Tag 155 – Letzte Touren und Abschied

Das Wetter zeigte sich heute von seiner besten Seite, eine Vogelbeobachtungstour stand nichts im Wege (bei Regen zeigen sich die Tiere nicht, wir wären länger liegengeblieben). Mit dem Boot ging es die Flussarme rauf und runter, immer wieder nur mit dem Paddel. Wir sahen und vor allem hörten wir eine Vielzahl von Vögel. Die Stimmung am Morgen ist ganz besonders schön.

Am imposantesten war allerdings die Geräuschkulisse von zwei benachbarten Affenhorden, die lautstark ihr Revier markierten. Insgesamt sahen wir auf dieser Tour vier verschiedene Affenarten, u.a. Kapuzineräffchen.

Jetzt ging es zurück zum Frühstück und dann stand unser letzter Walk auf dem Programm, eine 3-4 stündige Dschungeltour. Gleich zu Beginn zeigt uns Wilson einen besonderen Baum. Er schneidet in die Rinde und der Baum blutet…. Diese Flüssigkeit benutzt man im Dschungel wenn man tiefe Verletzungen – zum Beispiel durch die Machete verursacht – hat oder als Sonnenschutz.

Der Zugang muss sich aktuell hart erkämpft werde, da das Wasser nahezu überall steht und unzählige Behelfsbrücken und Steg aus hingeworfenen Baumstämmen überquert werden müssen. Wilson unser Guide baut uns oft Behelfsgeländer aus Stöcken. Man muss mit den rutschigen, schlammigen Gummistiefeln auf den Baumstämmen balancieren.

Wilson hat sich einen Wurm ans Ohr gehängt.

Ein Baumstamm voller Stacheln

An dieses Schlammloch kommen oft Tiere wie Jaguar, Tapir….aber heute ist niemand da

Hier haben wir eine Pause gemacht und Wilson hat uns aus einem Pilz dieses Abschiedsgeschenk gemacht und überreicht.

Dann ging es zurück zur Lodge. Dort angekommen hatten wir noch eine Stunde bis zum Mittagessen. Das hieß für uns die Hosen und Socken auswaschen. Die waren voller Schlamm. Und heute scheint die Sonne und wenn wir Glück haben, trocknen die Sachen noch.

Vor unserer Lodge gefunden

Nachdem Mittagessen ging ans Packen und Abschied nehmen. Von unseren sechs russischen Freunden blieben vier in der Lodge, zwei nutzten die Gelegenheit zu einem Kurzausflug nach Peru, u.a. um Bier einzukaufen 😁.

Gegen 15:00 kamen wir in Pantoja/Peru an. Kurze Anmeldung beim Militär durch unseren Bootsführer und runter vom Boot. Gegenüber der Bootsanlegestelle fand sich gleich eine Unterkunft mit wenig Kakerlaken. Mehr gab’s hier nicht, dafür unschlagbar günstig für 5$ pro Person.

Zu unserer großen Freude ging das nächste Boot am nächsten Tag um 4:00, wir würden mit einer Nacht hier auskommen. Nicht ganz eine Nacht, da Aufstehen um 3:30 angesagt war. Der Bootsführer hatte sich schon eingefunden, unsere Ankunft hatte sich schnell herumgesprochen. Die weniger gute Nachricht: Mittlerweile wurde der Fahrplan geändert, es gab keine Zwischenübernachtung in Santa Cloltilde mehr, d.h. mindestens 15 Stunden Fahrt auf dem kleinen Boot.

Der nächste Weg führte uns zum Migrationsbüro, wo wir unseren Einreisestempel erbaten. Das Prozedere hier hätte einem internationalen Flughafen gut angestanden.

Bild wurde gemacht, Fingerabdrücke genommen und dann gab es den Stempel. Alles superfreundlich und professionell. Hurra! Jetzt waren wir legal in Peru!

Dann war es Zeit, uns zu verabschieden von Guide Wilson, unserem Bootsführer und unseren beiden russischen Begleitern. Alle waren uns nach drei Tagen und Nächten schon ans Herz gewachsen, also großes Drücken und Winken!

Den Ort besichtigt (10 Minuten) und ans Ufer gesetzt, dann noch Semmeln eingekauft und Bierchen in einem „Restaurant“ getrunken – und früh ins Bett

.

Geschlafen wurde wenig, zwischendurch kamen die obligatorischen Unwetter, das Prasseln des Regens hörte sich an wie ununterbrochenes Donnern. Außerdem war es furchtbar heiß in dem Zimmer.

Na, auf diese Bootsfahrt war ich nun mal gespannt.

Tag 154 – Im Yasuni Nationalpark

Nach Katzenwäsche um 5:15 und Packen ging es um 6:00 mit einem Boot zurück zum Rio Napo. Nach einer guten Stunde erreichten wir unser erstes Ziel: einen 40m hohen Aussichtsturm mitten im Dschungel.

Neben dem atemberaubenden Ausblick ermöglicht diese erhöhte Position tolle Vogelbeobachtungen.

