Tag 43 — Nach 22 Stunden endlich am Ziel Puerto Rio Tranquilo

Unser Bus startete gestern mit leichter Verspätung 22:10 Uhr. Es gab am Anfang ein kleines Problem mit Christians Sitz. Er konnte ihn zwar nach hinten machen, allerdings konnte er den Sitz nicht einrasten Mhhh… blöd für eine Nachtfahrt. Aber der Busfahrer hat schnell repariert. Es gab noch eine Minikleinigkeit zu essen und ein Becher Wasser. Und schon gingen die Lichter aus. Wir machten es uns gemütlich in den breiten Sitzen und schliefen bis heute morgen.

08:30 Uhr waren wir am ersten Ziel Los Antiguos. Jetzt hieß es schnell sein. Christian ging in das Bus — Terminal um die Weiterfahrt zu organisieren und ich kümmerte mich um das Gepäck. Er konnte direkt Tickets für die Weiterfahrt (Grenzübergang nach Chile) kaufen. 12:00 Uhr soll es mit dem nächsten Bus weitergehen. Bevor wir ans Frühstücken denken konnten haben wir die Papiere für die Einreise nach Chile ausgefüllt. Im Busbahnhof gab es gar nichts zu kaufen. Wir bekamen den Tipp, dass es einige Minuten entfernt eine Panaderia (Bäckerei) gibt. Christian lief dort hin und ich passte wieder aufs Gepäck auf. Leider gab es nur Süßes, wir aßen jeder zwei Teile und sind dann noch Richtung Zentrum um ein Café zu suchen. Viel Zeit hatten wir nicht mehr. Aber zum Glück waren wir nach 10 Minuten im Café. Schnell frühstücken und wieder zurück zum Busbahnhof. Und pünktlich 12:00 Uhr ging es los. Der Bus war nur noch ein kleiner Bus . Wir waren 16 Fahrgäste. Letztendlich sind wir keine 10 Minuten mit dem Bus gefahren. So nah waren wir schon an der Grenze. Die Grenzüberschreitung hat ca. 50 Minuten gedauert. Dann waren wir in Chile in Chile Chico. Gleiches Spiel — ich Gepäckbeauftragte und Christian Organisation Weiterfahrt — wunderbar er kommt wieder mit Tickets. In 20 Minuten geht es weiter. Jetzt sind wir nur noch zu 6. Leider ist die Fahrt fast ausschließlich auf Schotterpiste und das für 5 Stunden. Dafür entschädigte die Landschaft. Wir haben quasi den zweitgrößten See Südamerikas — Lago General Carrera — fast umrundet. Die Landschaft und Aussichten sind wunderschön.

17:30 Uhr sind wir dann endlich in unserem Zielort — Puerto Rio Tranquilo. Tja wir haben ja noch keine Übernachtung. Also bleibe ich mit dem Gepäck stehen und Christian läuft den Ort ab. Nach einer Stunde ist er wieder da, aber noch nicht glücklich mit dem Ergebnis. Er war quasi in jedem Haus — alles voll. Dann hat ihn die Tourist Information weitergeholfen, allerdings ist die Unterkunft ziemlich teuer und ziemlich außerhalb. Also gehen wir gemeinsam mit dem Gepäck noch einmal zur Tourist Information. Die Dame empfiehlt uns noch eine andere Adresse — hier haben wir Glück. Ein kleines Zimmer mit Küche und Bad.

Wir sind soooo fertig und hungrig. Und es ist hier irre heiß. Also laufen wir gleich wieder los — essen und dann noch ab in den Supermarkt.

Und dann ins Bett.

Übrigens gibt es hier weder Internet noch einen Bankautomaten. Wenigstens kann man in einigen Läden mit Kreditkarte zahlen.

Tag 42 – Condor Beobachtung

Heute müssen wir auschecken, denn heute Abend geht unser Nachtbus. Also packen wir nach dem Frühstück unsere Rucksäcke. Die großen Rucksäcke lassen wir im Hostel. Wir machen am Vormittag noch eine kleine Wanderung zum Mirador de los Condores (Aussichtspunkt für Condore). Und natürlich sehen wir heute wieder das herrliche Bergpanorama.

