Tag 47 — Was macht man in Coyhaique?

Ja, die Frage haben wir uns gestellt. Und lange recherchiert. Und letztendlich haben wir herausgefunden, dass es einen Naturpark gibt.

Ok — also war der Plan. Wir GEHEN zu diesem Park. Wir haben ja den ganzen Tag Zeit, also laufen wir die 4 Kilometer bis zum Park. Unser Weg führte uns zuerst durch die Stadt — vorbei an einem berühmten Denkmal

Dann ging es erst durch ein Wohngebiet. Dann mussten wir auf der Straße laufen.

Oh nein jetzt müssen wir tatsächlich durch eine Baustelle durch

Wir dachten ja erst die Bauarbeiter würden uns aufhalten oder uns wegschicken — aber nein sie grüßen alle noch freundlich. Mitten in der Baustelle geht unser Weg (Schotterpiste) steil bergauf. Ach ja, übrigens ist es hier richtig warm. So das wir nach ca. 1,5 Stunden gut durchgeschwitzt am Park ankommen.

Eintritt zahlen und los geht es. Ah… der Rundweg ist 10 Kilometer lang…. wir laufen los. Wiesen, Wald und Wald und Wald. Wir beobachten einige Spechte bei ihrer Arbeit. Dann kommt ein Aussichtspunkt von dem aus wir auf die ganze Stadt schauen können.

Zwischendurch gibt es Informationen

Nach gut 1,5 Stunden kommen wir zur grünen Lagune

Hier entscheiden wir das wir den gleichen Weg zurück gehen und nicht weitergehen. Denn weitergehen heisst noch einmal 3- 4 Stunden. Und so spannend und schön ist es hier leider nicht.

Also laufen wir zurück. Dann müssen wir erst die blöde Schotterpiste in der Mittagshitze wieder runter. Plötzlich hält ein Auto neben mir — eine Frau fragt ob wir nach Coyhaique wollen und bietet an uns mitzunehmen. Oh mein Gott die schickt der Himmel. Dankend steigen wir ein. So haben wir uns locker eine Stunde Rückweg gespart.

In der Stadt angekommen gehen wir erst einmal zum Essen und dann ins Hostel.

Am Abend gehen wir noch raus. Am Hauptplatz (Plaza de Armas) sind viele Menschen und eine Band spielt.

Wir lassen den Tag bei einem frisch gezapften Bier ausklingen.

Morgen Abend 20:00 Uhr geht unser Bus nach Puerto Montt. Die Fahrt wird 19 Stunden dauern. Dort sind ja auch Fährfahrten enthalten, also müssen wir hoffentlich nicht 19 Stunden im Bus sitzen. Wir haben uns allerdings kein Zimmer in Puerto Montt gebucht, sonder in Puerto Varas. Das ist 20 Kilometer entfernt von Puerto Montt. Und in Puerto Varas gibt es die bessere Auswahl an Übernachtungen. Puerto Montt sind nur noch sehr, sehr teure Hostels mit schlechten Bewertungen übrig.

Tag 46 — Nur der Frühaufsteher erwischt den Bus

Wir hatten uns ja zu den Abfahrtszeiten der Busse nach Coyhaique erkundigt:

– mündliche Aussage Abfahrt 09:00 Uhr

– Zettel am Kiosk der als Busterminal gilt – Abfahrt 08:45 Uhr

Trotz 46 Tagen Reisen sind wir immer noch überpünktliche Deutsche. Da klar ist, das jeder Bus mindestens vier Stunden Anfahrt hat, ist auch klar, dass niemand sagen kann wann der wirklich kommt. Also war unser Plan: 08:30 Uhr sind wir am Kiosk wo die Busse fahren. Dann können wir auch noch in Ruhe ein Wasser oder son irgendetwas kaufen. Überpünktlich wie wir sind, waren wir 07:45 Uhr da – und da steht ein Bus der schon Rücksäcke einpackt – nichts wie hin – ja der fährt nach Coyhaique. Rucksäcke verstauen, bezahlen, der Fahrer holt noch schnell einen Ersatzreifen und schon geht es los : 08:15 Uhr. Verrückt 😳

Die ersten 3,5 Stunden gab es wieder keine richtige Straße, sondern nur Schotterpiste. Die Landschaft war wieder atemberaubend ( Bilder machten keinen Sinn, wegen der getönten Scheiben).