Wir sahen Tukane, Papageien, Affen und einiges mehr. Zum fotografieren leider zu weit weg. Im Anschluss ging es im Eilmarsch quer durch den Dschungel, da Hector eine große Pekari-Herde (Nabelschweine) ausgemacht hatte (über 100 Tiere). Dummerweise sind die Tiere aber ziemlich scheu. Als sie uns kommen hörten, hörten wir noch ein Riesengequieke und Getrampel, sahen aber nichts mehr…

Gesehen haben wir aber wieder eine ganzenReihe von tollen Insekten und Pflanzen. Die Insekten und Frösche sind wahre Meister der Tarnung und ohne die fachkundigen Augen unseres Guides wären wir des Öfteren an einem Blatt oder einem Grashalm vorbeigegangen.

Unser nächstes Ziel war Nuevo Rocafuerte, eine Grenzstadt am Rio Napo, wo wir alle Mittagessen und Sandra und ich hoffentlich unseren Ausreisestempel in den Pass bekommen. Der Ort ist die Geburtsstadt des aktuellen Präsidenten Lenin Moreno und daher ziemlich bekannt. Aktuell wird die Uferpromenade gerade gebaut, d.h. Vor dem Restaurant war eine große Baustelle.

Die Grenzstation war ein Büro am anderen Ende des Ortes. Wir liefen hin, das Büro war verschlossen. Nebenan gab es ein Dormitorio de Migración, was wir als Schlafsaal identifizierten. Nach wiederholtem „Buenos Tardes“ Rufen öffnete sich die Tür und ein Jugendlicher Grenzbeamter in Turnhose und T-Shirt öffnete uns. Obwohl wir ihn vermutlich aus seinem Mittagsschlaf gerissen hatten, war er keinesfalls unfreundlich und öffnete sein Büro.

In einem großen Buch vermerkte er unsere Daten, prüfte sorgfältig seinen Stempel und gab uns den erforderlichen Eintrag in unsere Pässe.

Im Anschluss ging es mit dem Boot – wie sonst – zu unserer nächsten Unterkunft den Rio Aguarica entlang. Erste Station war hier eine Kommune, die als Attraktion die Flussdelfine angefüttert hatte. Hier konnten wir die seltenen Flussdelfine mit Fischstückchen füttern.

Jetzt heißt es wieder Boot wechseln.

Danach fuhren wir zu unserer Unterkunft, wo wir die Zimmer bezogen und zügig weiterfuhren zum nächsten Programmpunkt: Angeln.

Die momentanen hohen Wasserstände sind allerdings nicht besonders hilfreich, sodass wir erfolglos nach einer Stunde abziehen mussten. Welch ein Unterschied zu unserem Aufenthalt in 2014, wo wir bei einem Ausflug im Minutentakt die Piranhas aus dem Fluss zogen.

Na, Abendessen gab es dann trotzdem und weiter ging es mit einer Nachtwanderung hinter der Lodge in den Dschungel. Nachts erlebt man den Dschungel noch intensiver, die Geräuschkulisse ist einfach beeindruckend.

Nach langem Tag ging es früh ins Bett, morgen hieß es zur Vogelbeobachtung um 5:30 aufstehen.

Tag 153 – In den Yasuni-Nationalpark

Um 6:30 standen wir auf. Um 7:30 sollten wir uns im Büro der Agentur einfinden, wo Jaqueline uns in das richtige Boot setzen würde. Cafés hatten vor 7:00 nicht offen, daher gingen wir ums Eck in die Bäckerei, dort bekamen wir auch einen.Kaffee zu unseren Hörnchen.

Mit dem Taxi ging es zur Agentur, wo noch alles verschlossen war.

Hier hieß es nun warten. Jaqueline samt Baby und ihr Fahrer tauchten kurz vor 8:00 auf. Bis dahin wurde uns schon etwas mulmig, aber sie hatte wohl verschlafen. Das Boot gehe wohl um 8:30 und wir müssten uns jetzt beeilen.

Gesagt, getan – kurz darauf standen wir am Pier.

Hier hieß es zunächst einmal warten. Gegen 8:25 war es dann soweit. Wir wurden aufgerufen, unsere Pässe kontrolliert und wir gingen an Bord. Das Schnellboot hatte Platz für 16 Passagiere und wir waren voll!

Nun ging es für etwa eine Stunde am Fluss Napo entlang. Zu sehen waren neben gelegentlichen Ansiedlungen am Flussufer einige Vögel und die Flusslandschaft an sich.

Eine Menge Treibholz schwamm im Fluss, sodass unser Pilot immer wieder ausweichen musste. Und auf so einem Schnellboot wird es ganz schön kalt mit der Zeit. Um 9:40 trafen wir auf unsere Gruppe, bestehend aus drei russischen Paaren unserem Guide Wilson und dem Kapitän. Der Umstieg von unserem öffentlichen Schnellboot in das andere Boot verlief anders als erwartet. Im Zuge der Beschleunigung stiegen wir mitten im Fluss auf das Boot um. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde ging es gleich weiter zu unserem ersten Programmpunkt, dem Papageienschlammloch. Dazu wurden wir mit Gummistiefeln ausgestattet (fast in unseren Größen). Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir hatten noch kurze Hosen und kurze Shirts an. Denn obwohl es sehr warm ist, geht man natürlich nicht mit kurzen Sachen in den Dschungel. Wegen der tausenden Tiere, giftigen,stachligen Pflanzen und der Moskitos. Aber da müssen wir jetzt durch.

Auf dem Weg treffen wir auf zwei Vogelbeobachter. Wir dürfen durch das Fernglas schauen und sehen dann auch den Vogel, den wir mit bloßem Auge nicht entdecken können.