Oben angekommen haben wir einen tollen Blick auf Cerro Torre und Fitz Roy

…und auf El Chalten

Und dann kommt auch schon der erste Condor

Vier Stück können wir beobachten. Wir packen unser Sandwich aus und machen Brotzeit. Dann gehen wir weiter zum Mirador de las Aguilas

Dann gehen wir wieder runter und genießen das schöne Wetter und die Aussicht mit der irren Wolkenformation

Gegen 14:00 Uhr sind wir wieder im Ort. Dann klappern wir alle Lokale ab auf der Suche nach Mittagessen. Wir entscheiden uns für Burger. Dann gibt es Eis und Kaffee

Jetzt ist es bei uns !9:20 Uhr. Wir sitzen im Hostel. Denn hier gibt es Internet. 21:30 Uhr geht unser Nachtbus nach Los Antigous. Dort kommen wir morgen früh gegen 09:30 Uhr an – wenn alles gut geht. So dann müssen/wollen wir sofort weiter über die Grenze nach Chile.

Unser vorläufiges Ziel ist Puerto Rio Tranquilo (sie Bericht Tag 39, dort hat Christian die komplizierte Anfahrt beschrieben). Wir wollen dort hin, weil es dort Marmorhöhlen gibt. Die sind einzigartig auf der Welt, sind mitten auf einem See, sehen künstlich aus, sind aber reine Natur. Eine Übernachtung haben wir nicht. Die kann man für diesen Ort nicht im Internet buchen.

Also wie gehabt – wir wissen nicht wann wir wieder Internet haben. Sobald etwas geht, melden wir uns.

Tag 41 – Entspannungs – und Planungstag

Gestern Abend konnten wir uns schon nicht entscheiden, ob wir morgen noch eine Tour machen oder lieber entspannen. Vielleicht haben wir ja auch insgeheim gehofft, dass uns das Wetter die Entscheidung abnimmt und es regnet :-). Aber nein – heute morgen war es zwar bewölkt, die Sonne strahlte aber wieder mit allen Kräften. Wir schauten uns an und entschlossen uns dennoch für – keine Tour. Denn die einzige noch machbare Tour hat 1000 Höhenmeter……das ist nach den 18 Kilometer (bzw. Christian 22) sind die 1000 Höhenmeter doch etwas zu viel.

Also frühstücken wir ganz in Ruhe. Lernen mal wieder einige Spanisch – Lektionen und drehen dann eine ausgiebige Runde durch den Ort. Wir suchen heute normale Gesichtscreme und Briefmarken. Wir klappern jeden Laden ab – keine Creme und keine Briefmarken. Dort wo angeblich die Post sein soll – ist nix. Im laden erklärt uns dann ein netter Mann – es gibt keine Briefmarken und Post geht hier auch nicht raus. Der Ort liegt halt weit weg vom Schuss und da kommt niemand. Ok Omi, dann wird das nix mit der Postkarte von hier. Zwischendurch entdecken wir noch die Dorfkirche

So dann packt uns der Mittagshunger und wir gehen essen.

Den Nachmittag verbringen mit Planung, Recherche und lesen anderer Reiseberichte. Dann gönnen wir uns noch EIN Stück Kuchen und Cappuccino

Und dann gehen wir in den einen Supermarkt der heute Vormittag nicht offen hatte und siehe da er hat Nivea – Creme. Eine kleine Schachtel 5 Euro. Aber es nützt nichts – wir kaufen. Die Sonne und der ständige Wind setzen der Haut zu.

Dann sitzen wir wieder im Aufenthaltsraum im Hostel und recherchieren weiter. Und jetzt gehen wir noch einen Wein.

Tag 40 – Nur der Frühaufsteher sieht den Cerro Torre

Heute Nacht wurden wir von irgendwelchen Betrunkenen geweckt. So ist das halt in einem kleinen Ort. Da kriegste alles mit. Außerdem fegte heute Nacht ein ganz schön heftiger Wind durch die Straßen. Heute morgen war dann aber alles vorbei und wir hatten super Wetter. 07:00 Uhr aufstehen – Duschen – frühstücken – Sandwich und Wasser kaufen und los geht`s. Unser Ziel ist ja heute die Laguna Torre.