14:00 Uhr kamen wir in Coyhaique an. Wir haben uns im Busterminal gleich wegen der Weiterfahrt nach Chaitén oder Puerto Montt erkundigt. Ah….am Samstag (heute ist Donnerstag) geht ein Bus bis Puerto Montt. Der wird zwar 19 Stunden brauchen, ist aber auch mit Fähre. Leider kann man nicht mit Karte zahlen, sondern nur bar. So viel Bargeld haben wir nicht mehr. Also gehen wir erst zum Hostel. Das zu finden ist nicht ganz leicht. Wir sind in einer super eleganten Gegend. Nachdem wir die Straße wieder auf und ab laufen kommt ein Mann und zeigt uns in welchem Haus das Hostel ist – es gibt kein Schild.

An der Tür werden wir von einer Dogge empfangen und drinnen liegt eine superschöne Katze. Ja hier gefällt es mir. Allerdings stellt sich heraus, wir können hier nicht bleiben. Eine Dame gibt uns das Telefon in die Hand, am anderen Ende ist die Besitzerin die erklärt das es seit 1 Woche ein Problem mit der Toilette unseres Zimmers gibt, sie dachte eigentlich es wird repariert und so weiter …… Ok wir haben also kein Zimmer mehr. Die Dame sucht uns ein Zimmer und wird in ca. 20 Minuten dort sein und uns abholen.

In der Zwischenzeit suchen wir einen Geldautomaten – holen Geld – kaufen die Bustickets für Samstag – und gehen wieder zurück zum Hostel. Dort wartet schon die Besitzerin- zum Glück mit ihrem Auto- wir holen die großen Rucksäcke und werden zum anderen Hostel gefahren. Es ist 16:00 Uhr mittlerweile.

Sachen abstellen und ab in das Zentrum – HUNGER. Wir finden ein nettes patagonisches Lokal und bestellen eine typische patagonische Platte

Dann schauen wir uns noch das Zentrum an.

Die riesige Fahne zieht uns an, da laufen wir hin

Dann kaufen wir noch unser Frühstück im Supermarkt und gehen ins Hostel.

Tag 45 – Die Marmorhöhlen von Puerto Rio Tranquilo

06:00 Uhr sind wir das erste mal aufgewacht – oh super das Wetter passt. Der Wind hat sich gelegt, es ist noch bewölkt und die Sonne zeigt sich. Aufstehen ist echt eine Qual – es ist soooo kalt. Nachts schlafen wir mit drei Decken. Und morgens beim Aufstehen erfrierste fast. Und im Badezimmer hat es gefühlt Minusgrade – aber dadurch sind wir schnell. Schnell duschen, anziehen und einen heißen Kaffee mit lecker Frühstück.

Kurz nach acht Uhr sind wir zum Strand. Wir haben uns gleich schön dick und warm angezogen. Denn bei Stunden auf dem Wasser wird es ganz schön frisch und bestimmt auch nass. Gleich bei der ersten belebten Bude haben wir gesagt, dass wir die komplette Marmorhöhlen – Tour machen wollen – und siehe da ihm fehlen genau 2 Leute – perfekt. 10:00 geht es los. Wir bleiben gleich am See. So ruhig haben wir das Wasser hier noch nie erlebt.

Kurz vor zehn gehen wir wieder zu der Bude, bei der wir gebucht haben und dann gehts auch schon los. Wir müssen noch ca. zehn Minuten laufen um in das Boot einzusteigen. Schwimmwesten anziehen und los gehts.