Um ihre Mägen in Schuss zu halten, müssen manche Papageienarten bestimmten Schlamm fressen. Von diesen Schlammlöchern gibt es mehr als ein Dutzend im Nationalpark. Nach einem kurzen Dschungelspaziergang kommen wir zum Schlammloch. Enttäuschung macht sich breit, kein einziger Papagei ist zu sehen. Ok, Sonnenschein ist wohl auch noch erforderlich. Damit können wir nicht dienen, es schüttet meistens wie aus Eimern.

Gut, dass wir von der Agentur mit Gummistiefeln und Regenponchos ausgestattet wurden. Als Alternativprogramm ging es vom Papageienbeobachtungspunkt gleich in den Dschungel. Es ging bergab und bergauf, über Stock und Stein, durch viele Schlamm – und Wasserstellen. Es war rutschig und sehr, sehr schlammig und schon echt anstrengend. Der Schweiß floss in Strömen aus allen Poren.

Dabei fanden wir ziemlich große Spinnen und Raupen, ziemlich kleine Frösche und ziemlich giftige Schlangen.

Zurück an der Papageienstelle warteten wir nochmal kurz aber es tat sich nichts. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Rest unserer Gruppe ununterbrochen redet. Ja, jetzt wissen wir wieder warum wir keine Gruppenreisen mögen. Wir gingen also zurück zum Boot. Und schon fing es an zu regnen.

Kurz nach 14:00 Uhr waren wir an der Lodge.

Zimmer wurden bezogen und sofort ging es zur nächsten Dschungelwanderung. Wir zogen uns schnell um, und los ging es. Es war zwar nicht wieder so steil wie am Vormittag, aber genauso schlammig und heiß.

Es gab wieder viel zu entdecken. Zum Beispiel einen Baum mit einem Stamm auf der Erde. Man nennt ihn hier den Anacondabaum.

Interessante Pilze…

Wir haben 200 Jahre alte Bäume gesehen. Und sind fast auf diese giftige Schlange getreten.

Unser Guide Wilson hat auch viel über den medizinischen Einsatz der Pflanzen erklärt und welche Pflanze man zu kochen nutzt. Leider war er immer sehr schnell. Wenn man am Ende der Gruppe war, kam man kaum hinterher. Man steckte ja auch ständig im Schlamm fest.

Zum Einbruch der Dämmerung waren wir zurück. Der Schlamm war in den Stiefeln und außen bis zu den Knien. 19:00 Uhr gab es Abendessen. Das Esszimmer teilten wir uns mit einer riesigen Tarantel.

Im neuen Kühlschrank waren auch vier Bier, der Kühlschrank war allerdings mit einer Kette und Vorhängeschloss gesichert. Dummerweise war der Schlüssel nicht auffindbar. Nach einer Stunde kam Chef Hector aus Puyo nach und es wurde kurzer Prozess gemacht: Das Schloss wurde mit einer Machete aufgeschlagen und es gab ein Bierchen. Eigentlich sollte es heute noch eine Nachtwanderung geben. Aber wir hatten alle genug für heute.

Gegen 9:00 ging es dann unter das Moskitonetz schlafen, um 5:15 war am nächsten Tag Wecken angesagt, Abmarsch um 6:00.

Tag 152 – Museum & Planung in El Coca

Heute Nacht gab es wieder ein richtiges Tropengewitter mit Wolkenbruch und Blitz und Donner. Kein Wunder, dass es hier so viele Flüsse gibt – irgendwohin muss das Wasser von der Straße.

In El Coca haben wir kein Frühstück im Hotel also gingen wir einen Block weiter in ein Café und frühstückten a la carte.

So gestärkt mit gutem Cappuccino, Schinken-Käse-Toast und Saft ging es zurück ins Hotel. Hier war jetzt mal Planung angesagt. Der Weg an die Ostküste Brasilien nach Belem mit Boot(en) ist zwar durchaus bekannt unter Reisenden, allerdings sind Schiffe und Organisation nicht für die Touristen gemacht sondern für die Einheimischen. Daher machen wir uns auf einige Überraschungen gefasst. Spontanität will aber gut geplant sein, daher haben wir uns nach tagelangen Recherchen im Internet (wenige alte Berichte) einiges zusammengeschrieben:

Der einfachste Teil ist die Tour, die uns ab morgen innerhalb von drei Tagen nach Cabo Pantoja in Peru bringt. Dazu fahren wir den Napo River drei Tage nach Nuevo Rocafuerte, dem ecuadorianischen Grenzort. Dort holen wir auf der Polizeistation unsere Ausreisestempel ab. Mit einem kleinen Boot setzen wir dann über nach Cabo Pantoja, dem Grenzort in Peru (zwei Stunden). Dort wollen wir unsere Einreisestempel abholen. Da das nächste Boot Richtung Iquitos allerdings erst am Mittwoch geht, werden wir dort zwei Nächte verbringen müssen. Der Ort besteht aus einer peruanischen Kaserne. Intensive Recherchen in üblichen Hotelplattformen haben kein Ergebnis geliefert, sodass wir uns erst dort eine Bleibe suchen müssen.

Wenn am Mittwoch das Boot Richtung Iquitos geht, werden wir frühmorgens abdampfen. Nach Zweidrittel der Strecke soll es eine inkludierte Übernachtung in Santa Coltilde geben. Auch über diesen Ort ist nicht viel bekannt.