Am Einstieg der Tour

Und nach kurzer Zeit sind wir am ersten Aussichtspunkt. Der Cerro Torre noch in einer Wolke

Und eine Minute später ist er dann zu sehen

Ach ja: ich gehe heute nicht mit meinen Bergschuhen los. Meine Knöchel sind an beiden Seiten etwas geschwollen, ebenso dort wo quasi die Bergschuhe enden. Ich ziehe meine Scarpa an. Die haben ja auch eine super Sohle.

Von nun an haben wir das tolle Bergmassiv immer vor uns und im Blick. Einfach nur schön

Und nach 3 Stunden, 9 Kilometer und 350 Höhenmeter sind wir an der Laguna Torre

Christian geht noch 2 Kilometer und einige Höhenmeter weiter zum nächsten Aussichtspunkt

Ich warte so lange an der Laguna. Dann machen wir uns auf den Rückweg.

Schon an der Lagune kam ein heftiger Wind auf. So das kurze Zeit später alles in Wolken gehüllt war

Tja alles richtig gemacht, würde ich mal sagen. Wir sind nach dieser Tour nicht halb so fertig wie vorgestern. Obwohl diese Tour technisch gesehen 2-3 schwierige Stellen hatte. 16:00 Uhr sind wir zurück im Ort. Wir gehen gleich in einen „Biergarten “ und zischen ein kühles Bier. Dann ab in den Supermarkt, duschen und Essen kochen.

Herrlich

Tag 39 – Kräfte sammeln für den Cerro Torre-Trail

Autor: Christian

… das war der Plan. Aaaaaaarghhhh – 4:50. Was ist das? Durch die Schallschutzfenster dröhnen Trompete und Gitarre. Ist es ein Feiertag? Ist es eine Flaggenparade? Nein, es sind zwei Musikanten (betrunken?) auf dem Fahnenplatz.

Na super, Durchschlafen ist damit erledigt. Nach kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und wir horchen wieder an den Matratzen. Die Dusche gegen 8:30 war sehr unterschiedlich. Ich als erster konnte einigermaßen problemlos duschen, bei Sandra war es dann vorbei mit dem Wasserdruck. Wegen der vielen Neubauten für den wachsenden Tourismus fehlt gerade in der Höchstsaison der Wasserdruck. Auch Sandra hat es dann geschafft und um 9:00 konnten wir zum Frühstücken in eines unserer Lieblingscafes gehen. Zur Abwechslung gab es heute Toast für Sandra und Müsli für mich zum obligatorischen Café von Leche.

Auf der Couch konnten wir durch das Fenster den heute wieder vorhandenen patagonischen Wind beobachten. Gut, dass wir unsere Tour gestern gemacht haben. Bei starkem Wind wird gerade für das letzte Stück dringend abgeraten. Alles richtig gemacht!

Was stand heute an? Bustickets nach Los Antiguos, Supermarkt checken und evtl. selber kochen, Wäsche waschen, Fotos für Blog hochladen, Beine entspannen, der Parkverwaltung die Sichtung des Humuels (Kleinhirsch) melden.

Punkt 1: Am Busbahnhof war wieder viel Betrieb. Eine Entscheidung hatten wir schon getroffen: Die Fahrtzeit von 8-13 Stunden (je nach Informationsquelle) wollten wir nicht liegend in einem Bussitz verbringen (Semi-Cama) sondern lieber in einem Fast-Bett (Cama). Dabei handelt es sich um einen Bussitz, der zu einem Bett mit Vorhang (also Miniabteil) umgeklappt werden kann. Den Preisunterschied von 46€ zu 59€ pro Sitz nahmen wir gerne in Kauf.

Unser nächstes Ziel von Sonntag auf Montag ist Puerto Tranquilo in Chile.

Exkurs: Nord-Süd (hier: Süd-Nord-Verbindungen) in Argentinien und Chile

In den beiden Ländern, die durch die Anden getrennt werden, ist der Straßenbau nicht so einfach. Es gibt zwei große Straßen, die die Länder von Nord nach Süd durchqueren. In Argentinien gibt es im Westen an der Grenze zu Chile die berühmte Ruta Nacional 40, die mit 5301km die längste Nationalstraße Argentinies und gleichzeitig eine der längsten Fernstraßen der Welt und neben der Panamericana auch die bekannteste ist.

