot postiert und geben heißen Kakao an die Vorbeifahrenden aus.

Nach einer Stunde durch die Bucht kreuzen gingen wir an der Brown Station an Land. Die Brown Station ist wie viele andere von Argentinien erbaut worden, um ggf. Ansprüche an Land hier zu belegen. Die Station ist allerdings nicht besetzt, da dafür das Geld fehlt.

Das Anlanden an der Brown Station geschah auf Felsen, was für Sandra eine neuerliche Premiere war. Auch das würde ohne Schwierigkeiten gemeistert, der Trainingshöhepunkt kam allerdings erst noch. Mit Stöcken ausgerüstet ging es im Zickzack einen steilen Schneehang hoch, wovon man einen fantastischen Ausblick auf die ganze Bucht und die Gletscher hatte. Das war die erste Hangquerung im Schnee, das letzte Stück wurde sogar auf dem Hosenboden abgefahren.

Zum Mittagessen ging es wieder zur Sea Spirit. Für nachmittags stand wieder eine Zodiactour und die Besichtigung der historischen Stätte Port Lockroy an ( britisch). Dabei handelt es sich um ein Museum bzw. einen Museumsshop. Wir standen für die Zodiactour zum Einstieg bereit, als das Kommando „Alles zurück“ erfolgte. Der Wind war mittlerweile sehr stark, die Wellen zu hoch und es war offensichtlich, dass wir außer nasser Kleidung hier nichts zu holen hatten. Puh – das war knapp.

Nachdem die ersten Gruppen vom Museum durchnässt zurückkamen, beschlossen wir, diesen Programmpunkt heute ausfallen zu lassen und gönnten uns noch weitere Canapés in der Lounge.

Mittlerweile ist es noch nebliger geworden bei Schneeregen, es steht uns voraussichtlich wieder eine holprige Weiterfahrt bevor.

Tag 19 Antarktis – Cuverville Island und Neko Harbour

Nach dem Frühstück ging es mit den Zodiacs auf die Insel Cuverville. Dort gibt es eine der größten Gentoo Pinguin Kolonien. Vorher wurden allerdings noch Wale gesichtet. Außerdem beginnt es jetzt mit den Eisbergen um uns rum. Auf Cuverville hatten wir Zutritt zu drei Kolonien. Da die Pinguine immer hin und her rennen, muss man gehörig aufpassen, Ihnen nicht in die Quere zu kommen. Auch wenn das Team die Pfade mit Stangen absteckt, ist eine Kreuzung von Pinguinhighway und Besucherpfad manchmal unvermeidlich. Auf den Wegen sind immer wieder kaputte Pinguineier zu sehen. Das kommt von den räuberischen Albatrossen, die gerne mal ein Nest plündern – hier anscheinend gar nicht so erfolglos. Die Zeit vergeht mit Zuschauen wie im Flug, dauernd wuseln die kleinen Kerle kreuz und quer springend, rutschend und gehend durch die Gegend. Eine schläfrige Robbe vervollständigte das Bild.

Für mittags war auf dem Sonnendeck das Essen angesagt. Zunächst könnten wir uns das nicht vorstellen, aber tatsächlich: Alles war aufgebaut und auf dem windgeschützten Sonnendeck wares wirklich angenehm.

Uns schon war es Zeit für den nächsten Ausflug – Neko Harbour. Und damit betraten wir erstmals antarktisches Festland. Da die die Bucht umgebenden Gletscher fleißig gekalbt hatten (Abbruch von Eis), war die Bucht voller Eisberge und Eisschollen in jedweder Größe. Das bedeutete, dass die Sea Spirit nicht so nahe wie sonst ans Ufer kam und die Zodiacs ein ganzes Stück sich ihren Weg durch dieses Packeis suchen mussten. Gut dass die Schlauchboote so robust gebaut sind. Immer wieder mussten wir über Eisschollen fahren, der Boden bekam gut etwas ab, das Schlagen am Boden war unüberhörbar. Dadurch ging es sehr langsam hindurch und es blieb genügend Zeit, die Eisberge in allen Variationen und Farben zu bestaunen und zu fotografieren.

Die Landung am Felsenstrand ging gut, im Anschluss mussten wir einige Schneestufen hinaufsteigen. Sandra wurde mit Stöcken versorgt, dann ging es einen Hügel hinauf. Immer wieder kreuzten Pinguinstraßen unseren Weg, manchmal läuft einer auch vor einem her. Hier heißt es, stehen zu bleibenund abzuwarten, wie der Pinguin sich entscheidet. Nachdem es steil bergauf ging und die Sonne hervorkam, war uns in Parka, Schwimmweste und Regenhose sehr warm. Auf einem Plateau angekommen, zogen wir Parka und Schwimmweste aus. Von hier konnten wir die mit Treibeis gefüllte Bucht, die Pinguinkolonien und die hoch aufragenden Gletscher beobachten. Ein herrlicher Tag! Zum Abschluss wurde das Expeditionsteam inkl. Kapitän etwas nervös, weil das Packeis sich in Folge des Windes zusammenschloss und die Zodiacs dadurch Gefahr liefen, nicht mehr zum Schiff zu gelangen.