Am nächsten Tag wollen wir dann in Manzan ankommen. Der Dampfer fährt nämlich nicht bis Iquitos, sonder endet an der Stelle, wo der Napo River (als Zufluss) und der Amazonas sich am nächsten kommen. Um die Größe Schleife nicht ausfahren zu müssen, endet das Schiff dort und man fährt wohl mit einem Taxi an das andere Ende der Stadt, wo man ein weiteres Boot nach Iquitos nimmt (1-2 Stunden).

In Iquitos wollen wir uns dann etwas erholen. Iquitos ist mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt im tropischen Regenwald von Peru und die größte Stadt, die nicht über eine Straße zu erreichen ist (ausschließlich Flugzeug oder Schiff).

Wann es weitergeht, hängt von den Fahrplänen der Schiffe ab. Aktuellster Stand ist der, dass außer Sonntag und Montag jeden Tag ein Boot ins Dreiländereck Peru/Kolumbien/Brasilien geht. Die Fahrtzeit dieses Schnellboots beträgt ungefähr 9 Stunden.

Im Dreiländereck gibt es einen kleinen Grenzverkehr, daher wollen wir in Santa Rosa/Peru ankommen, in Leticia/Kolumbien übernachten und von Tabatinga/Brasilien aus weiterfahren nach Manaus. Das soll etwa 3-4 Tage dauern. Nach hoffentlich kurzem Aufenthalt in Manaus geht es dan weiter an die brasilianische Küste nach Belem ( weitere 3-4 Tage).

Das war jetzt mal der grobe Plan. Sollten wir unterwegs den Hängematten/Toiletten-Koller bekommen, gibt es von Tabatinga, Manaus oder auch Santarem Flüge nach Belem, um das Ganze etwas abzukürzen – mal schaun. immerhin ist die Strecke auf dem Amzonas von Iquitos nach Belem 4175 km lang.

Nach soviel Planung im Hotel war es an der Zeit, rauszugehen. Darüber hinaus war es Mittagszeit. Wir gingen wieder zu unserem Meeresfrüchtelokal und im Anschluss ins Museum MACCO.

MACCO steht für Museo Archeologico Centro Cultural Orellana, also archäologisches Museum und kulturelles Zentrum von Orellana.

Das Museum zeigt Fundstücke aus der Zeit der hiesigen Ureinwohner Omaguas von 1100 bis 1500 A.D. Neben den Erklärungen zur Lebensweise und Kultur der Omaguas ist es vor allem die feine Keramik, die beeindruckt. Auch das Museum an sich ist ein architektonisches Schmuckstück in der Umgebung.

Nach der Kultur ging es über den Friseur und den Supermarkt zurück ins Hotel. Hier gilt es nun, für die bevorstehenden vermutlich eher feuchten Tage das Gepäck mit Müllbeuteln wasserfest zu machen. Morgen früh um 7:30 geht es zum ersten Boot in den Yasuni Nationalpark, wo wir wir auf unseren Guide treffen werden wollen.

Da es im Regenwald sicher kein Internet gibt, werdet ihr die nächsten Tage nichts von uns lesen.

Tag 151 – Ankunft in El Coca (Puerto Francisco de Orellana)

Unser Bus fuhr pünktlich in Puyo los.

Da wir ja eh schon im Dschungel sind und bleiben, war die Fahrt sehr grün. Außeedem gibt es eine Unmenge an kleineren und größeren Flüssen, sodass wir über etwa 25 Brücken gefahren sind. Natürlich haben wir wieder an jeder Milchkanne angehalten. Aber der Bus ist ja nun mal das einzige Verkehrsmittel hier für die Bewohner. Für viele ist die Busfahrt der kleinere Teil des Weges. Ab der Milchkanne müssen sie teilweise noch stundenlang durch den Dschungel nach Hause. Gegen halb drei waren wir dann in Coca Am Busbahnhof.

Mit dem Taxi sind wir zum Hotel gefahren.

Sachen abstellen, kurze Hosen anziehen und Essen suchen. Es gibt viele Lokale, aber nur eins ist richtig voll. Ein Meeresfrüchte – Lokal direkt am Fluss. Hier setzen wir uns auch hin. Das Essen ist reichlich und sehr lecker. Dann schlendern wir am Flussufer entlang und erkundigen uns, wann welche Boote fahren. Und wir suchen Agenturen, da wir gerne in den Yasuní Nationalpark wollen. Doch alle Agenturen die wir im Internet gefunden haben, gibt es entweder nicht mehr oder sie sind zu. Als wir vor einer der verschlossenen Agenturen stehen, spricht uns einer an. Ob wir Informationen möchten, zwei Häuser weiter gibt es eine Agentur. Ja, davor wird immer gewarnt. Es gibt sogar Warnungen auf deutsch – aber wir kaufen ja nicht auf der Straße.

Ohne Agentur, Boot und Guide kommt man nun mal nicht in den größten Nationalpark Ecuadors und den artenreichsten der Welt (in dem pikanterweise auch die Erdölförderung des Landes liegt – ein nahegelegenen Ort/Kleinflughafen heißt einfach „Shell“). Also sind wir mitgegangen. Und wir haben eine super Beratung bekommen.