In Chile existiert als Fernstraße durch den Großen Süden die Nationalstraße 7, auch bekannt als Carretera Austral. Sie ist 1300km lang und besonders bei Motorradfahrern sehr beliebt. Aufgrund der Fjorde ist sie teilweise durch Fährverbindungen unterbrochen, im Süden endet sie im Örtchen Villa O’Higgins. Durch das patagonische Eisfeld und das bergige Terrain ist es fraglich, ob das fehlende Teilstück nach bis Puerto Natales jemals gebaut werden kann.

Das nächste Stück der Reise hinter Los Antiguos wird also auf der legendären Carretera Austral stattfinden. Dazu müssen wir von Los Antiguos (Argentinien) via Taxi/Bus in das chilenische Chile Chico (10km). Da sich Argentinien und Chile bezgl. ihrer Grenze nicht immer einig sind, wechseln je nach politischer Wetterlage auch die Möglichkeiten des Grenzübertritts von regelmäßigem Busverkehr bis hin zu Trampen oder zu Fuß. Das allwissende Internet stößt hier leider an seine Grenzen.

Ebenso schlecht dokumentiert ist die Weiterfahrt nach Puerto Rio Tranquilo, ein kleiner Ort am See General Carrera, sodass wir ab Los Antiguos etwas improvisieren werden, was Transport und Unterkunft anbelangt.

Der Supermarkt war heute gut gefüllt, wir versorgten uns mit Spaghetti, Soße und Malbec.

Die Meldung der Humuel-Sichtung bei der Parkverwaltung war schnell erledigt.

Da im Aufenthaltsraum etwas WLAN vorhanden ist, sind jetzt auch die Bilder aktuell.

Gekocht wurde heute im Hostel, wo nach dem Essen auch dieser Bericht entstand. Damit ist es gut für heute, hasta luego chicos!

Tag 38 – Fitz Roy Trecking

Heute ist mein großer Tag — meine erste richtige Tour steht an. Wir wollen die Fitz Roy — Wanderung machen. Also „nur “ zu den Aussichtspunkten. Der Fitz Roy ist ein Kletterberg. Und mit den Cerro Torres sind diese Kletterberge für Kletterer das, was die 7 — 8000er für Bergsteiger sind. Aber wegen den schnell wechselndem Wetter und den patagonischen Winden bis zu 120 km/h, ist die Besteigung extrem schwierig.

Aber bezüglich des Wetters haben wir mehr als Glück. Strahlend blauer Himmel schon 06:30 Uhr und wirklich keine einzige Wolke am Himmel.

Kurz nach sieben verlassen wir mit dem gesamten Gepäck unsere Hütte. So ein Mist, es ist Niemand an der Rezeption. Wir klingeln und klopfen nix. Dann legen wir den Schlüssel einfach in die Hütte und verschwinden. Bezahlt haben wir schließlich schon. Wir gehen in ein nahe gelegenes Café zum Frühstück. Dann noch schnell beim Bäcker ein Sandwich und Wasser gekauft und ab in das neue Hostel. Schnell anmelden — großen Rucksack an der Rezeption abstellen und auf geht es.

Mit meinen Schuhen geht es heute deutlich besser. Dann sind wir am Startpunkt und schon geht es leicht Bergauf.

Es klappt alles super und ich komme in den Flow. Das Wetter ist noch immer atemberaubend. Dann haben wir an verschiedenen Punkten die allerbeste Sicht. Unglaublich.

Ganz ehrlich: so ein Wetter gibt es hier ungefähr einmal im Jahr. Bis zum letzten Aussichtspunkt sind es noch einmal 400 steile Höhenmeter. Hier passe ich. Schließlich will ich auch wieder runter kommen. Und das heisst 10 Kilometer wieder zurück und 400 Höhenmeter runter. Also gehe ich bis zum letzen steilen Stück mit und dann such ich mir ein schönes Plätzchen mit der besten Aussicht und warte bis Christian zurück ist.

Die Aussicht von meinem Warteplatz

Hier die Bilder von Christian vom obersten Aussichtspunkt

Gegen zwei Uhr kommt Christian wieder. Da steht plötzlich ein Humuele vor uns

Er bekommt erst einmal das Sandwich 😃 und dann machen wir uns auf den Rückweg.