Die Rückfahrt verlief entsprechend abenteuerlich. Unsere Bootsführerin Ida gab Vollgas und es krachte und rumpelte nur so um uns rum. Da hieß es: Gut festhalten im Boot.

Der weitere Ablauf war schon Routine: Kleidung wechseln, kurz ausruhen, Abendessen, Espresso an der Bar, Abendprogramm mit Vortrag/Film (dabei einschlafen und daher Kabine aufsuchen).

Übrigens: Der 21.12. ist hier der längste Tag (was bei uns der 21.6. ist). Hier bedeutet das, dass es gar nicht richtig finster wird. Die Sonne berührt beim Untergehen den Horizont und taucht kurz darauf wieder auf.

Tag 18 – Endlich in der Antarktis – Erste Ausflüge Aicho Island und Deception Island

Heute war es soweit. Nach der schier endlosen Drake Passage kommen wir heute auf den Shetlandinseln und damit in der Antarktis an. Zuvor standen aber noch 400 km auf offener See bei starkem Seegang an. Um 1:00 nachts bin ich das erste Mal bei 5m hohen Wellen und Rollen und Stampfen aufgewacht. Ein Blick aus dem Fenster zeigte uns, dass wir uns weit im Süden befinden: Draußen war es taghell mit orangefarbenen Horizont. Um 5:45 war dann Wecken für den ersten Zodiac-Ausflug zur Aitcho Insel (gehört zu den Shetland Inseln).

Das mit den Zodiacs klappte sehr gut, ein- und Aussteigen war kein Problem. Auf Hacho Island gibt es große Pinguinkolonien und vereinzelt Seelöwen zu sehen. Es sind zwei verschiedene Pinguinarten auf der Insel am Brüten: Die Gentoo Pinguine und die Chinstrap Pinguine. Sie bauen ihre Nester aus Steinen und brüten ihre Eier aus. Räuberische Möven oder Albatrosse versuchen an die Eier zu gelangen, gar nicht so selten funktioniert das auch. Nach einem langen Spaziergang durch die Kolonien ging es zum Frühstück um 9:00 zurück auf die Sea Spirit. Das ganze lief bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ab.

Während das Schiff sich auf den Weg nach Deception Island machte, gab es einen Vortrag zu den beobachteten Tieren – und schon war es wieder Zeit für das Mittagsbuffet.

Mittlerweile waren wir angekommen. Deception Island ist ein aktiver Vulkan. Die Besonderheit ist, dass der Krater zusammengebrochen ist und an einer Stelle nun eine Lücke hat. Diese Lücke ist groß genug, dass ein Schiff wie unseres in den nun mit Meerwasser gefüllten Krater einfahren kann. Leider fing es jetzt zu schneien an und das bei starkem Wind waagrecht. Auf Deception Island sind einige Ruinen zu sehen als Zeugen der norwegischen Walfanggeschichte sowie auch ein Flugzeughangar aus britischer Historie. Da durch den Vulkan das Wasser an einigen Stellen nicht ganz so kalt ist, sind einige unserer Mitreisenden auch zum Baden hineingesprungen.

Das Tagesprogramm

Der geplante Cocktailempfang mit dem Kapitän musste übrigens wegen Schlechtwetter verschoben werden. Die See war wieder so rau, dass der Kapitän die Brücke nicht verlassen konnte.

Tag 16 + 17 – Nie wieder Drake Passage

Am Abend des 17. Dezembers haben wir den Hafen verlassen. Zuerst geht es gemütlich durch den Beagel – Kanal. Und dann geht es auf die offene See und auf die Drake Passage (die gefährlichste Wasserstraße der Welt).

Ihr könnt euch nicht vorstellen und ich kann nicht beschreiben wie furchtbar es war.

Nachdem wir stundenlang so richtig durchgeschleudert wurden – musste der Kapitän tatsächlich umdrehen. Es war einfach zu heftig. Unsere Kabine ist auf Deck 4 – und selbst dort waren wir komplett in den Wellen verschwunden. Das einzige was irgendwie hilft, ist im Bett liegen. Aber selbst dort wurden wir regelrecht herausgehoben. Mein Bett hat sich hin und her bewegt. Und zweimal hat es mich herausgeschleudert.

Da geht Dir nur eines durch den Kopf – Warum mache ich den Scheiß hier und bezahle auch noch Geld dafür.

Es war übrigens das erste mal in der Laufbahn des Kapitäns das er umgedreht ist.

Am 20.12. sind wir dann endlich in der Antarktis angekommen.