Morgen startet schon eine Gruppe. Es gibt hier wenige Touristen, so kommt nur selten eine Gruppe zusammen. Die Größe der Gruppe bestimmt den Preis – zu zweit wird alles teurer. Aber morgen, dass ist uns zu schnell. Und wir haben auch unser Hotel schon für zwei Nächte gebucht. Ok, neuer Vorschlag. Der Chef startet morgen mit der Gruppe und wir kommen am Samstag nach. Das Schnellboot dahin organisiert er uns. Und im Gegensatz zur Gruppe überqueren wir am Montag die Grenze nach Peru, um von dort aus weiter nach Iquitos/Peru und nach Brasilien zu schippern. Das klingt gut. Vor allem haben wir dann noch Unterstützung bei der Ausreise. Ist bestimmt nicht alles so eindeutig im Dschungel. Ok, wir gehen kurz raus um uns zu beraten….. und beschließen, das machen wir. Ach ja, wenn wir in Euros zahlen bekommen wir 8 % Rabatt. Der Chef ist nämlich mit einer Deutschen verheiratet und in zwei fliegt er nach Deutschland, daher nimmt er gern die Euros.

Also ab zum Hotel Geld holen und wieder zurück zur Agentur. In der Zwischenzeit hat er das Boot reserviert. Samstag 07:30 Uhr sollen wir wieder dort sein. Seine Angestellte bringt uns dann zum Boot.

Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden. Wir laufen zurück zum Hotel. Mittlerweile sind viele Grillstationen wie Pilze aus der Erde geschossen und Rauch liegt in der Luft.

Der Plaza Grande de Coca ist beleuchtet, in der Stadt sind viele Menschen unterwegs.

Heute bleiben wir im Hotel. Wir waschen noch Wäsche und recherchieren, was uns im Nationalpark erwarten wird und was wir noch einkaufen wollen.

Tag 150 – Dschungeltour

Pünktlich 09:00 Uhr waren wir fertig und Abholbereit. Wir werden heute eine Privattour bekommen. Heißt, wir sind die Einzigen. Unsere Hostelbesitzerin hat gestern Abend noch bei uns geklopft und uns gesagt, dass wir die einzigen Beiden auf der Tour sind und es deswegen auch 5 Dollar mehr pro Person ( also 40 Dollar pro Person) kostet. Aber wir wollen die Tour machen. Während wir warten, schmusen und spielen wir noch mit unserem Hostelhund. Den habe ich euch ja noch gar nicht vorgestellt.

Kurz nach 09:00 Uhr wurden wir dann abgeholt. Wir sind mindestens eine halbe Stunde mit dem Auto gefahren. Dann hat der Fahrer uns und unseren Guide rausgelassen. Der Fahrer wird uns am späten Nachmittag von einem anderen Ort abholen. Dann startete unsere Wanderung zu einem Wasserfall. Als erstes würde uns erklärt, dass Termiten eine natürliche Abwehr gegen Moskitos sind. So haben wir unsere Hand an einen Termitenhügel gehalten und gewartet bis die Hand voller Termiten ist. Dann alles schön zerdrücken und verreiben- fertig. Tut nicht weh und ist auch nicht eklig.

Über abenteuerliche Brückenkonstruktionen ging es durch den Dschungel.

Zwischendurch würde uns immer wieder etwas erklärt. So zum Beispiel wie man bestimmte Bäume als Telefon benutzt. Der Baumstamm ist ausgehöhlt. Mit einem großen Stein schlägt man kräftig im inneren des Baumstammes. Das hört man dann Kilometerweit.

Es gab auch eine Gesichtsmaske. Der Guide hat aus dem Flussbett einen ganz bestimmten Schlamm geholt und uns den im Gesicht aufgetragen.

Nach circa einer Dreiviertelstunde waren wir am Wasserfall. Das hat sich echt gelohnt. Wir machen ein paar Bilder und waschen den Schlamm ab.

Nach einer Pause geht es zurück zum Ausgangspunkt. Ich gehe vor….der Guide will wissen, ob wir uns den Weg gemerkt haben – na Klaro 😜

Wieder am Ausgangspunkt angekommen haben wir kurz Pause und dann gibt es Mittagessen.

Wir haben uns für Fisch entschieden. Der Fisch wurde in einem Palmenblatt gedünstet. Sieht super aus und schmeckt auch so.

Nachdem Essen geht es direkt weiter. Wir laufen ein ganzes Stück.

Das letzte Stück werden wir von einem Pickup mitgenommen. Der Pickup hat auch unser Boot geladen. Mit dem werden wir später noch fahren.

Wir gehen zuerst zu einer Gemeinde die hier im Dschungel lebt.

Wow toll, Papageien, ein Tucan und ein kleines Äffchen. Alles laufen hier frei herum.

Als nächstes wurden wir „angemalt „. Parallel erzählt uns der Chef der Gemeinde schon einiges.

Dann zeigt und erklärt uns der Chef wie man mit einem Blasrohr schießt. Da sind echte Pfeile drin. Und schließlich müssen wir auch ran. Es klappt sogar sehr gut.

Das Ding mit dem roten Punkt ist das Ziel.

Nun folgt eine Trommel – und Tanzvorführung.

Tja und ihr ahnt es wahrscheinlich schon…..jetzt mussten wir mitmachen.