Die Sonne brennt gnadenlos und die Beine brennen. Laufen, laufen einfach laufen. Übrigens gibt es hier oben tausende von schwarzen Raupen. Die kleben an einem und krallen sich richtig fest— das zwickt dann — eckelhaft.

Der Rückweg zieht sich in der Hitze wie Kaugummi. Und irgendwann haben wir es dann endlich geschafft. Ich bin völlig fertig ( so wie jeder) und super glücklich und stolz. Wir müssen erst noch durch den ganzen Ort bis zu unserem Hostel laufen. Dort können wir in unser Zimmer.

Blick aus dem Fenster

Oh nein beim ausziehen entdecke ich noch so eine eckige fette Raupe auf meiner Hose. Wir durchsuchen uns und die Klamotten jetzt ganz genau. Hoffentlich haben wir nicht noch mehr mitgeschleppt.

Erst einmal duschen…..und dann essen…..und dann ist alles nur noch halb so schlimm. Morgen lassen wir es ruhiger angehen …. na ja so der Plan.

Tag 37 – El Chalten – Das Bergsteigerdorf

Pünktlich 07:15 Uhr saßen wir zur Abholung bereit. Der Bus kam gegen 07:45 Uhr und 08:00 Uhr sollte eigentlich der Bus vom Busbahnhof nach El Chalten gehen. Als wir am Busbahnhof ankamen standen dort schon Massen und ein Doppeldecker – Bus. Dann mussten wir den Voucher erst in ein Busticket tauschen und uns an der Schlange anstellen. Beim buchen vor drei Tagen wurde uns schon gesagt, dass das die letzten beiden Plätze im Bus sind und wir deshalb nicht zusammen sitzen können. Beim einsteigen in den Bus fragte uns dann die nette Dame, die die Tickets kontrolliert, ob wir zusammen sitzen wollen – Jaaa – dann bot sie uns an in einem zweiten Bus zu fahren, da hat sie noch Plätze. Der Bus fährt diesem Doppeldecker hinterher. Na super, das machen wir doch. Gegen 08:30 Uhr ging es dann los.

Zwischendurch gab es einen Halt auf einer Hacienda (Landgut mit Café).

Die ersten tollen Ausblicke aus dem Bus

11:30 Uhr waren wir in El Chalten. Erst einmal mussten alle aus dem Bus. Es gab eine Information und Aufklärung zum Nationalpark und den möglichen Touren und dem Wetter – getrennt nach englisch und spanisch.

FitzRoy vom Eingang Nationalpark aus

Dann ging es zum Busbahnhof.

Unser Cabanja (Hütte) war gleich 150 m vom Busbahnhof entfernt.

Hier ist wieder alles ganz anders. Steuer musst du zahlen, wenn du – egal ob bar oder mit Kreditkarte – in Argentinischen Pesos bezahlst. Zahlst du bar in US Dollar oder Euro zahlst du keine 20 % Steuer. Also haben wir heute in Euro gezahlt. Da unsere Hütte noch nicht fertig ist, lassen wir unseren großen Rucksack da und erkunden den Ort und gehen Mittagessen.

Gegen halb zwei kommen wir wieder. Wir können unsere Hütte beziehen – Boh hier hat locker 40 Grad in der Hütte.

So, wir schlüpfen in die Bergsachen. Wir wollen heute schon noch ein Stück laufen. Das Wetter ist hervorragend – windstill, sonnig und klare Sicht.

Oh Mann o Mann – ich habe seit 6 Monaten mal wieder Bergschuhe an. Das ist nicht schön. Hart, steif und mein Bein findet das ganz schön doof. Aber das wird bestimmt. Ich weiß ja noch, das meine Bergschuhe bequem waren. Noch dazu habe ich jetzt ganz neue. Nach der ersten halben Stunde geht es schon etwas besser. Unser Ziel der der Salto Grande (großer Wasserfall). Größtenteils auf kleinen Pfaden geht es dahin. Nur einmal müssen wir ein Stück auf der Nationalstraße Ruta 41 laufen – die ist nicht mal geteert, also staubt es entsprechend.

Plötzlich streift eine Gruppe Pferde unseren Weg. Ach ja wie schön, denken wir noch. Mh… dann sind die immer hinter uns.