Und dann kommt der erste Halt an einem Schiffswrack:

Wie bitte; habe ich das richtig verstanden, wir sollen aussteigen und auf das Wrack gehen – Christian ist begeistert…ich eher weniger – das alte rostige schiefe Ding..

Das rote ist unser Boot

Und dann geht es weiter. Wir sehen die ersten Höhlen – fahren aber noch nicht rein. Die Landschaft und der See sind einzigartig und wunderschön.

Und dann fahren wir in die Höhlen – schaut euch das an – das ist reine Natur

Wir waren nicht nur in einer Höhle. Und ich schwöre die Fotos sind nicht bearbeitet. Auch von außen war alles echt beeindruckend.

Am Nachmittag sind wir noch auf der Carratera Austral spazieren gegangenen. Dabei haben wir die Torero Arena (Stierkampf) entdeckt.

Die lange Anfahrt lohnt sich definitiv. Morgen fahren wir weiter. Wann genau wissen wir nicht. Wenn alles gut geht, kommt 0845 Uhr ein Bus nach Coyhaique. Den brauchen wir. Dafür haben wir auch unser Bargeld aufgehoben. Tickets gibt es nicht. Bezahlt wird beim Fahrer. Tja und wenn mehr mit wollen als der Bus Plätze hat??? Das werden wir dann morgen sehen. Wir haben zumindest heute schon mal ein Zimmer in Coyhaique gebucht. Dann können wir in Ruhe schauen wie wir weiter nach Chaiten kommen. Und die Fahrt morgen wird ja mindestens genauso ruppelig wie die Hinfahrt.

Tag 44 – Warten auf gutes Wetter und die Entdeckung des Internets

Wir haben wunderbar geschlafen und sind heute erholt aufgewacht. Aber wir mussten uns nicht beeilen, denn es regnete, der Wind war zu stark – und da war uns gleich klar; das wird heute nicht mit dem Bootsausflug zu den Marmorhöhlen. Also haben wir uns gleich noch einmal umgedreht. Einkaufen waren wir ja gestern noch, es fehlten nur noch frische Semmeln oder Brot – das war gestern überall aus. Christian hat sich erbarmt und ist raus in den Sturm und Regen um nach Brot zu suchen. Er war wieder überall und fand eine kleine Bäckerei die schon offen hatte. Scheinen echte Langschläfer zu sein hier.

Dann haben wir toll in unserer kleinen Hütte gefrühstückt – so toll wie schon ganz lange nicht. Mit Käse, Tomaten und Streichwurst…soooo lecker. Der Regen hat aufgehört, also starten wir einen Rundgang durch den Ort.

Zuerst ging es an den See. Wir wollten uns erkundigen über die Touren und Preise. Wir wissen natürlich schon was wir wollen – wir wollen die große Tour mit allen Höhlen. Die dauert ca. 3 – 4 Stunden. Diese Tour findet mit einem kleinem Boot statt mit sechs Leuten. Also reservieren wir und lassen uns in ein Buch einschreiben. Wir sagen wir kommen heute Abend wieder, um zu fragen ob die sechs Leute zusammengekommen sind und wann die Tour startet. Wir haben in anderen Reiseberichten gelesen, dass man so früh wie möglich starten soll – so gegen 08:00 Uhr – dann ist das Licht am Besten und der Wasserstand am Niedrigsten. So können die Boote in die Höhlen hineinfahren.

Wir sehen zwar Boote fahren, aber bei dem Wellengang macht das keinen Spaß. Und wie gesagt, dann kommt man nicht in die Höhlen Wir sind froh, dass wir unsere Hütte gleich für 3 Nächte gebucht haben.