Zum Abschluss ging es noch in den Verkaufsladen. Ein typisches Haus, nur leider ohne Licht oder vielleicht deswegen….. Wir konnten erst nichts sehen. Doch als die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen wir, dass die ganzen Wände voll sind mit Armbändern, Ketten, Ringen, Ohrringen, Schlüsselanhängern und Schalen. Wir schauen uns alles in Ruhe an. Es sind wirklich schöne Sachen dabei. Ich kaufe bzw. wir kaufen mir ein Armband.

Jetzt geht es runter zum Fluss und in das Boot.

Im Boot liegt nur ein Brett, da sitzen wir drauf. Und dann fahren wir los. Der Fluss ist nicht gerade ruhig. Wir müssen uns ab und zu richtig festhalten, gerade wenn unter uns einige Steine sind.

Wieder an Land, machen wir Pause.

Nach der Pause laufen wir zu einem Aussichtspunkt. Es geht er ein ganzes Stück auf der Straße entlang und dann müssen wir noch da ganz hoch.

Und dann sind wir oben…..Wow…

Unser Guide kommt etwas später oben an. Er hat eine Schlange gefunden. Die lag wohl mitten auf den Stufen und wir sind Beide drüber gestiegen. Na zum Glück nicht drauf, die ist nämlich giftig. Sieht aus wie ein Schnürsenkel.

Hier oben machen wir eine Stunde Pause bzw. wir haben eine Stunde Zeit, bis unser Fahrer uns hier abholt.

Huch…. da ist noch eine Schlange…

Unten am Parkplatz gibt es noch diesen Tunnel. Christian läuft hier noch durch.

Kurz vor 18:00 Uhr sind wir wieder im Hostel. Nach einer kurzen Pause gehen wir noch in die Escobar. Da esse ich den besten Salat seit langer, langer Zeit.

Morgen früh 09:00 Uhr fahren wir mit dem Bus weiter nach Coca.

Tag 149 – Die kleinsten Orchideen der Welt

Heute haben wir viel vor. Wir starten mit dem Orchideengarten. Der Orchideengarten ist etwas außerhalb. Daher halten wir uns ein Taxi an. Der Taxifahrer weiß anscheinend nicht genau wo wir hinwollen, daher fragt er einen anderen Taxifahrer. Dann geht es los. Beim Orchideengarten angekommen sieht dieser geschlossen aus. Da zwei wilde Wachhunde hinter dem geschlossenem Tor sind, traue ich mich nicht weiter heran. Der Taxifahrer hupt einige Male – nichts rührt sich. Als wir gerade beschließen mit dem Taxi wieder zurück zu fahren, kommt ein Mann angelaufen. Ja, es sei geöffnet…..wir möchten bitte noch fünf Minuten warten. Wir geben dem Taxifahrer ein – alles Ok Zeichen – das Taxi fährt ab und wir warten hier im Nirgendwo. Dann kehrt der Mann zurück und wir betreten gemeinsam das Gelände. Er erklärt uns das er hier aus dem NICHTS einen funktionierenden Regenwald geschaffen hat. Er hat es geschafft, dass viele Tiere hier wieder beheimatet sind. So allein zum Beispiel vier Tucanarten. Ich frage ihn wie lange das gedauert hat….er sagt 40 Jahre. Wow. Dann zeigt uns einen Raum in dem er dokumentiert hat welche Tiere er in welchem Jahr auf dem Gelände gesehen hat. Sehr beeindruckend. Und dann führt er uns durch seinen Regenwald. Er zeigt und erklärt uns was man aus welcher Pflanze machen kann bzw. wozu man sie nutzen kann und nutzt. Dafür pflückt er Blätter die wir kauen bzw. riechen sollen. Die Blätter schmecken nach Zimt.

Dann nimmt er eine Lupe so wie sie die Uhrmacher verwenden in die Hand…..hält sie auf einen Baumstamm auf winzige Blätter und lässt und durchschauen….. Das ist fantastisch. Das sind kleine Orchideen.

Unglaublich, wir können es gar nicht fassen.

Es gibt natürlich auch sonst ganz wunderbare Blüten.

Die Bäume haben riesige und seltsame Wurzeln.

Die Führung dauert circa zweieinhalb Stunden. Fast jede Pflanze würde uns erklärt – was man aus ihr machen kann und macht. Wie sie riechen und schmecken. Welche Heilkräfte sie haben. Es war eine wunderbare Führung. Das Gelände ist wirklich weit außerhalb, aber es fährt hier der Bus vorbei. So warten wir mittlerweile im Regen zu Dritt auf den Bus. Dann kommt er, schnell rein. Da es stark regnet, beschließen wir erst ins Zentrum zum Mittagessen zu fahren. Also steigen wir im Zentrum aus, suchen uns ein Lokal und essen. Der Regen hat schon wieder aufgehört. Wir suchen uns wieder einen Bus und steigen in der Nähe vom Vogelpark aus. Das letzte Stück laufen wir. Wieder sind wir die einzigen Gäste. Die Anlage ist ganz schön, aber nicht wie erwartet. Es gibt hier überwiegend Hühner und Tauben. Es sind aber schon seltsame und schöne Exemplare dabei.

Wir laufen wieder bis zur Hauptstraße und versuchen ein Taxi anzuhalten. Mist alle schon besetzt. Nach einer Weile gelingt es uns dann doch. Wir lassen uns zum Haus der Affen bringen. Hier leben Affen, die entweder vom aussterben bedroht sind oder es in der freien Wildbahn nicht allein geschafft hätten. Die Affen sind hier nicht wirklich eingesperrt. Es ist eher so, dass der Mensch geschützt wird. Die Affen können jederzeit überall hin. Mit uns kommt gerade eine Niederländische Familie an. Wir bekommen eine kurze Führung mit Guide und Erklärung und dann können wir das Gelände selbst erkunden.