Gut dann lassen wir sie vorbei. Dann gehen die Auf der Straße und wir wieder unseren kleinen Pfad entlang. Dann kommen 3 Pferde der Gruppe hinter uns her – ok – wir bleiben stehen – die traben auf uns zu – Scheiße – und dann kommt der Rest auf der Straße völlig aufgelöst. Ah die haben eines ihrer Fohlen verloren – und da ist es wieder. Aber uns wurde ganz anders. Etwas unsicher gehen wir weiter und dann sind wir am Wasserfall. Schöööön.

Gegen 18:00 Uhr waren wir wieder zurück. Oh Gott bloß schnell aus diesen Schuhen raus. Wir waren noch essen. Morgen müssen wir leider umziehen. Hier war nur für eine Nacht etwas frei.

Tag 36 – Perito-Moreno-Gletscher Teil 2

Da wir ja in unserem Hostel keine Busfahrt zum Gletscher gestern Abend buchen konnten – da alles voll, sind wir heute morgen sehr früh aufgestanden und direkt nach dem Frühstück zum Busbahnhof gelaufen. Dort sitzen verschiedene Agenturen. Bei einer hatten wir Glück, und für den Nachmittag waren noch zwei Plätze frei. Start 14:30 Uhr am Busbahnhof. Der Busbahnhof liegt übrigens ca. eine halbe Stunde Fußweg vom Zentrum entfernt. Um Zeit zu sparen, nahmen wir uns ein Taxi und haben uns zur Laguna Nimez bringen lassen. das ist ein geschützter Bereich, wo man viele Vögel und auch Flamingos sehen kann. Man muss Eintritt zahlen. Da man das Gelände und das Wasser von außen sehen kann, sahen wir auch das keine Flamingos da waren. Also sind wir so – völlig einsam bei schönstem Wetter – an der Promenade lang spaziert.

Und da waren dann auch Flamingos

Ja, wahrscheinlich erkennt ihr sie nicht. Doch wir konnten die pinkfarbenen Flecken eindeutig sehen.

Wir haben dann noch einmal einen Versuch gestartet um Geld abzuheben – keine Chance bei keiner Bank. Aber überall riesige Schlangen. Na ja wir haben ja schon etwas vorgesorgt.

Dann ziehen wir unsere Winterbergsachen an. Denn heute sind 3,5 Stunden draußen am Gletscher. Und gestern war es dort ganz schön kalt. Der Bus fährt dann pünktlich und mit Vollgas los. 16:00 Uhr waren wir im Nationalpark. Wir sind ja jetzt Profis und wussten gleich wo es langgeht. Wir haben uns die große Runde vorgenommen und werden alles ablaufen.

Das Wetter ist herrlich. Heisst wenn kein Wind geht, sind es gefühlte 20 Grad und wenn der Wind kommt, gefühlte 0 Grad. Also Jacke an – Jacke aus. Kapuze und Buff auf und ab.

Es war ein herrlicher Tag. 19:30 Uhr wurden wir vom Bus wieder abgeholt. 20:30 Uhr waren wir wieder in El Calafate. Wir sind dann noch einmal zum Geldautomaten und siehe der ging nun auch wieder. Dann sind wir noch in unser Lieblingslokal – dem Hosteleigenem Lokal – und haben den Abend nett ausklingen lassen.

Übrigens sind wir heute in Summe 16 Kilometer gelaufen und rund 100 Etagen gelaufen. Denn der Rund hatte hunderte Stufen. Ein gutes Abschlusstraining für mich. Denn morgen früh geht es nach Chalten. Und dort machen wir die ersten richtigen Bergtouren.

Ihr müsst damit rechnen, dass wir uns die nächsten zwei Wochen nicht melden können. Wir kommen jetzt in abgelegene Orte. Dort gibt es vermutlich kein WLAN.

Hier unser Plan für Januar:

Tag 35 – Perito Moreno – Der schönste Gletscher der Welt

Heute konnten wir wieder entspannt ausschlafen – na ja zumindest ich, denn Christian ist ja eher der ganz frühe Aufsteher. Frühstück gibt es im Hosteleigenem Lokal.

Dann schlendern wir zum Supermarkt und kaufen Obst und Wasser ein. Die Stadt ist am Morgen super leer und dadurch entspannt. Denn alle sind anscheinend schon auf einer Tour oder schlafen noch.