Wir gehen weiter durch den Ort:

Nach kurzer Zeit waren wir in jeder Straße – Jaaa so klein ist der Ort. Wir holen noch einige Sachen aus dem Supermarkt und gehen wir in unser kleines Häuschen. Unsere Vermieterin bietet uns wieder an ein Feuer in unserem kleinen Ofen anzuzünden. Wir lehnen dankend ab. Gestern bei der Ankunft sagte sie uns auch gleich, wenn wir Feuer machen wollen – einfach Bescheid sagen. Gestern war es hier irre heiß, weil es windstill war. Da dachten wir uns noch – HALLO was sollen wir bei der Hitze mit Feuer. Gut nach einer Stunde in unserer Hütte, gehe ich rüber zur Vermieterin und bitte darum Feuer zu machen – es ist kalt – ja das ist Patagonien.

Dann heizen wir so richtig schön ein. Ah wir haben ja auch ein Radio. Heben es hoch und siehe da ein Zettel – wie WIFI Passwort? – Oh krass wir haben Internet – unglaublich.

Später kochen wir uns dann unser lecker Essen und öffnen unseren Rotwein. Echt schön gemütlich hier.

Am Abend gehen wir wieder zum See, und wollen fragen:

– Sind die 6 Leute für die große Tour zusammen gekommen?

– Wann starten wir morgen früh

Tja, leider ist die Dame bei wir reserviert haben nicht mehr da. Der andere Neue versteht uns nicht bzw. Versteht er nicht das wir schon in seinem Buch stehen. Also wollen wir es ihm zeigen – oh – unsere Namen sind durchgestrichen. Wir ziehen frustriert ab.

OK, dann Plan B. Wir gehen einfach morgen früh kurz nach 08:00 Uhr zum Strand und sagen wir wollen jetzt die große Tour machen. Hoffentlich passt das Wetter morgen

Tag 43 — Nach 22 Stunden endlich am Ziel Puerto Rio Tranquilo

Unser Bus startete gestern mit leichter Verspätung 22:10 Uhr. Es gab am Anfang ein kleines Problem mit Christians Sitz. Er konnte ihn zwar nach hinten machen, allerdings konnte er den Sitz nicht einrasten Mhhh… blöd für eine Nachtfahrt. Aber der Busfahrer hat schnell repariert. Es gab noch eine Minikleinigkeit zu essen und ein Becher Wasser. Und schon gingen die Lichter aus. Wir machten es uns gemütlich in den breiten Sitzen und schliefen bis heute morgen.

08:30 Uhr waren wir am ersten Ziel Los Antiguos. Jetzt hieß es schnell sein. Christian ging in das Bus — Terminal um die Weiterfahrt zu organisieren und ich kümmerte mich um das Gepäck. Er konnte direkt Tickets für die Weiterfahrt (Grenzübergang nach Chile) kaufen. 12:00 Uhr soll es mit dem nächsten Bus weitergehen. Bevor wir ans Frühstücken denken konnten haben wir die Papiere für die Einreise nach Chile ausgefüllt. Im Busbahnhof gab es gar nichts zu kaufen. Wir bekamen den Tipp, dass es einige Minuten entfernt eine Panaderia (Bäckerei) gibt. Christian lief dort hin und ich passte wieder aufs Gepäck auf. Leider gab es nur Süßes, wir aßen jeder zwei Teile und sind dann noch Richtung Zentrum um ein Café zu suchen. Viel Zeit hatten wir nicht mehr. Aber zum Glück waren wir nach 10 Minuten im Café. Schnell frühstücken und wieder zurück zum Busbahnhof. Und pünktlich 12:00 Uhr ging es los. Der Bus war nur noch ein kleiner Bus . Wir waren 16 Fahrgäste. Letztendlich sind wir keine 10 Minuten mit dem Bus gefahren. So nah waren wir schon an der Grenze. Die Grenzüberschreitung hat ca. 50 Minuten gedauert. Dann waren wir in Chile in Chile Chico. Gleiches Spiel — ich Gepäckbeauftragte und Christian Organisation Weiterfahrt — wunderbar er kommt wieder mit Tickets. In 20 Minuten geht es weiter. Jetzt sind wir nur noch zu 6. Leider ist die Fahrt fast ausschließlich auf Schotterpiste und das für 5 Stunden. Dafür entschädigte die Landschaft. Wir haben quasi den zweitgrößten See Südamerikas — Lago General Carrera — fast umrundet. Die Landschaft und Aussichten sind wunderschön.