Es gibt hier auch noch Nasenbären…

Und einer ist mir doch tatsächlich auf den Kopf gesprungen…

Es war gar nicht so einfach den wieder loszuwerden.

Das Affengelände ist ziemlich weit weg vom Ort und von der nächsten Straße. So sind wir circa zwei Kilometer bis zur Straße ( im Regen) gelaufen. Dort haben wir uns dann an den Straßenrand gestellt und auf den nächsten Bus bzw. Taxi gewartet. Und nach wenigen Minuten kam ein Bus. Winken und rein da – perfekt. Im Zentrum angekommen haben wir einen Bankautomaten gesucht. Und dann haben wir eine tolle Bar gefunden, die Escobar. Hier gab es einen Moccacino und eine Eislatte.

Jetzt ab ins Hostel und Pause.

Ach ja, nachdem tollen Tag heute haben wir beschlossen noch eine Nacht länger zu bleiben. Das sagen wir gleich unserer Hostelbesitzerin und wir buchen gleich eine Ganztages – Dschungeltour.

Am Abend gehen wir noch einmal in die Escobar.

Tag 148 – Ankunft in Puyo im Amazonasgebiet

Kurz nach 09:00 Uhr fuhr unser Bus heute nach Puyo ab. Während der Fahrt konnten wir einmal wieder sehen, wie grün Ecuador ist. Egal ob auf 4000 Meter oder weiter unten alles ist soooo grün.

Schon während der Busfahrt fing es an zu regnen. Tja so ist das nun mal im Regenwald 😊. Aber der Vorteil ist, es ist warm. Kurz vor 13:00 Uhr waren wir in unserem Hostel.

Sachen abstellen und weiter gehts. Erst einmal etwas essen. Na ja das war heute reine Nahrungsaufnahme, lecker Essen ist etwas anderes. Dann sind wir zum Busbahnhof gelaufen um uns zu erkundigen wann welche Busse in Richtung Coca fahren. Wir haben eine Gesellschaft gefunden, die tagsüber nach Coca fahren. Aber jetzt haben wir hier erst einmal eine Menge anzuschauen. Bis jetzt hat es so vor sich hingetröpfelt. Jetzt regnet es den typischen Regenwaldregen. Wir gehen noch in den Supermarkt und dann ins Hostel. Eine halbe Stunde später ist der Regen vorbei und wir können unsere Erkundungstour starten. Zuerst gehen wir zum Rio (Fluss) Puyo.

Hier gibt es einen schönen Weg zum lang spazieren.

Nach diesem tollen Spaziergang sind wir Kaffee trinken gegangen und dann zurück zum Hostel.

So sehen hier übrigens die Straßen kurz hinter unserem und somit dem Zentrum aus.

Wir sind anscheinend die einzigen Touristen hier im Ort. Zumindest haben wir noch keine weiteren gesehen.

Tag 147 – Erkundung Riobamba Teil 2

Eigentlich wollten wir heute einen Ausflug mit dem Zug machen. Aber dafür hätten wir sehr früh aufstehen müssen und dazu hatten wir nach dem gestrigen Tag keine Lust. So haben wir es gemütlich angehen lassen. Nachdem Frühstück sind wir zum Busbahnhof gelaufen um Tickets für morgen nach Puyo zu kaufen. Dort schaute man uns komisch an…..Tickets heute kaufen für morgen…nein. Die gibt es morgen früh…ok.

Ach ja: Wir werden nicht gleich nach Coca fahren. Es fahren nur Nachtbusse die 12 Stunden brauchen. Die Busse hier in Ecuador sind nicht so komfortabel wie wir Busse sonst in Südamerika kennen. Es sind ganz einfache Busse ohne Toilette oder bequeme verstellbare Sitze. Daher wollen wir nicht in der Nacht und auch nicht zu lange fahren. Also fahren wir Richtung Coca. Puyo wird bestimmt schön. Das liegt schon im Amazonasgebiet.

Nachdem Busbahnhof haben wir noch Kleinigkeiten in der Apotheke gekauft. Ihr wisst ja noch, dass man hier Shampoo, Spülung etc. in der Apotheke bekommt 😀 Nur Duschgel gab es mal wieder nicht. Dann noch Bargeld abheben und das gleich ins Hotel bringen. Wir haben dann noch die Übernachtung für 2 Nächte in Puyo gebucht. Oh….jetzt spielt Bayern …mal schauen, ob das hier im Fernsehen läuft. Und tatsächlich, das Spiel wurde hier übertragen. Nach der ersten Halbzeit hatte Christian genug vom Spiel und wir sind wieder rausgegangen. Das heute Sonntag ist, konnten wir deutlich merken. Alles war ruhig und entspannt. Sehr wenige Autos und fast alle Läden und Restaurants hatten geschlossen. Wir haben einen Stadtplan mit verschiedenen Strecken bekommen. Davon haben wir uns einen Weg ausgesucht und den sind wir abgelaufen.

Zuerst kamen wir zu einem Park.