Gegen 12:30 Uhr werden wir abgeholt zu unserer gebuchten Tour. Wobei wir ja nur die Busfahrt zum Gletscher gebucht haben. Der Bus fährt zum Busbahnhof. Dort müssen wir unseren Voucher in ein Ticket umtauschen und noch eine Busbahnhofsgebühr zahlen.

Dann geht es los. Nach einer Stunde sind wir im Nationalpark. Dort müssen wir natürlich wieder Eintritt zahlen. Dann fahren wir noch ca. eine Dreiviertelstunde und sind am ersten Halt der Bootsfahrt. Wir entscheiden uns für die Bootsfahrt und steigen hier aus. Die Bootsfahrt kostet natürlich auch noch extra. 16:30 Uhr holt uns der Bus hier wieder ab und bringt uns dann zum anderen Aussichtspunkt.

Wir sind wie immer einer der Ersten. Kaufen schnell die Tickets und ab zum Boot.

Hier steht schon eine riesige Schlange. Wir haben Glück und kommen noch mit.

Oho – das schaukelt ganz schön. Erst einmal müssen alle rein und es gibt eine kurze Belehrung. Dann fährt das Boot zum Gletscher und wir können raus auf die Außendecks. Oh man ist der Gletscher riesig.

Eine knappe Stunde sind wir mit dem Boot unterwegs. Zurück an Land sehen wir einen tollen Vogel.

Dann suchen wir den Bus. den haben wir schnell gefunden, nur leider fehlt der Busfahrer. Es stellt sich heraus, dass nicht alle mit unserem Boot mitgekommen sind und daher erst ein Boot später nehmen konnten. Daher fuhr der Bus nicht wie geplant 16:30 Uhr, sondern etwas später. Man kann den Gletscher noch besser bestaunen. Es gibt 4 Kilometer tolle ausgebaute Wege.

Wir hatten eine Stunde Zeit. Der Gletscher ist so atemberaubend schön. Und ständig gibt es einen lauten Knall bzw. Lautes Krachen weil wieder ein riesiges Stück Eis abbricht.

Der Perito-Moreno-Gletscher ist einer der größten Gletscher. Bekannt ist der Gletscher vor allem dadurch, dass seine im Lago (See) Argentino endende Gletscherzunge den südlichen Arm des Sees absperrt und aufstaut, der sich dann periodisch entleert. Benannt wurde der Gletscher nach Perito-Moreno einem argentinischen Geografen, der sich insbesondere Patagonien widmete. Heute gehört der Gletscher zu den größten Touristenattraktionen Argentiniens, er ist der meistbesuchte Ort des als UNESCO-Weltnaturerbe eingestuft. Im Gegensatz zu den meisten Gletschern zieht sich der Perito-Moreno-Gletscher nicht zurück.

Wir könnten hier stundenlang stehen, herumlaufen und dem Gletscher zuschauen.

Und weil es so toll ist, beschließen wir morgen gleich wieder zu kommen. Gegen 20:00 Uhr sind wir wieder im Hostel. Völlig ausgehungert gehen wir gleich ins Hosteleigene Lokal. Dann fragen wir im Hostel nach einem Bus für morgen – leidet sind alle Busse schon ausgebucht. Egal, wir werden morgen früh einfach zum Busbahnhof laufen und schauen , ob wir einen Bus kriegen.

Tag 34 – Zurück in Argentinien

Heute ging es wieder einmal früh los, d.h. 6:00 aufstehen, 6:30 Frühstück, 7:00 Taxi, 7:30 Busabfahrt nach El Calafate.