17:30 Uhr sind wir dann endlich in unserem Zielort — Puerto Rio Tranquilo. Tja wir haben ja noch keine Übernachtung. Also bleibe ich mit dem Gepäck stehen und Christian läuft den Ort ab. Nach einer Stunde ist er wieder da, aber noch nicht glücklich mit dem Ergebnis. Er war quasi in jedem Haus — alles voll. Dann hat ihn die Tourist Information weitergeholfen, allerdings ist die Unterkunft ziemlich teuer und ziemlich außerhalb. Also gehen wir gemeinsam mit dem Gepäck noch einmal zur Tourist Information. Die Dame empfiehlt uns noch eine andere Adresse — hier haben wir Glück. Ein kleines Zimmer mit Küche und Bad.

Wir sind soooo fertig und hungrig. Und es ist hier irre heiß. Also laufen wir gleich wieder los — essen und dann noch ab in den Supermarkt.

Und dann ins Bett.

Übrigens gibt es hier weder Internet noch einen Bankautomaten. Wenigstens kann man in einigen Läden mit Kreditkarte zahlen.

Tag 34 – Zurück in Argentinien

Heute ging es wieder einmal früh los, d.h. 6:00 aufstehen, 6:30 Frühstück, 7:00 Taxi, 7:30 Busabfahrt nach El Calafate.

Das frühe Frühstück im El Rincón war kein Problem. Das Bestellen des Taxis ebenfalls kaum. Nur kurz wurden unsere Nerven strapaziert, da die Morgenschicht südamerikanisches Zeitempfinden an den Tag legte, d.h. sich für das Bestellen ziemlich Zeit ließ. Das ist normalerweise kein Problem, allerdings halten sich die Busfahrer sehr an ihre Abfahrtszeiten. Aber dann war doch alles im Plan, 7:15 waren wir am belebten Busbahnhof. Kleines Drama beim Einsteigen: Dem Pärchen vor uns wurde klargemacht, dass ihr Ticket von gestern war und der Bus ausgebucht wäre. Ok, wir stiegen ein und es ging los. 45 Minuten später waren wir auch schon an der Grenze zu Argentinien. Die Koordination durch einen stummen Busbegleiter war etwas holpriger als gewohnt, aber auch so kamen wir durch. Eine kurze Verzögerung gab es, da einige unerfahrene 😉 Reisende ein wichtiges Dokument verloren hatten. Sieht aus wie ein Kassenbon, wird aber bei der Einreise nach Chile mit dem Stempel ausgestellt und MUSS bei der Ausreise abgegeben werden. Nach einer kurzen Belehrung für die Betroffenen durch die Grenzpolizei konnten dann aber alle mit.

Die Ausreise benötigte insgesamt eine Stunde – hier ist Hochsaison!

Nach weiteren 10 Minuten Piste durch das Niemandsland kamen wir an ein argentinisches Grenzhäuschen. Alle raus, anstellen, einreisen, weiterfahren.

Unterwegs sahen wir zwischen den Nickerchen immer wieder Nandus, Schafe, Rinder, Guanacos und Flamingos.

Ein großes Rätsel bleibt noch, warum wir nicht die kurze Strecke über die Nationalstraße 40 genommen haben, sondern einen 100km-Umweg über die Rutas 7 & 5. Vermutlich hat es etwas mit dem Lokal zu tun, das in der Mitte der Strecke von der Schwiegermutter des Busfahres betrieben wird 😁.

Um 14:00 kamen wir am Busbahnhof in El Calafate an und mit dem Taxi 10 Minuten später in der Stadt im Calafate Hostel.

El Calafate ist Hauptstadt des Departemento Lago Argentino und Zentrum des Tourismus für den Nationalpark Las Glaciares mit dem bekannten Gletscher Perito Moreno am Fuß der Anden.