Es geht einige Stufen nach oben. Und dann haben wir einen tollen Ausblick auf die Stadt und Umgebung.

und die Kirche San Francisco

Da die Kirche gerade offen ist, gehen wir runter und schauen uns die Kirche von innen an.

Das ist übrigens die einzige Kirche die wir in den ganzen Tagen von Innen besichtigen konnten. Alle anderen waren und sind immer geschlossen. Wir setzen unseren Spaziergang fort. Noch ein Blick zurück zum Park von der anderen Seite.

Hier in Riobamba gibt es wirklich tolle alte Häuser. Wenn hier mal so richtig investiert werden würde, dann wäre das ein schöner Stadtkern.

Der Springbrunnen ist heute auch in Betrieb.

Zum Mittagessen sind wir heute in ein Lokal gegangen indem es nur Fisch und Meeresfrüchte in allen Varianten gab. Danach haben wir in einem Café noch Capucchino und Moca Frappé getrunken. Und dann war es schon Nachmittag und wir brauchten eine Pause. Am Abend sind wir noch einmal raus.

Tag 146 – Der Chimborazo

Heute wollen wir zum Chimborazo – also nicht auf den Gipfel, aber bis zur Hütte. 07:00 Uhr sitzen wir beim Frühstück und dann geht es in Winter – Berg – Klamotten mit dem Taxi zum Busbahnhof. Oh, statt 08:30 Uhr geht der Bus schon 08:00 Uhr, na da hatten wir ja mal wieder Glück, denn das ist jetzt gleich. Die Fahrt dauert etwas über eine Stunde. Während der Busfahrt blitzt der Chimborazo schon mal aus den Wolken.

Der Chimborazo ist ein inaktiver Vulkan. Über seine Höhe gibt es verschiedene Angaben. Er ist 6310 Meter hoch, nach neueren Messungen aber wohl nur noch 6267 Meter hoch. Er ist der höchste Berg Ecuadors. Sein Durchmesser beträgt an der Basis etwa 20 km. Der Chimborazo liegt innerhalb des Naturreservates Reserva de Produccion Faunistica Chimborazo, das dazu dient, den Lebensraum für die in den Anden heimischen Vicuna, Lama und Alpaka  zu schützen.

Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Dass er hierin den wesentlich höheren Mount Everest übertrifft, liegt daran, dass die Erde aufgrund der Rotation und der sich daraus ergebenden Fliehkraft keine Kugel ist, sondern ein Rotationsellipsoit dessen Radius an den Polen kleiner und am Äquator größer ist. Nimmt man den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt, so übertrifft nach Senne (2000) der Chimborazo (1° südl. Breite, 6384,557 km vom Erdmittelpunkt) den Mount Everest (28° nördl. Breite, 6382,414 km vom Erdmittelpunkt) um mehr als zwei Kilometer.

Kurz nach 09:00 Uhr waren wir im Reservat. Mit uns sind übrigens nur noch 4 weitere Menschen ausgestiegen.

Auf 4386 Metern starten wir unsere Wanderung. Wir sind übrigens die Einzigen die laufen. Alle anderen fahren mit Autos und Bussen hoch bis auf 4800 Metern. Da wir immer an und auf der Straße gehen, hupen viele und rufen uns zu.

Und da Vikunas direkt vor uns

Und dann zeigt sich der Chimborazo

Ein Blick zurück zum geschafften Weg.

Und weiter gehts

Kurz nach 11:00 Uhr sind wir an der ersten Hütte auf 4800 Metern.

Hier machen wir kurz Pause. Dann steigen wir zur nächsten Hütte auf 5000 Metern auf. Um dem Weg dorthin gibt es viele Gedenktafeln für die verunglückten Bergsteiger

Und ein Denkmal

Blick zurück zur Hütte und ins Tal

Und da ist wieder der Berg und im Hintergrund sehen wir schon die Whymper – Hütte

Yeah….wir sind auf 5000 Meter

Oh nö…. Christian will noch weiter…..nur noch 50 Meter da gibt es eine wunderschöne Lagune…grrr…na gut

Aus den 50 wurden dann doch 100 Höhenmeter.

Jetzt wurde es Zeit für den Abstieg. Der Chimborazo war komplett hinter dicken Wolken verschwunden. Es wurde kälter und wir waren bald komplett von Wolken eingeschlossen.

Es fing an zu hageln und im Hagelsturm stiegen wir ab und liefen zum Eingang des Parks. Dort regnete es dann in Strömen. Wir fragten einen Angestellten wann der nächste Bus kommt – in einer halben Stunde. Wir stellten uns unter und dann gingen wir raus…..denn wir müssen den Bus anhalten wenn er kommt. Wir stehen gerade eine Minute an der Straße unter einem kleinen Dach, da kommt ein Bus. Wir rennen auf die Straße und winken…..Jaaaa er fährt nach Riobamba. Oh man….was für ein Glück. Kurz nach vier kamen die erschöpft m Hotel an. Erst einmal eine heiße Dusche, kurze Pause und dann etwas essen. Wir sind völlig ausgehungert. Als wir aus dem Hotel kommen ist schon wieder halli galli auf der Straße….

Heute gehen wir zum Italiener. Es gibt Pizza und Lasagne. Zum Nachtisch gehen wir einen Laden weiter….es gibt lecker Churros

Und dann ausruhen und entspannen. Wir sind heute übrigens 20 Kilometer und 700 Höhenmeter bis auf 5100 Meter gelaufen.