Das frühe Frühstück im El Rincón war kein Problem. Das Bestellen des Taxis ebenfalls kaum. Nur kurz wurden unsere Nerven strapaziert, da die Morgenschicht südamerikanisches Zeitempfinden an den Tag legte, d.h. sich für das Bestellen ziemlich Zeit ließ. Das ist normalerweise kein Problem, allerdings halten sich die Busfahrer sehr an ihre Abfahrtszeiten. Aber dann war doch alles im Plan, 7:15 waren wir am belebten Busbahnhof. Kleines Drama beim Einsteigen: Dem Pärchen vor uns wurde klargemacht, dass ihr Ticket von gestern war und der Bus ausgebucht wäre. Ok, wir stiegen ein und es ging los. 45 Minuten später waren wir auch schon an der Grenze zu Argentinien. Die Koordination durch einen stummen Busbegleiter war etwas holpriger als gewohnt, aber auch so kamen wir durch. Eine kurze Verzögerung gab es, da einige unerfahrene 😉 Reisende ein wichtiges Dokument verloren hatten. Sieht aus wie ein Kassenbon, wird aber bei der Einreise nach Chile mit dem Stempel ausgestellt und MUSS bei der Ausreise abgegeben werden. Nach einer kurzen Belehrung für die Betroffenen durch die Grenzpolizei konnten dann aber alle mit.

Die Ausreise benötigte insgesamt eine Stunde – hier ist Hochsaison!

Nach weiteren 10 Minuten Piste durch das Niemandsland kamen wir an ein argentinisches Grenzhäuschen. Alle raus, anstellen, einreisen, weiterfahren.

Unterwegs sahen wir zwischen den Nickerchen immer wieder Nandus, Schafe, Rinder, Guanacos und Flamingos.

Ein großes Rätsel bleibt noch, warum wir nicht die kurze Strecke über die Nationalstraße 40 genommen haben, sondern einen 100km-Umweg über die Rutas 7 & 5. Vermutlich hat es etwas mit dem Lokal zu tun, das in der Mitte der Strecke von der Schwiegermutter des Busfahres betrieben wird 😁.

Um 14:00 kamen wir am Busbahnhof in El Calafate an und mit dem Taxi 10 Minuten später in der Stadt im Calafate Hostel.

El Calafate ist Hauptstadt des Departemento Lago Argentino und Zentrum des Tourismus für den Nationalpark Las Glaciares mit dem bekannten Gletscher Perito Moreno am Fuß der Anden.

Der Empfang im Hostal war eher professionell kühl – man ist hier einer unter Tausend. Da ab der nächsten Etappe Geldautomaten knapp werden und häufig leer sind, gilt es hier, Bargeld zu horten. Das Ärgerliche: Es gibt bankenübergreifend ein knappes Limit bei der Auszahlung, das m.E. aus der Zeit vor den letzten fünf Wirtschaftskrisen stammt und seitdem nicht angepasst wurde. Angepasst wurden aber durchaus die Bankgebühren für die Auszahlung. Das führt zur absurden Situation, dass bei einem Maximalbetrag von 4.600 Pesos (108€) fixe Gebühren von 229 bis 330 Pesos anfallen, also mind. 5%. Der Maximalbetrag wurde von uns in vier verschiedenen Banken empirisch ermittelt, d.h. : Ausprobieren. Angefangen bei 12.000 Pesos ging es in 1.000er Schritten runter, also etwa 25 mal „límite excedido“ (Limit überschritten). Das Gute an der Sache: Man kann das Prozedere beliebig oft wiederholen, sodass wir uns schon 13.000 Pesos sichern konnten.

Für den 8. haben wir schon den Bus für El Chalten gebucht, auch den Gletscher Perito Moreno haben wir für morgen im Hostel gebucht. Die 8:00-Tour war leider schon ausgebucht. Da wir aber für morgen das beste Wetter erwarten, haben wir uns für die Nachmittagstour entschieden. Unklar ist noch, ob ein Boot fährt. Da für uns aber das Beobachten des Gletschers im Fokus steht und wir die Bootsfahrt auch schon gemacht haben (2014 und – ich – auch noch 2010), ist das nicht weiter tragisch.

Danach waren wir ziemlich erschöpft und ausgehungert, es gab gleich mal zwei schöne Milanés (Schnitzel mit Beilagen und überbacken). Das schlechte Gewissen trieb uns dann gegen 19:00 zur Lagune am Lago Argentina. Jetzt sitzen wir im Lokal im Hostel (nennt sich Plüschow Resto nach einem deutschen Kampfpiloten des WW I, der hier seine Liebe fand) und trinken zum Ausklang noch ein/zwei Gäschen eine leckeren Malbec. Hasta luego, chicos!

Unser Hostel

.

Calafate

Überall Lavendel

Auf der Suche nach den Flamingos