Der Empfang im Hostal war eher professionell kühl – man ist hier einer unter Tausend. Da ab der nächsten Etappe Geldautomaten knapp werden und häufig leer sind, gilt es hier, Bargeld zu horten. Das Ärgerliche: Es gibt bankenübergreifend ein knappes Limit bei der Auszahlung, das m.E. aus der Zeit vor den letzten fünf Wirtschaftskrisen stammt und seitdem nicht angepasst wurde. Angepasst wurden aber durchaus die Bankgebühren für die Auszahlung. Das führt zur absurden Situation, dass bei einem Maximalbetrag von 4.600 Pesos (108€) fixe Gebühren von 229 bis 330 Pesos anfallen, also mind. 5%. Der Maximalbetrag wurde von uns in vier verschiedenen Banken empirisch ermittelt, d.h. : Ausprobieren. Angefangen bei 12.000 Pesos ging es in 1.000er Schritten runter, also etwa 25 mal „límite excedido“ (Limit überschritten). Das Gute an der Sache: Man kann das Prozedere beliebig oft wiederholen, sodass wir uns schon 13.000 Pesos sichern konnten.

Für den 8. haben wir schon den Bus für El Chalten gebucht, auch den Gletscher Perito Moreno haben wir für morgen im Hostel gebucht. Die 8:00-Tour war leider schon ausgebucht. Da wir aber für morgen das beste Wetter erwarten, haben wir uns für die Nachmittagstour entschieden. Unklar ist noch, ob ein Boot fährt. Da für uns aber das Beobachten des Gletschers im Fokus steht und wir die Bootsfahrt auch schon gemacht haben (2014 und – ich – auch noch 2010), ist das nicht weiter tragisch.

Danach waren wir ziemlich erschöpft und ausgehungert, es gab gleich mal zwei schöne Milanés (Schnitzel mit Beilagen und überbacken). Das schlechte Gewissen trieb uns dann gegen 19:00 zur Lagune am Lago Argentina. Jetzt sitzen wir im Lokal im Hostel (nennt sich Plüschow Resto nach einem deutschen Kampfpiloten des WW I, der hier seine Liebe fand) und trinken zum Ausklang noch ein/zwei Gäschen eine leckeren Malbec. Hasta luego, chicos!

Unser Hostel

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Calafate

Überall Lavendel

Auf der Suche nach den Flamingos

Tag 33 – Unser letzter Tag in Puerto Natales

Wir wurden vom patagonischen Wind geweckt. Gefühlt fliegt gleich das Dach weg oder die Fensterscheiben raus. Wir schieben uns durch den Sturm zum Supermarkt. Unser dritter Anlauf in dieser Woche. Bisher waren wir immer am Abend dort. Da waren die Schlangen an den Kassen so lang, dass man mindestens zwei Stunden anstehen musste. Und wir brauchen Duschgel, Haarspülung und Wasser. Das letzte mal waren wir Silvester hier. Die Regale die an Silvester leer gekauft wurden, sind jetzt (am.4.1.) immer noch leer. So auch das Duschgelregal. Wir fragen extra noch einmal nach, weil wir es nicht glauben können – aber ja – kein Duschgel. Na gut, dann nehmen wir das Wasser, die Spülung und noch Weintrauben.

Auch im nächsten Supermarkt kein Duschgel. Dann gehen wir in eine der vielen Apotheken. Die sind hier auch so etwas wie Drogeriemärkte. Und tatsächlich EIN Duschgel – puh noch einmal Glück gehabt. Und das Beste, es ist sogar viel billiger als in den Supermärkten.

Zurück zum Hostel. Dann klären wir mit unserem Hostelbesitzer, wie wir bezahlen können – also mit oder ohne Kreditkarte. Offiziell ist es so:

– mit Kreditkarte zahlen, heisst keine Mehrwertsteuer von 20 % zahlen

– bar zahlen heisst Mehrwertsteuer zahlen und viel Bargeld abheben

Am Ende ist es immer irgendwie anders. So auch heute. Wir können nicht mit Karte zahlen, brauchen aber trotzdem keine Mehrwertsteuer zahlen. Super. Also ab zum Geldautomat. Wir nehmen auch gleich noch mehr Geld mit. denn nach El Calafate und El Chaltén = Argentinien; kommen wir wieder nach Chile- allerdings in ziemlich abgelegene Orte – daher nehmen wir gleich mal Geld mit.

Jetzt können wir endlich unseren Rundgang starten.

Aber kaum am Meer angekommen, kehren wir gleich wieder um und gehen in das nächste Café. Es ist sooo stürmisch und regnet auch noch. Nach einer Weile starten wir den nächsten Versuch – nicht mal die Schwäne trauen sich heute raus.

Also ab zum Mittagessen. Wir gehen wieder zum El Bote und nehmen das Menü del Dia (Menü des Tages). Eine Suppe – Kartoffelpüree mit Hühnchen und Milchreis.

Am Abend gehen wir noch Kaffee trinken mit tollem Kuchen.

So eine wirklich entspannte Woche endet. Das hatten wir uns für diese reise ja vorgenommen – auch mal an einem Ort bleiben und nicht immer jeden Tag Aktivitäten.

Morgen geht 07:30 Uhr der Bus nach El Calafate. Dann sind wir wieder in Argentinien.

Tag 32 – Museum und Königskrabben (Centolla)

Heute beginnen wir den Tag – nach einem ausgiebigen Frühstück – mit einem Besuch im historischen Museum. Das Museum ist direkt ums Eck in einem kleinen Haus. Es erzählt die Geschichte der Region und dessen Besiedlung.

Dann haben wir unsere Runde durch den Ort gedreht. Und schon war es wieder 2 Uhr und ein kleiner Hunger machte sich bemerkbar. Da wir vorhaben heute Abend Königskrabben zu essen, wollen wir jetzt nur einen Kaffee und etwas Süßes. Also gehen wir in die Creperia. Interessanterweise gibt es ein Menü des Tages für 5000 Peso. (Man bedenke, dass der günstigste süße Crêpe 4700 Peso gekostet hätte)

Es besteht aus einem Kaffee, Salat und einem herzhaftem Crêpe und man kann sich 2 Füllungen und die Sauce aussuchen. Dem tollen Angebot können wir nicht widerstehen. So nehmen wir den Crêpe mit Tomate und Käsefüllung und Koriandersauce – Super lecker

Am Abend sind wir dann ins El Bote zum Essen gegangen. Seit Ushuia standen Königskrabben noch auf unserer Liste. Denn gibt es voranging hier in Ushuia, Punta Arenas und hier in Puerto Natales.

Es gibt sie pur mit Mayonnaisen und als Auflauf

Meine persönliche Meinung: Ja es war lecker, aber jauch nicht überragend.

Dann sind wir spazieren gegangen. Irgendwie sieht alles jeden Tag anders aus – je nach Licht und Wolken

Tag 31 – Die Zeit vergeht beim Nichtstun

Wir lassen es weiter ruhig angehen. Zum Glück haben wir unseren Silvesterkater überstanden. Als erstes haben wir heute unsere Antarktis – Parka genommen und sind wieder zur Post gegangen. Glücklicherweise konnten wir bei der Post auch einen passenden Karton kaufen. Dann hat die nette Postangestellte alles fein verpackt. Und für 44 Euro ist das Paket jetzt zu Euch Claudia und Markus unterwegs.

Dann haben wir einen langen Spaziergang bei starkem Wind gemacht. Dabei haben wir viele Vögel und insbesondere die Schwarzhalsschwäne mit ihren Jungen beobachtet. Wenn die Kleinen nicht mehr schwimmen können oder wollen – dann krabbeln sie auf den Rücken der Eltern und wärmen sich in deren Federn. Hoffentlich könnt ihr etwas erkennen:

Unterwegs haben wir auch unser Traumhaus gefunden:-)

…oder doch lieber in Containern wohnen….

Dann ging es zum aufwärmen erst einmal in ein Café

…mhhh lecker heiße Orangenschokolade

Am frühen Nachmittag ging es dann zum Essen

Nach einer Pause im Hostel, sind wir dann nochmals los. Wir sind zu den Fitnessgeräten im Freien und haben ein bisschen trainiert und dann sind wir noch herum geschlendert. Am Abend war es außergewöhnlich windstill und die Berge waren wunderbar zu sehen

Und schon war es wieder 21:00 Uhr

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Tag 30 – Neujahrstag in Puerto Natales

Zum Essen ging es gegen 19:00 Uhr und das war eine gute Entscheidung. Die Restaurants waren alle voll, aber in einem der ersten bekamen wir nach 10 Minuten Warten einen Tisch. Das sollte bald nach uns keinem mehr gelingen, denn ab 20:30 gab es nur noch Reservierungen, Laufkundschaft wurde nicht mehr angenommen. Nach all dem Fleisch im Supermarkt war klar: Heute gibt es Gegrilltes. Wir bestellten uns eine Parillada Tradicionales und es kam ein Holzkohlengrill auf den Tisch mit knapp zwei Kilogramm Fleisch und Wurst darauf, als Dekoration waren zwei Kartoffeln dabei.

Zubereitung unseres Essens

Unser Essen

Hier war vom Lamm (Asado), Rind (Steak), Schwein (Chorrizo) und Huhn (Brust) alles geboten. Mit den Bierchen war für eine gute Grundlage gesorgt. Den Jahreswechsel verbrachten wir im Basecamp. Typisch, oder? Dabei handelt es sich aber um kein Lager, sondern eine Kneipe in Puerto Natales. Schon beim Eintritt sahen wir das Equipment einer Band aufgebaut, hier gab es also auch mal Musik. Die Kneipe ist übrigens neben dem Eratic Rock, einem Outdoorladen, bei dem wir 2014 unsere Ausrüstung für den W-Trek im Torre del Paine Nationalpark ausgeliehen hatten.

Als wir zur Verdauung einen Fernet bestellten, wunderten wir uns noch über die Frage: Mit Cola? Nein, danke. Als dann die Gläser kamen, nicht mehr. Erwartet hatten wir ein Schnapsglas voll, auf dem Tisch standen eher 2 Viertel Fernet. Das Bier als Beilage hätten wir uns gerne sparen können.

Im Laufe des Abends wurde uns auch klar, wie es weiterging: Gegen 23:00 wurden alle Gäste, die keinen Eintritt für die Band zahlen wollten, hinausgebeten. Im Anschluss waren innerhalb von 10 Minuten alle Stühle und Tische weggeräumt und es lief der Countdown für 2019, Sekt für alle gab es vom Chef.

So, die Uhren gehen hier etwas anders – um 1:00 stürmte die 6-köpfige Band auf die „Bühne“ und die Party ging los. Immer mehr Menschen kamen in den kleinen Laden.

Irgendwann strichen wir die Segel und liefen einige Blöcke bis zum Hostel.

Der Morgen heute verlief zäh. Kurz vor 10:00 sicherten wir uns noch den Frühstückscafe, im Anschluss war weiterdösen angesagt. Gegen 16:00 waren wir wieder so ausgehungert, dass wir nach einem kleinen Spaziergang eine Pizzeria aufsuchten, um uns wieder zu stärken.

Gegen 18:00 Uhr waren wir wieder im Hostel, wo wir jetzt die Zeit zwischen den Schlafattacken mit Organisation und Fernsehen verbringen.

Fazit: Auch ohne Feuerwerk ein guter Rutsch ins neue Jahr in der Ferne.

Euch Allen wünschen wir hier ein Gutes Neues Jahr!

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